21. Reisetag: Sonntag, 11. Juli 1993
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Gegen 7:00 Uhr standen meine Freundin Susann und ich heute Morgen im Days Inn-Motel von Sutton auf. Im Motel gab es neben der Übernachtung ein Continental Breakfast dazu. Das Frühstück nahmen wir draußen auf der Terrasse ein. Danach packten wir wieder unser Gepäck zusammen und checkten anschließend aus.
Für heute stand nur eine kurze Etappe auf dem Programm. Susann und ich fuhren heute nur in das etwa dreißig Meilen entfernte Summersville. Um 8:40 Uhr ging die Fahrt los. Wir genossen die reizvolle und hügelige Landschaft West-Virginias. Wiederholt hielten wir an, um Fotos zu machen.
Bereits um 10:00 Uhr erreichten wir das Super 8-Motel in Summersville, wo wir wieder ein schönes Zimmer bekamen. Es war jetzt wieder heiß und schwül. Im Motel ruhten wir uns einen Moment aus und guckten dabei etwas Fernsehen. Später fuhren wir dann an den wunderschönen Lake Summersville, wo am heutigen Sonntag allerhand los war. Natürlich nahmen wir ein erfrischendes Bad! Danach gab es einzelne Regenfälle.
Susann und ich fuhren jetzt noch nach Oak Hill, wo wir ein chinesisches Restaurant vermuteten; es aber leider nicht fanden. Unverrichteter Dinge fuhren wir nach Summersville zurück und speisten "bescheiden" im Pizza Hut-Restaurant.
Danach hielten wir uns nur noch in unserem Motelzimmer auf und guckten Fernsehen. Susann und diskutierten dann noch die weiteren Reiseziele. Genau drei Wochen, nachdem wir Boston verlassen haben, sind wir mit unserem Mietwagen genau 3.215 Meilen gefahren!
22. Reisetag: Montag, 12. Juli 1993
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Um 7:00 Uhr standen Susann und ich heute Morgen im Super 8-Motel von Summersville/West-Virginia auf. Wir verfrachteten unser Gepäck wieder in den Ford Fiesta-Mietwagen. Für den heutigen Montag stand erneut nur eine kurze Wegstrecke auf dem Programm. Das Wetter war heiter bis wolkig; jedoch nicht mehr ganz so extrem heiß. Wir unterbrachen die kurze Fahrt an einem Motel, wo wir frühstückten.
Durch wunderschöne Landschaften mit Flüssen und Schluchten ging es noch etwas weiter nach Süden. Unser Ziel war der Babcock State Park in Clifftop, für den wir bereits telefonisch reserviert hatten. Eine Woche muss man hier jedoch mindestens bleiben. Für uns beide kostete die Woche $ 265. Schon gegen 10:00 Uhr erreichten wir den State Park. Unsere Hütte war allerdings noch nicht ganz fertig und so wurden wir auf den Nachmittag vertröstet. Das war nicht ganz so günstig; war es hier doch wunderschön und es boten sich unzählige Unternehmungsmöglichkeiten. Aber wir brauchten natürlich auch ein paar Lebensmittel, denn in unserer Hütte gab es eine Kochgelegenheit. So fuhren wir in die etwa achtundzwanzig Meilen entfernte Großstadt Beckley. Hier gab es zwei riesige Supermärkte, wo wir wirklich alles bekamen, was auf unserem Einkaufszettel stand.
Dann fuhren wir in den State Park nach Clifftop zurück. Jetzt konnten wir uns anmelden und unsere Hütte (Nummer 24) beziehen. Es war wunderschön hier! Die Hütte lag mitten im Wald. Sie hatte eine Veranda, die mit Fliegengitter geschützt war. Innen war alles bestens ausgerüstet. Es gab einen Heizer, Ofen, Herd, Kühlschrank, eine Dusche, Toilette und Spüle. Wir luden die eingekauften Lebensmittel aus dem Wagen und brachten sie in der Hütte unter.
Susann war etwas nervös wegen eines $ 100 - Reiseschecks, den sie im Hauptquartier unterschrieben hatte; dort jedoch zunächst kein Bargeld bekommen hatte. Man soll ja einen Reisescheck nicht voreilig unterzeichnen. Nach einer Stunde des Bangens war die Situation geklärt und sie bekam ihr Geld.
