81. Reisetag: Montag, 20. März 1989
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Die neuen Eindrücke in diesem exotischen Land rissen auch heute nicht ab. Länger als 7:00 Uhr kann ich bei der Hitze eh nicht im Bett bleiben. Auf der Dachterrasse des LEK Guesthouses schrieb ich Briefe und Aerogramme. Besonders mit dem Tagebuchschreiben bin ich im Moment wieder etwas im Rückstand. Aber ich schaffte am frühen Morgen immerhin einiges.
 Die tropische Hitze war hier in Bangkok nicht ganz so unangenehm wie beispielsweise im australischen Broome, in Tahiti oder auch in Neukaledonien. Seit unserer Ankunft in Thailand war der Himmel ohne Wolken gewesen. Die Nächte sind sternenklar. Als Alex dann einige Stunden später munter wurde, gingen wir ins Cafe´ unten im LEK Guesthouse, um zu frühstücken.
Daran anschließend begannen wir dann mit einigen Erledigungen. Ich wollte versuchen, bei Banken einen Euroscheck einzulösen, was laut Reisehandbuch möglich sein soll. In einem Reisebüro in der Khao San Road informierten wir uns zunächst über eine Zugverbindung in Richtung Süden nach Surathani. Nach Missverständnissen und einigem Palaver buchten wir eine Nachtfahrt für morgen. Mit Hilfe der Thai-Mädchen im Reisebüro rief ich noch die deutsche Botschaft an und fragte, ob es möglich sei, mir dorthin Briefe schicken zu lassen, was positiv bestätigt wurde. Auch das Telefonieren war nicht ohne Schwierigkeiten möglich.
In einem Fotofachgeschäft ließ ich einen weiteren Film entwickeln. Als ich dann etwas später in die Bank ging, wartete Alex nicht. Er ging weiter, ohne Bescheid zu sagen. Vielleicht hatte er aber auch gar nicht bekommen, dass ich in der Bank verschwunden war. In der eiskalt klimatisierten Military-Bank bekam ich Bargeld auf Kreditkarte. Ich hatte mittlerweile beschlossen, nicht auf jeden Baht schauen zu müssen und so besorgte ich mir Geld, obwohl mein Kontostand schon in den roten Zahlen war. Rückblickend habe ich zwar zu viel Geld ausgegeben, aber in erster Linie gingen die Ausgaben für die Mietwagen, für die neue Nikon-Kamera und für den Tasmanien-Flug drauf. Immerhin hatte ich auch schon neun Fotofilme entwickeln lassen.
Die Prozedur in der Bank, bis ich endlich die Baht 3.000 gegen Kreditkarte entgegen nehmen konnte, dauerte über eine halbe Stunde. Als ich das Bankgebäude verließ, gab es von Alex keine Spur mehr. Der Weg zur Post war lang und kurz vor dem Ziel kehrte ich um, denn ich kam zu dem (späten) Entschluss, dass es gar nicht so notwendig war, dorthin zu gehen.
Plötzlich glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen: In Bruchteilen von Sekunden huschte ein längliches, braunes Tier über den Gehweg und verschwand in einem Laden. Ich erstarrte: Normalerweise konnte so etwas keine Ratte gewesen sein, aber falls es doch eine war, war sie schon sehr groß gewesen. Von den vielen herum stehenden Passanten reagierte niemand überrascht oder gar entsetzt. Wahrscheinlich war man in Bangkok an den Anblick von großen Ratten gewöhnt.
Das Überqueren von Straßen war wirklich lebensgefährlich. Die Autos kamen von überall her. Auch auf den Zebrastreifen wurden Fußgänger massiv angehupt. Die Ampeln für Fußgänger zeigten Ewigkeiten Rotlicht. So langsam kehrte ich in die Khao San Road zurück. Ich hatte mir noch einen kleinen Taschenkalender (für Baht 10) und ein Benetton-T-Shirt für Baht 50 gekauft. Jetzt erst wurden mir die niedrigen Preise hier bewusst. T-Shirts mit den Logos von Benetton, Nike oder Boss waren Fälschungen und deshalb so preisgünstig. Aber man musste schon sehr genau hinschauen, um festzustellen, ob das Hemd echt oder nicht war.
