11. Reisetag: Donnerstag, 1. Juli 1993
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Zum Glück haben wir auch diese Nacht in dem muffeligen Zimmer der Jugendherberge Pippa Passes überstanden. Der Wecker klingelte um 7:30 Uhr. Wir luden gleich nach dem Aufstehen unser Gepäck ins Auto ein. Drinnen gab es noch einen Kaffee von der "Hausdame". Wir verabschiedeten uns und setzten unsere Fahrt um 8:35 Uhr in Richtung Süden fort.
In einem Motel in der Nähe von Whitesburg frühstückten wir sehr lecker. In Whitesburg selbst ging ich kurz zur Post und kaufte ein paar Briefmarken. Über serpentinenartige Straßen ging die Fahrt stellenweise nur sehr langsam voran. Bei Clairfield überquerten wir die Grenze und befanden uns nun im US-Bundesstaat Tennessee. Um 13:25 Uhr erreichten wir unser heutiges Tagesziel, die Kleinstadt Jelico.
Im Motel Days Inn hatten wir uns ein Zimmer reservieren lassen. Wir meldeten uns für zwei Nächte an. Wir bekamen ein schönes Zimmer mit Blick auf den Swimmingpool und die umliegenden Hügel. Da es auch heute wieder extrem heiß und schwül war, war auch ich etwas träge und lustlos. So war ich ziemlich froh, dass Susann einiges an Erledigungen mit übernahm.
In den nächsten zwei Tagen wird es schwer sein, eine Unterkunft zu bekommen, denn am 4. Juli ist der amerikanische Unabhängigkeitstag, den natürlich viele Amerikaner zu einem verlängerten Wochenendurlaub nutzen werden. Außerdem sind jetzt allgemein Sommerferien.
Susann setzten uns am Nachmittag an den Swimmingpool des Motels. Ich badete einige Male. Außerdem las ich in der Zeitung. Auch waren wir kurz in der Stadt Jelico. Abends gingen wir noch in das zum Motel gehörende Restaurant und speisten dort in eiskalter Klimaanlagenatmosphäre. Danach ließen wir den Tag am Swimmingpool langsam ausklingen. Die Nacht im Zimmer war heiß und stickig. Kein Fenster war zu öffnen und auf die Klimaanlage verzichteten wir. Übrigens: Bis dato sind Susann und ich 1.786 Meilen gefahren.
Der US-Bundesstaat Tennessee besitzt eine Fläche von 109.158 km2. Die Bevölkerungszahl lag im Jahre 2000 bei 5.689.283. Bevölkerungsdichte: 50,2 pro km2. Die Hauptstadt von Tennessee ist Nashville mit einer Einwohnerzahl von 510.784.
Geografie: Mehr als die Hälfte des Staates ist bewaldet, und große Teile sind zu Staats- und Nationalparks, Tierreservaten, Wald- und Wildnisschutzgebieten erklärt worden.
Ortszeit: MEZ - 7 Stunden (UTC - 6 Stunden); April bis Oktober: MEZ - 6 Stunden (UTC - 5 Stunden).
12. Reisetag: Freitag, 2. Juli 1993
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Heute sollte es noch heißer werden! Kaum zu glauben, diese Hitze! Den heutigen Tag verbrachten Susann und ich in Jelico, Tennessee. Zunächst frühstückten wir im zum Motel gehörenden Restaurant. Danach fuhren wir kurz in den Indian Mountain State Park, aber dort konnte man nichts besonderes unternehmen.
Zurück am Motel legten wir uns an den Swimmingpool, wo Susann und ich uns einen kräftigen Sonnenbrand holten. Am Pool habe ich in der Tageszeitung gelesen. Natürlich sind wir im Pool auch geschwommen. Im Zimmer ruhten wir uns kurz aus. Am späten Nachmittag fuhren wir dann in den rund dreiundzwanzig Meilen entfernten Ort La Follette, wo wir zunächst in einem großen Einkaufszentrum waren. Anschließend waren wir bei Pizza Hut, wo wir unser Abendessen einnahmen. Zurück in Jelico spazierten wir noch durch die Innenstadt. Anlässlich des unmittelbar bevorstehenden Unabhängigkeitstages gab es einige Musikdarbietungen, die von verschiedenen Bands präsentiert wurden. Das war schon ziemlich super. Besonders die Gospelsongs waren gut anzuhören.