Am frühen Abend bereitete Susann das Abendessen vor. Es gab Steaks mit Bohnen und Kartoffeln. Danach spülte ich das Geschirr ab. Wir machten dann noch einen kleinen Spaziergang; wurden dabei jedoch von allerhand Insekten umschwirrt. Den weiteren Abend saßen wir bei Kaffee und Kerzenlicht auf der Veranda vor der Hütte und schrieben in unsere Tagebücher. Bald danach legten wir uns ins Bett. Ich konnte schlecht einschlafen, da das zuvor gesprühte Insektenspray doch seine negative Geruchsentwicklung hinterließ.
23. Reisetag: Dienstag, 13. Juli 1993
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Gegen 6:50 Uhr sind Susann und ich heute Morgen in unserer Hütte im Babcock State Park aufgestanden. Zum Frühstück gab es gekochte Eier; dazu Brot, Müsli und Kaffee. Gestern Abend hatten wir uns dazu entschieden, die etwa fünfzig Meilen bis nach Ronceverte zu fahren, um uns dort bei einem Bootsverleiher nach den Möglichkeiten einer Kanutour zu erkundigen.
Nach 1 ¾ Stunden Fahrt auf kurvigen Straßen kamen wir dort an. Der Verleiher riet uns jedoch von einer Fahrt ab, da der Fluss wenig Wasser führte und aus diesem Grunde riesige Felsen aus dem Wasser ragten. Das war bedauerlich! Bei dem schönen Wetter wäre so ein Kanutrip genau das richtige gewesen. Der Verleiher wollte uns jedoch versuchen, im State Park zu erreichen, sollte es noch zu Regenfällen kommen und somit zu mehr Wasser im Fluss.
In Lewisbury erledigten wir noch ein paar Einkäufe. Außerdem aßen wir noch eine Kleinigkeit bei McDonald's. Auf der Rückfahrt kam es zu kleinen Streitigkeiten zwischen Susann und mir. Natürlich ging es nur um Kleinigkeiten mit der Frage wie und was wir in den nächsten Wochen noch unternehmen und sehen wollen. Die Stimmung war deshalb am Nachmittag etwas dahin. Wir hielten uns zunächst nur in unserer Hütte auf.
Als ein Gewitter aufzuziehen drohte, fuhren wir zusammen an den See. Aber zum wiederholten Male hat sich das Gewitter schnell wieder verzogen. Susann kochte dann ein leckeres Abendessen. Es gab Hähnchenbrust mit Nudeln und Gemüse. Während Susann noch in ein Lebensmittelgeschäft fuhr, habe ich den Abwasch erledigt. Danach ging ich unter die erfrischende Dusche.
Vor der Hütte zu sitzen, ist immer etwas schwierig, da doch sehr viele Mücken und andere Stechinsekten unterwegs waren. Um 20:50 Uhr fuhren wir zum Campingplatz, der sich ganz in der Nähe befand. Unter einem Dach ("Shelter") fand eine Diavorführung über den Babcock State Park statt. Während der kurzen Fahrt dorthin war es schon dunkel und etliche Rehe kreuzten die Straße. Natürlich war es nicht ganz einfach, den gesamten Inhalt des Diavortrages zu verstehen. Aber die schönen Bilder sprachen eindeutig für sich. Die Veranstaltung dauerte eine dreiviertel Stunde. Danach fuhren wir zu unserer Hütte zurück.
Wir schrieben noch in unsere Reisetagebücher. Geschlafen habe ich auch in dieser Nacht nicht besonders gut. Es kam einfach zu wenig frische Luft in die Hütte hinein. Gegen 3:30 Uhr schepperte auch noch die vor der Hütte stehende Mülltonne gewaltig. Mein Gott, wie haben wir uns erschrocken! Offensichtlich fraß sich ein Waschbär den Bauch voll!
24. Reisetag: Mittwoch, 14. Juli 1993
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Schon folgte der dritte Tag im Babcock State Park im US-Bundesstaat West Virginia: Gegen 7:15 Uhr standen Susann und ich heute Morgen auf. Zunächst gab es Frühstück. Susann kochte Eier und servierte selbstgebackene Brötchen dazu. Zunächst entwickelte sich ein sonniger und heißer Tag.