Ich ruhte mich in meinem Zimmer des LEK Guesthouses etwas aus. Zu wenige Stunden hatte ich in den letzten Tagen geschlafen. Von Alex gab es unverändert keine Spur. Später schrieb ich noch einen weiteren Brief nach Hause. Das Eisenbahnticket (natürlich in thailändischer Schrift) hatte ich in der Zwischenzeit abgeholt. Gegen 17:00 Uhr waren auch die Fotos fertig, die ich wieder mit Begeisterung betrachtete. Die Entwicklung der Bilder war preisgünstig gewesen. Erfreut stellte ich fest, dass die Bilder gleich in ein kleines Album eingelegt waren, wo die Aufnahmen durch eine durchsichtige Folie geschützt waren. Von diesen kleinen Alben war ich derart begeistert, dass ich mir zehn weitere davon besorgte. Jedes Album kostete Baht 5. Alle meine Fotos sortierte ich jetzt ein und war nun in der Lage die Fotos blätternd vorzuführen, ohne Angst haben zu müssen, dass Fingerabdrücke auf die empfindlichen Hochglanzbilder kamen.
Erst gegen 19:00 Uhr erschien Alex grinsend. Keine Ahnung, wo er so lange geblieben ist. Er sprach auch nicht weiter darüber. Vielleicht hat er ja auch jemanden "aufgerissen". Eigentlich wollten Alex und ich heute einen ruhigen Abend verbringen, doch dann verfiel ich in den totalen Kaufrausch, weil es hier so viele Sachen gab, die ich gern gehabt hätte und die so unfassbar günstig waren. So kaufte ich mir in den nächsten Stunden eine Rolex-Uhr. Das Imitat kostete nur Baht 400. Eine Soda-Geldtaillentasche kostete nur Baht 100. An alle Preise kann ich mich im einzelnen nicht mehr erinnern. Das Handeln brachte mir riesigen Spaß. Den zuerst genannten Preis habe ich niemals bezahlen müssen.
Nach einem Essen kaufte ich mir ein Paar Nike-Turnschuhe für Baht 400, eine Halskette für Baht 150 sowie Shampoo, Zahnbürste, Zahncreme und Insektenspray. Für einen praktischen schwarzen Tagesrucksack zahlte ich nur Baht 150, eine Rod Steward-Musikkassette kostete Baht 25 und einen herrlich bunten Boxershorts gab es für erstaunliche Baht 130. Die Preise waren unfassbar günstig. Insgesamt hatte ich im Laufe des Tages bestimmt Baht 2.500 ausgegeben, aber ich freute mich sehr über die neu erstandenen Schnäppchen. Ganz sicher war das heute Abend nicht der letzte Kaufrausch, in den ich verfallen war. So langsam begriff ich jetzt auch, warum in Verbindung mit Bangkok immer mit einem Einkaufsparadies gesprochen wurde. Auch Alex hatte sich einiges zugelegt - zum Beispiel einen Geldgürtel und diverse Musikkassetten.
Es war ein schöner Abend gewesen. Wie gut, dass Thailand das letzte Reiseland vor meinem Rückflug war; so brauchte ich die Einkäufe nicht mehr so lange mitschleppen. Alex und ich tranken noch eine Cola und saßen dann noch auf der Dachterrasse zusammen. Hier droben schrieben wir noch einige Ansichtskarten. Die Brise war herrlich angenehm. Es wurde wieder ziemlich spät. Ein Kontrollblick auf meine Rolex zeigte bereits 1:00 Uhr, als wir uns ins Bett legten.
82. Reisetag: Dienstag, 21. März 1989
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Die Nacht warum 7:00 Uhr vorüber für mich. Zuerst ging ich wieder unter die Dusche - ein Muss bei dieser Hitze! Die Toilette war noch immer verstopft. Man stelle sich das so vor: Ich dusche mich und das aus der Brause kommende Dusche plätschert zunächst auf mich und anschließend auf das zu meinen Füßen befindliche WC-Becken, dass voller Kot war. Auch der direkt daneben stehende Plastikeimer mit dem benutzten WC-Papier bekommt immer ein paar Tropfen Duschwasser ab. Im Überlebenstraining benutzt Survival-Experte Rüdiger Nehberg immer gern den Begriff "Ekelüberwindung". Damit kommen wir der Sache hier in der kombinierten WC-Dusche schon ziemlich nahe.
Auf der Dachterrasse schrieb ich dann wieder in mein Tagebuch. Als Alex aufgestanden war, packten wir unsere Sachen zusammen. Drei große Tüten voll Gepäck will ich hier im Gästehaus lassen, denn es ist unsinnig, den Eskimo-Schlafsack, die Jacke und das Zelt mitzunehmen. Bei der feuchten Hitze bietet sich in jedem Fall ein leichter Rucksack an. Die Tüten stellte ich im ersten Stock des Gästehauses unter der Treppe ab. Hier hatten auch andere Traveller ihr Gepäck deponiert. Natürlich habe ich immer ein ungutes Gefühl, wenn ich mich von meinem Eigentum trenne. Zu sehr bin ich mit dem Zurückgelassenen verbunden. Wird schon schief gehen...