Zurück im Motel Days Inn schrieb ich noch einige Zeilen in mein Reisetagebuch. Der Sonnenbrand machte mir etwas zu schaffen. Susann und ich guckten noch etwas Fernsehen und haben danach bald geschlafen.
13. Reisetag: Sonnabend, 3. Juli 1993
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Gegen 7:50 Uhr klingelte heute Morgen in unserer Unterkunft, dem Days Inn, der Wecker. Es wurde auch heute ein unerträglich heißer Tag - mit Temperaturen von fast 40 °C. Susann und ich packten unser Gepäck zusammen und luden wieder alles ins Auto. Danach meldeten wir uns ab. Wir gingen dann ins Motel-Restaurant, um zu frühstücken.
Gegen 9:00 Uhr brachen wir zu einer weiteren Etappe auf. Wir fuhren durch reizvolle Landschaften weiter in Richtung Süd-Tennessee. Für die einhundertzwanzig Meilen lange Strecke nach Dayton brauchten wir etwa drei Stunden. Auch in Dayton übernachteten wir im Days Inn-Motel, wo wir uns sogleich anmeldeten. Im Zimmer ruhten wir uns zunächst etwas aus. Später fuhren wir dann in ein Einkaufszentrum und speisten im chinesischen Peking House.
Im Motel duschten wir dann. Mein Sonnenbrand an den Schultern setzte mir immer mehr zu. Um 17:45 Uhr fuhren wir dann rund fünfzehn Meilen nach Soddy Daisy an einen Arm des River Tennessee. Hier gab es aus Anlass des morgigen Unabhängigkeitstages eine Reihe von Darbietungen. Der Höhepunkt war ein spektakuläres Feuerwerk, das um 21:45 Uhr entzündet wurde. Das war ein großartiger Anblick. Besonders auch deshalb, weil der Nachthimmel sternenklar war. Auf den umliegenden Straßen herrschte das totale Verkehrschaos.
Nach dem Feuerwerk war es nicht ganz einfach, auf die Hauptstraße zu gelangen. Wir schafften es schließlich und waren gegen 22:45 Uhr zurück am Motel. Bald danach haben wir geschlafen. Da auch in diesem Motel kein Fenster zu öffnen war, war die Zimmerluft schneidend stickig.
14. Reisetag: Sonntag, 4. Juli 1993
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In den USA war heute Unabhängigkeitstag. Susann und ich bekamen davon allerdings nicht so viel mit. Ich fühlte mich heute nicht besonders wohl. Ich hatte schlecht geschlafen und fühlte mich so, als ob eine Erkältung im Anmarsch ist. Auch war ich ziemlich lustlos. Susann wollte heute den Weg zu den Fall Creek Falls wagen. Das wäre eine neunzig Meilen lange Strecke (hin und zurück). Dazu hatte ich wenig Lust. So hielten wir uns heute fast nur im Motel auf. Auf der anderen Straßenseite frühstückten wir in einem Restaurant. Bis zum Nachmittag blieben wir in unserer Unterkunft.
Um 16:00 Uhr fuhren wir dann in ein nahe gelegenes Bowlingcenter, wo wir acht Durchgänge schafften. Ich war in unerwartet guter Verfassung und so erreichte ich gleich in zwei Durchgängen 172 Pins. Allerdings wusste ich nicht genau, ob das ein neuer Rekord war. Insgesamt schaffte ich einen Durchschnittswert von 136 Pins.
Nach dem Spiel fuhren Susann und ich an den See im Zentrum von Dayton, in dem wir ein kurzes Bad nahmen. Danach fuhren wir zu Pizza Hut, wo wir etwas speisten. Puh, danach fühlte ich mich ziemlich überfressen. Im Motel duschte ich dann und erledigte verschiedene Kleinigkeiten. Auch in dieser Nacht war die Luft im Zimmer grauenhaft. Es gab nur die Alternative: Eiskalte Klimaanlage oder fensterlose Stickigkeit. Ich schwitzte jedenfalls wie verrückt.
15. Reisetag: Montag, 5. Juli 1993
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Bereits um 6:00 Uhr standen Susann und ich im Motel Days Inn in Dayton/Tennessee auf. In kürzester Zeit luden wir unser Gepäck ins Auto ein. Um 6:20 Uhr starteten wir zu einer weiteren Etappe in "unserem" Ford Escort, der uns bisher so gute Dienste geleistet hatte.