Um 10:00 Uhr begaben wir uns zum Manns Creek Playground, wo eine geführte Wanderung unter der Leitung des zwanzigjährigen Park-Naturalisten Matthew Turner auf dem Programm stand. Außer Susann und mir hatte niemand Interesse, sich an der Wanderung, die nichts kostete, zu beteiligen. In den nächsten 2 ¼ Stunden wanderten wir dann den rund zwei Meilen langen Skyline Track entlang. Matthew erläuterte uns die unterschiedlichsten Pflanzen- und Baumarten. Tiere sahen wir in der Vormittagshitze nur wenige. Am Himmel sahen wir aber einen riesigen Geier. Kleine Vögel, die in den Bäumen sangen, Frösche und Insekten lernten wir durch Matthew ebenfalls näher kennen. Insgesamt war die Wanderung sehr interessant. Dann erreichten wir wieder das Hauptquartier, von wo wir mit einem Jeep zu unserem Auto zurück gebracht wurden. Ich saß dabei mit Matthew hinten auf der Ladefläche, was bei der Hitze eine willkommene Erfrischung war.
Zurück in unserer Hütte löschten Susann und ich unseren Durst. Anschließend fuhren wir ins Schwimmbad, was ebenfalls keine weiteren Kosten verursachte. Später drohte es wieder, ein Gewitter zu geben. Aber außer einem fernen Grummeln und etwas Regen passierte nichts weiter. Jetzt ruhten Susann und ich uns in der Hütte etwas aus. Später fuhren wir zu einem Reiterhof, wo wir uns jeweils ein Pferd für einen geführten Ausritt reservieren ließen.
Auf dem Lake Boley wollten wir dann eine Fahrt mit dem Ruderboot unternehmen. Doch es wurde rabenschwarz am Himmel und es begann wieder zu donnern. So hatte die Bootstour schon nach zehn Minuten ein vorzeitiges Ende. Es Gewitter gab es dann aber doch nicht; dafür begann es heftig zu regnen. Wir fuhren zur Hütte zurück. Susann bereitete dann ein Abendessen zu. Es gab wieder Hähnchenbrust mit Nudeln und Spargel. Ich spülte anschließend wieder das Geschirr. Danach ging ich unter die Dusche, was bei der Wärme eine herrliche Erfrischung war.
Um 21:00 Uhr gab es eine weitere Veranstaltung im Rahmen des Parkprogramms. Unter dem Motto "Nature's Engineers" traf sich eine kleine Gruppe am Lake Boley, wo wir alle hofften, einen Biber zu sehen. Matthew Turner war wieder unser "Guide". Er erzählte bei hereinbrechender Dunkelheit eine Menge über Biber; gesehen haben wir aber leider keinen. Dafür flogen jedoch eine Reihe von Fledermäusen umher. Nach einer dreiviertel Stunde war diese Veranstaltung beendet und wir fuhren zur Hütte zurück.
Aufgrund der Regenfälle war es extrem neblig geworden und wir mussten bei der Rückfahrt gehörig aufpassen. Susann und ich saßen dann noch auf der Hütten-Veranda zusammen. Wir genossen die nächtliche Idylle. Gegen 22:45 Uhr lagen wir in unseren Betten. Heute war die Temperatur etwas angenehmer. Es war immer so stockdunkel in der Hütte, dass man nicht seine Hand vor Augen sehen konnte. Woher sollte auch eine Lichtquelle kommen? Wir ließen heute Nacht jedenfalls das Licht auf der Veranda an und so war es im Inneren nicht gar so finster.
25. Reisetag: Donnerstag, 15. Juli 1993
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Vormittags war es meistens bewölkt; aber mittags wurde es deutlich sonniger und heißer. Susann und ich standen in unserer Hütte im Babcock State Park wieder gegen 7:15 Uhr auf. Wir haben dann gemeinsam gefrühstückt. Um 9:45 Uhr fuhren wir in die Nähe des Campingplatzes, wo sich der Reiterhof befand.
Für $ 53 (zwei Personen) wollten wir einen Zwei-Stunden-Ritt durch diesen herrlichen State Park unternehmen. Zuvor hatte ich erst ein einziges Mal auf einem Pferd gesessen und das war bekanntlich im australischen Mount Larcom. Nur zu gut kann ich mich noch heute an die damalige Anstrengung erinnern. Ich bekam den Wallach "Rocket" (Rakete) zugewiesen. Beim Aufsitzen half mir ein Bediensteter des Reiterhofes. Das klappte noch einigermaßen.
