Michaels Reisetagebuch: Tahiti-Neuseeland-Neukaledonien-Australien-Tasmanien-Thailand - Tasmania

Tasmania


Durch die 240 km breite Bass Strait vom australischen Festland getrennt, liegt die herzförmige Insel Tasmanien, der kleinste Staat Australiens, vor der Küste Victorias. Abgesehen vom noch weitgehend unerschlossenen Südwesten der Insel sowie von ihrem menschenarmen gebirgigen Inneren, verteilt sich die Bevölkerung mehr oder weniger gleichmäßig über den Rest der Insel. Neben dem Großraum Hobart bildet Launceston, das wirtschaftliche Zentrum der Nordostregion, einen zweiten Besiedlungsschwerpunkt.

Das Landschaftsbild der Insel steckt voller Kontraste. Der Südosten und die Nordküste werden landschaftlich durch ausgedehnte Felder, Wiesen und Weiden geprägt. An der Küste im Osten befinden sich malerische Buchten und Strände, imposante Klippenszenerien und im zentralen Hochland Gletscherseen und Moore.Im Südwestteil der Insel findet man eine praktisch unberührte Wildnis aus regenwaldüberwucherten Bergen.

Die günstigen Voraussetzungen bezüglich Klima und Boden bilden die Hauptgrundlage für eine intensive Agrarproduktion. Rund ein Drittel der Inselfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Hier gedeihen bekannte Apfelsorten wie Granny Smith, Golden Delicious und Jonathan. Darüber hinaus beliefert Tasmanien den australischen Kontinent mit den wichtigsten Ingredienzen zweier "Grundnahrungsmittel": grünen Bohnen für die Baked Beans und Hopfen f'ür das Bier. Andere donünierende Bereiche sind die Schafzucht und die Milchwirtschaft. Daneben sind Forstwirtschaft, industrielle Aufbereitung der geförderten Bodenschätze und industrielle Verarbeitung der landwirtschaftlichen Rohstoffe wichtige Stützen der Ökonomie. Die wichtigste Energieressource bleibt die durch die hohen Niederschläge gesicherte Wasserkraft, weshalb sich hier auch Industriezweige ansiedelten. Trotz dieser facettenreichen Wirtschaftsstruktur gehört Tasmanien zu den ärmsten Regionen Australiens.


Anfang der 80er Jahre sollte das einzigartige Ökosystem Tasmaniens mit einem der schönsten Wildflüsse Australiens, archaischen Regenwäldern und bedeutenden archäologischen Fundstätten der Aboriginal-Kultur durch einen Staudamm zerstört werden, was Umweltschützer aber verhinderten. Doch heute plündern Holzfäller Wälder mit Jahrhundert alten, bis zu 80 m hohen Baumriesen für die gefräßige japanische Papierindustrie. Das übriggebliebene karge Land wird dann mit Monokulturen wieder aufgeforstet.

Tasmanien besitzt aber auch Schätze wie Nationalparks und jungfräuliche Regenwälder, in denen Wissenschaftler immer noch Tiere und Pflanzen finden, die Jahrmillionen Erdgeschichte überlebt haben und die bislang noch kein Bestimmungsbuch nennt.