Gegen 8:50 Uhr hielten wir zu einer Frühstückspause bei Burger King in Lebanon an. Das Frühstück war jedoch unter aller Kanone: Zermanschte Rühreier mit Schinken auf Brot - zusammen geklappt. Ein totaler Fehlgriff.
Um 9:50 Uhr verließen wir den US-Bundesstaat Tennessee und erreichten Kentucky. Schon um 12:15 Uhr verließen wir auch wieder Kentucky. Jetzt überquerten wir den Ohio River und befanden uns nun im Bundesstaat Indiana. Von hier aus war es nur ein Katzensprung bis nach Tell City, wo wir um 12:20 Uhr ankamen. Wir meldeten uns im Days Stop-Motel an und bekamen Zimmer 114 zugewiesen. Auch heute war es wieder unglaublich heiß. Und wieder hatte unser Zimmer keine zu öffnenden Fenster!
Susann war jetzt schon wieder sehr emsig. Sie versuchte eine Übernachtung in einem State Park zu organisieren. Ich ruhte mich derweil etwas aus. Später hatten wir eigentlich vorgehabt, wieder Bowling spielen zu gehen, doch die Anlage war leider geschlossen. Dann gingen wir an den Pool des Motels, badeten und sonnten uns etwas auf der Liege.
In Cannelton fanden wir ein nettes Steak House, wo wir lecker speisten. Das war mal etwas anderes als die ewig gleichen Hamburger! Zurück in unserer Unterkunft schaute ich mal wieder auf den Tachometer des Autos: Seit unserer Ankunft in Boston waren wir 2.354 Meilen gefahren! Im Motel guckten wir dann den Gruselfilm Pet Cemetery (Friedhof der Kuscheltiere). Die folgende Nacht war dann wieder unerträglich. Im Zimmer war es stickig und brütend heiß! An einen erholsamen Schlaf war überhaupt nicht zu denken.
Der US-Bundesstaat Indiana besitzt eine Fläche von 94.328 km2. Die Bevölkerungszahl lag im Jahre 2000 bei 6.080.485. Bevölkerungsdichte: 64,5 pro km2. Die Hauptstadt von Indiana ist Indianapolis mit einer Einwohnerzahl von 766.538.
Geografie: Indiana grenzt im Norden an den Lake Michigan und hat tiefe Täler, Seen, Ebenen, Bergausläufer sowie große Agrar- und Industriegebiete.
Ortszeit: MEZ - 6 Stunden (UTC - 5 Stunden); April bis Oktober (in manchen Teilen): MEZ - 5 Stunden (UTC - 4 Stunden). Im Großteil Indianas gibt es keine Sommerzeit.
16. Reisetag: Dienstag, 6. Juli 1993
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Ich war froh, als diese Nacht in dem stickigen Zimmer zu Ende war. Pünktlich um 7:00 Uhr verließen Susann und ich das Days Stop-Motel in Tell City und starteten zu einer neuen Etappe auf unserer USA-Tour.
Auch heute war es wieder sehr heiß. Im Norden der Großstadt Louisville hielten wir an und legten unsere Frühstückspause ein. In einer Raststätte gab es ein leckeres Buffet. Auf der Weiterfahrt fuhren wir durch wolkenbruchartigen Regen. Um 10:45 Uhr hatten wir unser heutiges Tagesziel bereits erreicht. In Nashville fuhren wir in den  Brown County State Park, wo wir in einer luxuriösen Hütte -mitten im Wald!- unsere Unterkunft fanden. Für zwei Personen waren pro Nacht $ 44 zu bezahlen. Ganz so abenteuerlich wie im Allegany State Park war es hier allerdings nicht. Kochgelegenheiten in der Hütte gab es nicht; dafür aber Fernsehen, Dusche, WC und Fenster, die sich öffnen ließen. Lagerfeuer waren nicht erlaubt. Auch herrschte hier etwas mehr Betrieb. Trotzdem war es wunderschön.
Schon kurze Zeit später fuhren Susann und ich zurück in den Ort Nashville, wo ich gern weitere Fotos entwickelt haben wollte. Dieses war jedoch nicht möglich. Deshalb entscheiden wir uns, in die Großstadt Bloomington zu fahren. In einem riesigen Einkaufszentrum fanden wir einen Shop, wo wir die Aufnahmen innerhalb einer Stunde entwickelt bekommen haben. Die Wartezeit nutzten wir in einem großen Kaufhaus, wo wir ein paar notwendige Dinge einkauften.