Susann bekam die Stute Thessa für den bevorstehenden Ausritt. Buck, bestimmt keine zwanzig Jahre alt, war unser Führer. Ferner begleiteten uns noch zwei kleine Mädchen. Gegen 10:20 Uhr ging es los. Schon der Anfang war alles andere als einfach. Es ging gleich ein ziemliches Stück bergab und sofort fühlten sich die Pferde dazu eingeladen, "Gas" zu geben. Im Galopp auf abschüssigem Weg konnten Susann und ich uns nur mit Mühe auf dem Pferd halten.
Wir ritten durch wunderschöne Natur! Ich konzentrierte mich aber sehr auf das Pferd und weniger auf die Landschaft. Ging das Pferd bergauf oder auf ebenem Weg war alles problemlos. Bergab war es aber immer ein kleines Drama. Auch fraßen die Pferde ständig das Laub von den Bäumen. Sie blieben dazu stehen und als sie nach dem Fressen entdeckten, dass die andere Pferde schon deutlich voraus waren, holten sie die entstandene Distanz mit einem Galopp auf! Scheiße, war das schnell!
Nach einstündigem Ritt passierte es dann: Susann war in Rückstand geraten, weil Thessa die schmackhaften Blätter eines Laubbaumes fraß. Und da war jetzt auch noch ein erheblicher Abhang! Thessa, die Stute, begann zu galoppieren. Susanns Kommandos blieben ungehört! Ich sah nur noch, wie die zwei Mädchen vor Schreck ihre Hände vor die Augen hielten. Da war es aber schon passiert. Thessa drohte tatsächlich durchzugehen. Susann stürzte im Galopp aus großer Höhe vom Pferd! Welch ein Schreck, welch eine Aufregung! Offensichtlich hatte sie sich aber gut abgerollt und so schien es, dass sie außer ein paar blauen Flecken nichts abbekommen hat. Meine Güte, da hat sie aber mehr als Glück gehabt! Ich war total erleichtert und nahm meine Freundin erst einmal in die Arme. Susann konnte nach kurzer Pause sogar wieder aufsitzen.
Der Ritt ging weiter. Was blieb uns auch mitten im Wald übrig? Ich war jetzt ziemlich ängstlich, konnte ich mich doch auch bei abschüssigen Wegen kaum auf Rocket halten. Immerhin achtete unser jugendlicher Guide, Buck, jetzt etwas mehr darauf, dass die Pferde nicht zu weit auseinander liefen. Die zwei Stunden schienen kein Ende zu nehmen. Wie konnten einhundertzwanzig Minuten nur so lang werden? Aber mit der Zeit gewöhnte man sich durchaus an das Reiten.
Um 12:15 Uhr erreichten wir dann wieder, ohne weitere Zwischenfälle, den Reiterhof. Wir stiegen von unseren Pferden, verabschiedeten uns und fuhren zu unserer Hütte zurück. Als erstes gingen wir unter die Dusche. Nach einer kurzen Ruhepause, die bitter nötig war, fuhren wir an den Lake Boley, wo wir uns für $ 3,50 für eine Stunde ein Kanu mieteten. Jetzt folgte eine herrliche Ruderpartie auf diesem wunderschönen See. Besonders in Ufernähe gab es erstaunliches zu beobachten. Wir fotografierten beinahe unsere Kameras leer. Die Mühle am Hauptquartier war besonders reizvoll.
Bei ziemlicher Hitze fuhren wir jetzt nach Oak Hill. Unterwegs stoppten wir an der atemberaubenden Schlucht, New River Gorge, und stiegen etwa zweihundert Treppenstufen zu einem Aussichtspunkt herab und später wieder hinauf. Von hier aus hatte man einen großartigen Ausblick auf den Fluss sowie auf die bogenförmige Brücke.
In Oak Hill brachten wir noch einen Fotofilm zur Entwicklung. In der Zwischenzeit kauften wir ein paar Kleinigkeiten bei Dollar ein. Nach nur einer Stunde war der Film entwickelt. Jetzt fuhren wir in den State Park zurück. Gegessen hatten wir unterwegs -wenig berauschend- bei Burger King.
Susann und ich saßen jetzt auf der Veranda vor unserer Hütte. Um 21:00 Uhr gab es einen weiteren State Park - Programmpunkt. Unter dem Motto Nighttime Nature traf sich eine Gruppe am Manns Creek Playground. In der Dunkelheit erinnerte uns Matthew Turner an unsere Sinne. In Übungen und kleinen Spielen ertasteten wir Gegenstände oder rochen an ihnen. Leider war es jetzt etwas feucht, denn es hatte zu regnen angefangen.
