Seuche bedroht Tasmanischen Teufel
Droht dem Tasmanischen Teufel das gleiche Schicksal wie dem Tasmanischen Tiger? Letzterer wurde 1936 zum letzten Mal lebend in freier Natur gesehen und gilt seitdem als ausgestorben. Nun bedroht eine rätselhafte Erkrankung die Population des Beufelteufels. In manchen Regionen Tasmaniens sind bereits bis zu 80 Prozent von Australiens grösstem fleischfressenden Beuteltier Opfer dieser Seuche geworden.
Nach ihren äusseren Symptomen haben Wissenschaftler die Krankheit 'Gesichtstumor des Teufels' getauft. In einem quälend langsamen Prozess breiten sich die Tumore über das Gesicht aus, schwellen langsam an, lassem die Augen zuwachsen und fressen das Gesicht buchstäblich auf. Es dauert Monate, bis das Opfer stirbt, sagt Menna Jones. Die Wissenschaftlerin an der Universität von Tasmanien ist die führende Expertin für Sarcophilus harrisii. Die Ursachen der Krankheit liegen nach ihren Aussagen noch im dunkeln. Ist Umweltverschmutzung der Auslöser der DFTD (Devil Facial Tumour Disease) genannten Krankheit? Wird sie von einem Virus ausgelöst? "Es wurde schon eine grosse Forschungsarbeit geleistet, aber wir haben noch immer kaum einen Hinweis auf diese Krankheit", sagt Jones.
Ein Schwerpunkt der Forschung besteht in der Klärung der Frage, ob DFTD von Tier zu Tier übertragen werden kann. Dazu wurde Anfang dieses Jahres in Tasmanien ein auf mindestens zwölf Monate angelegtes Quarantäneprojekt begonnen. 25 scheinbar gesunde Raubbeutler werden in abgeschotteten Einrichtungen genau beobachtet. Die Exemplare stammen aus dem Westen Tasmaniens, in dem bisher keine Fälle der teuflischen Gesichtskrankheit aufgetreten sind. "Wir wissen aber nichts über die Inkubationszeit der Krankheit. Es können auch im Westen Tiere schon infiziert sein. Die Krankheit ist dort nur noch nicht ausgebrochen", sagt Jones. Das Quarantäneprojekt könnte daher ein Desaster werden. Es könnte aber auch zur Arche für die etwa 70 Zentimeter langen, kompakt gebauten, nachtaktiven Tiere werden. Sollten die Beutelteufel gesund bleiben, stünde ein von Erregern freier Genpool für den Arterhalt zur Verfügung. Die Natur scheint aber auch ihre eigenen Schutzmechanismen zu haben. In Regionen mit hohen Todesraten älterer Tiere überleben mehr Jungteufel.
Schon einmal stand die Spezies fast vor ihrem Aus. Bis etwa zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts machten Bauern Jagd auf den Beutelteufel, den sie im Verdacht hatten, Vieh zu reissen. Der Tasmanische Teufel ist aber ein schlechter Jäger, wie man inzwischen weiss. Er ernährt sich hauptsächlich von Aas.
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