Um 14:30 Uhr hielt ich die entwickelten Fotos in meinen Händen. Ich war von den Aufnahmen begeistert! Wir fuhren jetzt in den State Park zurück und ruhten uns etwas aus. Um 18:00 Uhr gingen wir in das parkeigenen Restaurant in der Nähe der Rezeption. Auch hier gab es ein leckeres Buffet.
Zurück in der Hütte schrieben wir Postkarten an Freunde und Verwandte. Auch mein Tagebuch füllte ich wieder mit Notizen. Eine vierköpfige Waschbärenfamilie kam zu Besuch, kletterte auf einen Baum, fraß dort, kam wieder herunter und verschwand im Wald. Wir legten uns dann bald hin, obwohl es hier in Indiana vergleichsweise früh war (eine Stunde Zeitunterschied zur Eastern Time!). Wir hatten uns aber entschlossen, in der "alten" Zeit weiter zu denken. Dieses betrifft auch die Zeitangaben in diesem Tagebuch.
17. Reisetag: Mittwoch, 7. Juli 1993
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Susann und ich standen heute Morgen im  Brown County State Park um 7:30 Uhr auf. Besonders gut fühlte ich mich zunächst nicht. Die ständigen Wechsel zwischen großer Hitze und eisigen Klimaanlagen ließ in mir das Gefühl einer nahenden Erkältung aufkommen.
Susann und ich gingen hinüber in das Hauptgebäude, wo wir lecker frühstückten. Es gab ein Buffet. Danach fuhren wir in die College-Stadt Bloomington, wo dieses Mal Susann ihren Fotofilm zur Entwicklung abgab. Danach wollten wir eigentlich Bowling spielen; die Anlage hatte allerdings nicht geöffnet. Stattdessen fuhren wir in die College Mall, wo wir durch die unterschiedlichsten Geschäfte bummelten.
Um 13:00 Uhr holten wir die entwickelten Bilder ab. Danach fuhren wir nach Nashville zurück. In unserer Hütte im Brown County State Park ruhte ich mich einen Moment aus. Später fuhren wir dann noch einmal nach Nashville zurück und speisten zu Abend. Im State Park fuhren wir dann an den zauberhaften Lake Ogle, wo das Baden allerdings nicht erlaubt war. Ein Bad hätte bei dieser Hitze sicher gut getan. Unterwegs sahen wir viele zutrauliche Rehe.
Als wir zurück an unserer Hütte waren, erlebten wir ein leichtes Gewitter mit allerdings heftigem Regen. Ich schrieb noch in mein Reisetagebuch und Ansichtskarte an Freunde in Deutschland. Natürlich war ich auch heute wieder unter der Dusche. Susann und ich krochen dann unter unsere Decken und schliefen bald ein.
18. Reisetag: Donnerstag, 8. Juli 1993
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Heute Morgen standen Susann und ich um 7:30 Uhr auf. Die Gewitter und Regenfälle der letzten Nacht brachten überhaupt keine Abkühlung. Auch heute wurde es wieder extrem heiß! Trotz der Hitze stand der heutige Tag im Zeichen zweier Wanderungen.
Zunächst begaben wir uns wieder in die Abe Martin Lodge, wo wir frühstückten. Danach fuhren wir an den Lake Ogle, von wo aus wir zur Wanderung Nummer 8 starteten. Wir waren von 10:00 Uhr bis 11:25 Uhr unterwegs. Der Weg führte durch waldiges Gebiet. Wir sahen wieder viele Tiere, darunter zahlreiche Rehe, Eich- und Streifenhörnchen, Vögel und sogar Landschildkröten! Unterwegs legten wir eine zehnminütige Pause ein. Nassgeschwitzt erreichten wir wieder unsere Hütte. Wir gingen sofort unter die erfrischende Dusche.
Anschließend fuhren wir nach Nashville, wo wir ein paar Einkäufe erledigten; wir aßen ein Eis und tauschten Reiseschecks in Bargeld um. Zurück an der Hütte ruhten wir uns etwas aus. Ich las noch in der Zeitung USA-Today.