Gegen 22:30 Uhr waren wir zurück an unserer Hütte, wo wir noch ein Stündchen auf der Veranda saßen und der Natur lauschten. Es ließ sich leider nicht vermeiden, dass wir nachts Insektenspray sprühen mussten, denn sonst hätten wir wohl nachts kein Auge zugemacht. Im Nu waren allerlei Blutsauger in der Hütte - das konnte man praktisch nicht vermeiden.
26. Reisetag: Freitag, 16. Juli 1993
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Susann und ich standen auch heute Morgen gegen 7:15 Uhr auf. Wir befanden uns noch immer im wunderschönen Babcock State Park im US-Bundesstaat West-Virginia. Auch heute herrschte wieder das schönste Wetter: Sonne, blauer Himmel und große Hitze! Susann bereitete das Frühstück zu. Es gab wieder selbst gebackene Ofenbrötchen, Eier und Müsli. Danach kümmerte ich mich dann -wie üblich- um den Abwasch.
Gegen 9:45 Uhr fuhren wir dann auf den nahen Campingplatz. Dort fand im Rahmen des Parkprogramms eine weitere, geführte Wanderung statt. Unter der Leitung von Matthew Turner erwanderten wir den reizvollen Manns Creek Gorge Trail. Matthew gab dazu wieder interessante Informationen über all die verschiedenen Bäume, Blumen und Tiere. Besonders schön war ein Aussichtspunkt auf die Schlucht. Unten rauschte der Manns Creek. Diesen Fluss erreichten wir wenig später. Weißes Wasser donnerte an großen Felsen herab. Hier entstand noch das ein oder andere Foto.
Gegen 12:15 Uhr war die Wanderung beendet. Jetzt war es besonders heiß. Susann und ich fuhren kurz zu unserer Hütte zurück. Da wir in den letzten Wochen so viele Schnäppchen eingekauft haben, packten wir ein Paket, das wir auf dem Seeweg an unsere deutsche Adresse schickten. Anschließend fuhren wir nach Danese, wo wir in einem Supermarkt Lebensmitteleinkäufe erledigten. Auf dem Postamt gaben wir danach das Paket auf. Das Porto war mit $ 35,95 ganz schön happig.
In der Hütte verfrachteten wir die eingekauften Lebensmittel im Kühlschrank. Dann fuhren wir an den Lake Boley, wo wir in einem Boot eine Stunde über das Gewässer ruderten. Im Swimmingpool erfrischten wir uns anschließend. In der Hütte bereitete Susann dann das Abendessen zu. Heute gab es Nudeln mit Hackfleischsoße. Zum Nachtisch gab es gezuckerte Blaubeeren - sehr köstlich und erfrischend. Danach spülte ich das Geschirr ab.
Auf der Veranda unserer Hütte beschriftete ich dann die bereits entwickelten Fotos. Um 20:45 Uhr fuhren wir dann in den Activity Shelter in unmittelbarer Nähe des Campingplatzes. Unter der Leitung von Matthew Turner trafen sich hier die Gäste des Parks, um sich Gruselgeschichten und Witze zu erzählen. Außerdem wurden einige schöne und bekannte Lagerfeuerlieder gesungen. Einige hielten Marshmellows ins Lagerfeuer. Es war eine freundliche und herzliche Atmosphäre.
Nach 1 ½ Stunden war die Veranstaltung beendet und Susann und ich fuhren zu unserer Hütte zurück. Dort saßen wir noch einen Moment auf der Veranda und lauschten in die schwarze Nacht hinein. Auch in dieser Nacht konnte ich nicht besonders gut schlafen. Immer wache ich gegen 2:30 Uhr auf und bin dann ziemlich munter...
27. Reisetag: Sonnabend, 17. Juli 1993
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Wie eben schon erwähnt, habe ich auch in dieser Nacht wieder ausgesprochen schlecht geschlafen. Bei Sonnenaufgang war es unerwartet kühl. Grund genug also, dass ich um 7:25 Uhr, als der Wecker klingelte, total gerädert war. Ich hatte jetzt leichte Kopfschmerzen. Susann war wieder so nett, das Frühstück zuzubereiten. Da es auf der Veranda noch ziemlich kühl war, frühstückten wir in der Hütte. Die Temperaturen änderten sich dann aber schlagartig. Es entwickelte sich wieder ein sonniger und heißer Tag - Bilderbuchwetter im Babcock State Park!
Bereits um 9:00 Uhr trafen wir uns mit dem Naturalisten Matthew Turner und anderen Interessierten an der Grist Mühle. Von dort aus erwanderten wir den kurzen, aber steilen Island in the Sky-Trail. Von dort oben hatte man eine wunderschöne Aussicht auf die vielen Bäume des Parks. Tief unten rauschte der Manns Creek. Anschließend, gegen 10:00 Uhr, gab es im Restaurant für $ 2,50 Pfannkuchen (pancakes) satt zu essen. Aber für europäische Zungen war das ein ziemlicher Fraß. Unmöglich! Grauenhaft!
Susann und ich fuhren dann zur Hütte zurück. Susann kümmerte sich jetzt um die Route, die wir am Montag fahren wollen bzw. müssen. Ich spülte derweil das Geschirr und zuckerte Erdbeeren, die wir etwas später auf unserer Veranda verspeisten. Um 14:00 Uhr nahmen Susann und ich an der letzten Parkveranstaltung teil. Treffpunkt war der Lake Boley. Hier fand eine Tretbootregatta statt, an welcher insgesamt sechs Boote teilnahmen. Das ganze war aber nicht besonders originell organisiert und bereits nach anstrengenden fünfzehn Minuten vorbei. Susann und ich belegten den 4. Platz. Angestrengt hatten wir uns aber nicht besonders.
Jetzt fuhren wir nach Danese, wo wir im Supermarkt noch ein paar Lebensmittel einkauften. Zurück in der Hütte ruhten wir uns einen Moment aus. Susann bereitete dann wieder das Abendessen zu. Es gab Kartoffelpüree mit Rühreiern. Nachdem ich den anschließenden Abwasch erledigt hatte, starteten Susann und ich um 19:00 Uhr zu einer umfangreichen und sehr anstrengenden Wanderung. Am Playground wanderten wir zunächst den Skyline-Trial entlang, den wir ja schon von der Mittwochwanderung her kannten. Unterwegs wechselten wir aber die Richtung und begaben uns auf den schon erheblich schwierigeren Rocky-Trial. Wie der Name schon sagt, ging es auf felsigem Untergrund relativ steil bergan. Wir erreichten jetzt die hübsche Swinging Bridge, die über den wilden Manns Creek führte. Von hier aus ging es jetzt auf den anstrengenden Wanderweg Fisherman's Trial, der am Creek entlang führte. Es war ein rauer und mühseliger Weg, der wirklich über "Stock und Stein" führte. Jetzt kamen wir in die Nähe der Mühle. Von hier aus gingen wir ein Stück an der Park-Straße entlang, ehe es an einem Aussichtspunkt wieder zurück auf den Skyline-Trial ging. Wir genossen eine wirklich einmalig schöne Landschaft und hatten das Glück, einen spektakulären Sonnenuntergang zu betrachten. Dieser anstrengende Wanderweg entsprach genau meinen Vorstellungen. Exakt zwei Stunden sind wir unterwegs gewesen.
Um 21:00 Uhr fuhren wir vom Playground zur Hütte zurück, wo wir unseren stechenden Durst löschten und unter die eisigkalte Dusche gingen. Danach saßen Susann und ich noch auf der Veranda und schrieben in unsere Tagebücher. Kurz nach 23:00 Uhr legten wir uns dann in die Betten, die wir zuvor gründlich nach Spinnen und anderem Ungeziefer durchsuchten.
In dieser Nacht konnten wir relativ gut schlafen. Waschbären an der Mülltonne und surrende Insekten wurden nicht registriert. Zum Morgen hin kühlte es dann wieder deutlich ab, so dass wir den Heizer in Betrieb setzen mussten.
28. Reisetag: Sonntag, 18. Juli 1993
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Letzter Tag im Babcock State Park in West Virginia. Diese Woche ist wie im Flug vergangen. Es war die absolut richtige Entscheidung, hier gleich sieben Tage zu verbringen. Susann und ich standen heute früh um kurz vor 8:00 Uhr auf. Es gab dann wieder Frühstück; danach spülte ich das Geschirr. Gegen 10:00 Uhr fuhren wir zum Playground, wo wir auf der herrlich gepflegten Sportanlage eine Stunde Tennis spielten. Das war bei der Hitze, die auch heute wieder herrschte, eine ziemliche Anstrengung. Aber es brachte großen Spaß!