Später brachen wir dann zu einer weiteren Wanderung auf. Hier fassten wir die Wanderwege 4,5 und 7 zusammen. Dabei umrundeten wir den Lake Ogle und spazierten auf beschwerlichem Untergrund durch das Ogle Hollow Nature Preserve. Wir waren von 15:10 Uhr bis 16:25 Uhr unterwegs. Das war bei brütender Hitze eine ziemliche Strapaze. Aber auch dieses Mal sahen wir eine Reihe von Tieren.
Zurück in der Hütte löschten wir unseren extremen Durst mit eiskalter Cola. Anschließend ging es erneut unter die Dusche. Am Abend gingen wir dann in Nashville essen. Zum Glück fanden wir mal ein Restaurant, wo man draußen sitzen konnte. Garten-Restaurants findet man in den USA äußerst selten. Das Essen schmeckte ziemlich gut.
Auf einer abschließenden Fahrt durch den Brown County State Park machten wir noch einen Abstecher zu den Aussichtstürmen im Norden und im Westen des Parks. Zurück in unserer Hütte guckten wir noch einen Moment Fernsehen. Schade! Dieses war jetzt schon wieder die letzte Nacht im wunderschönen Brown County State Park.
19. Reisetag: Freitag, 9. Juli 1993
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Um kurz nach 6:00 Uhr standen wir heute in unserer Hütte im Brown County State Park auf. Schnell verluden wir all unser Gepäck ins Auto. "On the Road again" waren wir kurz danach. Es standen wieder einige Meilen auf dem heutigen Tagesprogramm, die es zu bewältigen galt. Und das bei barbarischer Hitze, die immer heftiger zu werden scheint.
Ich fühlte mich heute durch unangenehme Ohrgeräusche gehandicapt, die ich seit gestern hatte. als mir Wasser ins linke Ohr lief. Das nervte mich total und genau deshalb fühlte ich mich auch nicht besonders gut. Um 6:45 Uhr haben wir den Brown County State Park verlassen. Um 8:20 Uhr überquerten wir die Staatengrenze Indiana - Ohio. Wenige Minuten später - um 8:30 Uhr - befanden wir uns schon wieder in Indiana, weil wir die Stadt Cincinatti umfahren haben.
Weitere fünf Minuten später befanden wir uns dann im US-Bundesstaat Kentucky und um 9:00 Uhr schließlich wieder in Ohio. Um 9:25 Uhr unterbrachen Susann und ich unsere heutige Etappe mit einem leckeren Frühstück bei Arby's. Um 11:30 Uhr erreichten wir das Days Inn-Motel in Jackson. Es war jetzt brüllend heiß! Und wahnsinnig schwül!
Bis wir unser Zimmer betreten konnten, mussten wir noch einen Augenblick warten - die Reinigungs-Crew war gerade unterwegs. Wir ruhten uns dann etwas aus. Später aßen wir dann etwas in einem benachbarten Restaurant. Wir gingen dann ins Hallenschwimmbad, wo es auch eine Sauna und einen Whirlpool gab. Im nahe gelegenen Bowlingcenter fand um 21:00 Uhr ein Rockkonzert statt, wofür wir jeweils $ 4 Eintritt bezahlten. Leider war es nicht berauschend. Vor allen Dingen war es in der Halle viel zu kalt - die Klimaanlage lief auf vollen Touren!
Kurz nach 22:00 Uhr gingen wir zurück zum Motel. Wir haben noch ausgedehnt geduscht und nach einigen Kuscheleinheiten geschlafen.
20. Reisetag: Sonnabend, 10. Juli 1993
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Um 6:30 Uhr standen Susann und ich heute Morgen im Days Inn-Motel in Jackson auf. Nachdem wir unser Gepäck ins Auto verladen hatten, meldeten wir uns ab und gingen ins benachbarte Frühstückslokal. Auch heute entwickelte sich wieder ein sonniger und sehr heißer Tag.
Um 7:45 Uhr starteten wir zu unserer heutigen Etappe. Um 8:20 Uhr verließen wir den US-Bundesstaat Ohio und erreichten West-Virginia. Hier fuhren wir durch eine besonders reizvolle Landschaft mit vielen Hügeln. Um 11:00 Uhr erreichten wir bereits unsere heutige Endstation, das Days Inn-Motel in Sutton. Dieses hatte schon fast den Charakter eines Nobel-Hotels.