In der Hütte duschten wir anschließend. Später wollten wir versuchen, auf einer 5 ½ Meilen langen, nicht asphaltierten Straße zum New River zu kommen; ließen es aber nach halber Strecke bleiben, weil die Straßenqualität zu schlecht war. Das musste nicht sein. Wir fuhren stattdessen zum Tanken und dann wieder zur Hütte zurück. Später fuhren wir dann wieder an den Lake Boley, wo wir abermals eine Kanufahrt machten. Von den drei getesteten Booten war das Kanu, das wir heute hatten, das eindeutig beste!
Im Swimmingpool des State Parks erfrischten wir uns anschließend. Susann bereitete in der Hütte danach das Abendessen zu. Es gab Hähnchenschnitzel, grüne Bohnen und Nudeln. Danach erledigte ich wieder den Abwasch. Um 19:15 Uhr fuhren wir erneut an den Lake Boley. Jetzt machten wir eine etwa zwei Meilen lange Rundwanderung um den See. Das war in der Abenddämmerung besonders schön. Anschließend blickten wir noch einmal vom Island in the Sky-Aussichtspunkt auf den wunderschönen State Park. Den restlichen Abend hielten wir uns auf unserer Hütten-Veranda auf. Während der Nacht war es wieder ziemlich warm in der Hütte; trotzdem konnten wir recht gut schlafen.
29. Reisetag: Montag, 19. Juli 1993
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Um kurz nach 6:00 Uhr standen Susann und ich heute letztmals in unserer Hütte im Babcock State Park auf. Danach verfrachteten wir unser Gepäck im Ford Escort, den wir eigentlich heute in Boston hätten abgeben sollen (aber wir haben den Mietvertrag ja verlängert und hoffen nun, dass diese Tatsache bei Hertz in Boston auch angekommen ist).
Um 6:35 Uhr traten wir unsere Weiterfahrt an, die uns unweigerlich immer mehr in die Nähe von Boston führte. Während unserer Fahrt gab es ein schweres Unwetter mit Gewitter und wolkenbruchartigem Regen, der lange anhielt und stellenweise auch noch dichten Nebel mit sich brachte. Das Fahren war ziemlich anstrengend.
Unterwegs frühstückten wir bei Wendy's. Um 10:20 Uhr überquerten wir die Grenze nach Pennsylvania. Um 12:25 Uhr erreichten wir nach rund zweihundertfünfzig gefahrenen Meilen unsere heutige Endstation, das Super-8-Motel in Bedford. Nach dem Einchecken beschäftigte sich Susann jetzt damit, den Aufenthalt in einem weiteren State Park zu arrangieren und einen solchen überhaupt erst einmal ausfindig zu machen. Nicht jeder State Park bot Cabin's zum Übernachten an.
Später fuhren wir dann in das nahe gelegene Bowlingcenter, wo wir acht spannende Runden ausspielten. Allerdings hielt sich meine Leistung heute doch etwas in Grenzen: Gleich zweimal blieb ich unter der magischen 100-Punkte-Grenze!
Im Zentrum des Ortes speisten wir dann in einem Restaurant eine Kleinigkeit. Es war sehr schwül; immer wieder gab es Regenschauer. Wir tankten das Auto voll und fuhren zu unserem Motel zurück. Im moteleigenen Whirlpool nahmen wir ein Bad. Den restlichen Abend verbrachten wir in unserem Motelzimmer. Nach einer langen Woche im Park genossen wir heute mal wieder das amerikanische Fernsehprogramm. Außerdem hatte ich noch in mein Reisetagebuch zu schreiben.
Der US-Bundesstaat Pennsylvania besitzt eine Fläche von 119.291 km2. Die Bevölkerungszahl lag im Jahre 2000 bei 12.281.054. Bevölkerungsdichte: 104 pro km2. Die Hauptstadt von Pennsylvania ist Harrisburg mit einer Einwohnerzahl von 52.376.
Geografie: Pennsylvania grenzt im Westen an Ohio, im Süden an West Virginia und Maryland, im Osten an New Jersey und im Norden an New York. Der Lake Erie bildet die nordwestliche Grenze. Die abwechslungsreiche Landschaft bietet Bergketten, Wälder, Agrarland und malerische Wasserwege und Flüsse. Außerdem gibt es in diesem Bundesstaaten drei Nationalparks, an die 3.000 Seen und Tausende Kilometer an Flüssen und Strömen. Pennsylvania wird wegen seiner geschichtlichen Bedeutung »Wiege der Vereinigten Staaten« genannt.
Ortszeit: MEZ - 6 Stunden (UTC - 5 Stunden); April bis Oktober: MEZ - 5 Stunden (UTC - 4 Stunden).
30. Reisetag: Dienstag, 20. Juli 1993
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Susann und ich standen gegen 6:30 Uhr im Super-8-Motel von Bedford auf. In kürzester Zeit erledigten wir das Verfrachten unseres Gepäcks ins Auto. Um 6:55 Uhr waren wir dann "on the road again". Das Wetter war heute wieder sehr gut. Es war heiter bis wolkig und wieder sehr warm. Leider saßen wir die meiste Zeit nur im Auto. Wir fuhren praktisch ununterbrochen auf dem Pennsylvania Turnpike, einem Highway für den wir eine Maut bezahlen mussten. Die Höchstgeschwindigkeit im US-Bundesstaat Pennsylvania beträgt nur 55 Meilen pro Stunde. Das ist wirklich extrem langsam, zumal die Straßen breit und in erstklassiger Qualität waren. Schneller fahren empfahl sich dennoch nicht, weil besonders hinter Brücken versteckt, oft die Polizei lauerte - und die Strafen für "Speeding" waren nicht unerheblich. Das langsame Fahren konnte einem nach längerer Zeit aber ziemlich auf die Nerven gehen. Wir hatten das Gefühl, überhaupt nicht voran zu kommen.
Unterwegs frühstückten Susann und ich in einer Snack-Bar. Auf dem Turnpike passierten wir in entsprechender Entfernung die Hauptstadt von Pennsylvania, Harrisburg sowie die Großstadt Philadelphia. In der Nähe dieser Großstädte war stets ein erhöhtes Verkehrsaufkommen zu verzeichnen. Mittags verließen wir den Turnpike und fuhren in den Ralph Stover State Park, wo wir eigentlich drei Nächte bleiben wollten. Dieser Park war jedoch ziemlich klein. Offensichtlich waren auch andere Urlauber hier; man konnte aber niemanden sehen. Die Hütten sahen von außen sehr hübsch aus. Es war niemand hier, wo man sich hätte anmelden können. Insgesamt waren Susann und ich von diesem State Park nicht besonders begeistert. So entschieden wir uns kurzfristig, wieder abzufahren. Aber wohin jetzt? Zunächst fuhren wir in die Nähe von Doylestown, wo wir in einem Restaurant eine Kleinigkeit speisten. Susann reservierte derweil die Übernachtung in der Jugendherberge La Anna. Bis dahin waren es aber nochmals einhundert Meilen. Das langsame Fahren ging langsam aber sicher an meine Substanz. Draußen wurde es immer heißer und der Verkehr wurde auch nicht weniger. Nach einiger Zeit war ich total genervt und ziemlich übel gelaunt. Susann bekam das leider ab, obwohl sie mit dem Lesen der Straßenkarte ohnehin schon genug zu tun hatte.
Wir hatten uns ja bereits für die Jugendherberge La Anna im Nordosten des US-Bundesstaates Pennsylvania entschieden. Kurz vor dem Ziel hatten wir uns dann auch noch verfahren. Erst gegen 17:30 Uhr erreichten wir die Herberge. Es war ein hübsches, einfaches Haus und nicht besonders belebt. Wir konnten uns sofort anmelden. Pro Nacht hatten wir $ 8 a“ Person zu zahlen. Susann und ich bekamen ein Zimmer für uns allein. Außer uns war noch eine dreiköpfige Familie aus Maryland hier. Wir kauften noch einige Lebensmittel ein. Susann haute dann ein paar Spiegeleier in die Pfanne. Ich spülte danach wieder das Geschirr.
Danach saßen wir noch etwas auf der Veranda der Jugendherberge. Da viele Mücken unterwegs waren, gingen wir wieder hinein. Später haben wir uns noch angeregt mit dem amerikanischen Ehepaar Bill und Mary aus Maryland unterhalten. Susann hatte in der Gemeinschaftsküche noch einen Kaffee gekocht. Im Zimmer herrschte ein angenehmes Klima, da frische Luft durch das Fenster strömte. Es war jetzt kühler geworden. Direkt vor der Jugendherberge rauschte ein kleiner Bach. Mit dem gurgelnden Geräusch im Ohr schliefen wir schon bald ein. Susann und ich konnten in den Betten hervorragend schlafen.
Zur Information: Seit wir Boston verlassen haben, sind wir 4.310 Meilen gefahren!
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