Nach dem Einchecken arrangierte Susann zunächst den Aufenthalt in einem weiteren State Park, der ab Montag geplant war. Später fuhren wir dann zu McDonald's, wo wir eine Kleinigkeit speisten. In einem Pharmacy-Store kaufte ich Getränke und Nivea-Creme ein. Gegen 16:00 Uhr fuhren wir in das nahe gelegene Bowlingcenter nach Flatwoods. Dort spielten wir acht Runden aus, wobei ich einen Schnitt von 124 Punkten schaffte. Leider war auch hier die Klimaanlage wieder sehr kalt eingestellt. Nach dem Spiel aßen wir eine Kleinigkeit bei Dairy Queen. Etwas später fuhren wir noch an den idyllischen Sutton Lake. In der Nähe des Staudamms nahmen wir ein Bad. Den weiteren Abend verbrachten wir im Motel-Zimmer.
Drei Wochen nach Reisebeginn und zwei Wochen vor dem Ende dieser USA-Tour ist es an der Zeit für ein Zwischenresümee. Die Reise in die USA stand zunächst unter keinem guten Stern. Nie zuvor gab es so viele Schwierigkeiten zu bewältigen, wie diesmal. So gut wie alles lief zunächst schief. Meine Unzufriedenheit, in Deutschland zu leben, hat deutlich zugenommen. Aber wie kann man es bloß am schlauesten anstellen, Deutschland zu verlassen und in ein anderes Land umzusiedeln? Auf den ersten Blick ein auswegloses Unterfangen. Meine eben beschriebene Unzufriedenheit erhöhte sich nochmals, wenn man durch dieses großartige Land, USA, reiste.
Erstmals reiste ich nach Übersee in Begleitung meiner Freundin. Das war natürlich auch eine Umstellung für mich. Aber trotz mancher kleiner Streitereien klappte diese gemeinsame Fahrt bisher sehr gut! Susann würde vielleicht die touristisch bekannteren Regionen etwas mehr bevorzugen. Ich hingegen scheute die Konfrontation mit zu vielen Touristen.
Mit der Kreditkarte kann man hier in den USA praktisch alles bezahlen. Eine feine Sache. Man muss eben nur den Überblick behalten und sich die Ausgaben notieren. Die Miete des Autos läuft ebenfalls über Kreditkarte. Hier habe ich allerdings einige Bedenken, denn offensichtlich ist die Mietwagengesellschaft in der Lage, nachträglich Geld einzuziehen - auch wenn man nicht noch ein zweites Mal unterschrieben hat.
Da mir diese USA-Reise so gut gefällt, graut mir natürlich schon etwas vor dem Ende in zwei Wochen. Nach der Rückkehr lauern schon ein paar Probleme auf mich: Soll ich bei meinem Arbeitgeber, der Stadtverwaltung, selber kündigen und eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld riskieren oder nicht? Soll ich gegen meinen Arbeitgeber prozessieren?
Natürlich machte ich mir auch Sorgen um meine Oma, die zuletzt im Harburger Heim "An der Rennkoppel" war.
Mich frustrierte auch etwas der Gedanke, dass dieses vielleicht auf lange Zeit die letzte größere Reise gewesen sein könnte.
Susann und ich haben auf dieser Reise keine näheren Bekanntschaften mit anderen Reisenden oder Einheimischen gemacht. Das liegt natürlich daran, dass wir in den USA bisher immer Doppelzimmer belegt hatten. Auch in den Jugendherbergen! Wir haben wunderschöne Landschaften gesehen und genießen dürfen. Wir fühlen uns unter den US-Amerikanern pudelwohl. Die Menschen mögen vielleicht etwas oberflächlich sein; wir genießen aber deren Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit.
Auch in diesem Zwischenresümee fehlen natürlich einige Eindrücke. Aber das würde jetzt sicher zu lang werden. Der nächste Reisetag wartet schließlich schon...
Der US-Bundesstaat West Virginia besitzt eine Fläche von 62.759 km2. Die Bevölkerungszahl lag im Jahre 2000 bei 1.808.344. Bevölkerungsdichte: 28,8 pro km2. Die Hauptstadt von West Virginia ist Charleston mit einer Einwohnerzahl von 57.287.
Geografie: West Virginia liegt im Appalachen-Gebirge im Osten der USA. Weite Teile des Staates sind Nationalparks, und es gibt keine Großstädte.
Ortszeit: MEZ - 6 Stunden (UTC - 5 Stunden); April bis Oktober: MEZ - 5 Stunden (UTC - 4 Stunden).
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