Unten im Restaurant frühstückten Alex und ich dann wieder gemeinsam. Die Khao San Road war von Travellern überlaufen. Sehr viele Deutsche hielten sich hier auf. Auffallend viele waren hippie-mässig gekleidet - mit langen Haaren, Bart und Zopf. Gestern hatten Alex und ich in der Stadt einen Frisörsalon entdeckt, in dem auch Thai-Massagen verabreicht wurden. Alex und ich dachten uns, dass man das mal erlebt haben müsse. Eine einstündige Massage sollte Baht 80 kosten. Der Laden machte äußerlich auch einen guten Endruck. Er befand sich mitten in der Hauptstraße. Man musste vorsichtig sein, denn es gab in Bangkok natürlich auch die zwielichtigen Sexmassagen, die mit einer traditionellen Thai-Massage nun wirklich gar nichts zu tun hatten. Trotzdem wussten Alex und ich deshalb noch lange nicht, was uns hinter diesen Türen erwarten würde. Weder Alex noch hatten je eine Massage erhalten.
Schneller als erhofft standen wir vor der Tür des Frisör- und Massagesalons. Es war ein unruhiges Spannungsgefühl. Nicht täglich geht man in Bangkok zur Massage. Wir gingen durch die Tür - auch innen machte der Laden einen guten Eindruck. Aber was sollte das schon heißen? Männer wie Frauen arbeiteten hier. Viele Kunden ließen sich frisieren. Von Massagebehandlungen war nichts zu sehen. Auch das noch: Nach der Begrüßung wurden Alex und ich getrennt. Jeweils nur eine Person konnte zur Zeit in dem abgeschirmten Raum behandelt werden. Alex musste in der Sitzecke Platz nehmen. Ich musste mal wieder als erster dran glauben!
Ein zierliches, hübsches Thai-Mädchen nahm mich in den abgeschirmten Raum mit. Mir wurde ganz anders. Immer noch war ich skeptisch. An Sex in einem Massagesalon in Bangkok im "Aids"-Zeitalter war ich nicht interessieret. Das Mädchen und ich erreichten den abgeschirmten Raum. Drinnen befand sich ein Bett, ein nervös rotierender Ventilator, ein Schrank und diverse Regale. Man brauchte nicht viel Phantasie, um in diesem Separee auch das Zimmer eines Bordells hätte erkennen können. Und überhaupt: Würde so ein zierliches Thai-Mädchen überhaupt kräftemäßig in der Lage sein, mich eine Stunde massieren zu können? Mein Puls schlug mir jetzt bis zum Hals. Meine Nerven waren wie Drahtseile zum zerreißen gespannt. In gebrochenem Englisch sagte das Thai-Mädchen, ich solle mich auf das Bett legen. Ich dachte in meiner Naivität, dass ich mich wohl -wie einer Massage üblich- auf den Bauch legen solle. Aber genau das war ein Irrtum. Ich hatte mich auf den Rücken zu legen. Mein T-Shirt hatte ich mir ausgezogen; nur mit Shorts war ich jetzt noch bekleidet. Die Socken zog mir das Thai-Mädchen aus. Alle Befürchtungen schienen jetzt doch der Wahrheit zu entsprechen: Das Mädchen zupfte an ihrem Gürtel, der um ihre zierliche Taille gelegt war und entfernte diesen kurzerhand. Sie nahm sich einen Slip aus dem Regal und zogen diesen an. Ja - sie zog ihn an. Scheinbar hatte sie noch keinen angehabt. Anschließend zog sie ihren Rock aus und nun stand sie vor mir in Bluse und Slip. Ich erhob mich vom Bett und rief schrill: "No Sex!" - Wahrscheinlich hatte ich sie nun beleidigt, denn Sex schien wirklich nicht zur Debatte zu stehen. Aber es sah doch alles genau so aus! Das Thai-Mädchen schien verlegen zu sein. Wie konnte ich nur so etwas denken? Hier in Bangkok? In diesem abgeschirmten Separee? Nur mit Shorts bekleidet? Auf dem Bett liegend? Wie konnte ich nur!
Den Slip brauchte das Mädchen offenbar, um sich besser bewegen zu können. Sie würde nämlich in der nächsten Stunde gekonnt auf mir herumturnen. Es war wirklich eine Massage, wie sie Buche steht. Aber mein Misstrauen verlor ich noch lange nicht. Zu erotisch sah das alles aus. Ich war schließlich auch nur ein Mann. Zunächst zerrte und zog sie an meinen Füßen. Dann wurden meine Beine von unten nach oben durchgeknetet. Mit ihrem zierlichen Hinterteil saß die Thai jetzt auf meinen Knien. Jetzt rutschte sie höher und massierte mir meine Leistengegend. Aber nie artete es aus! Trotzdem war das hier nichts für leicht erregbare Männer. Die ganze Massage war so unglaublich, dass ich mich nicht in der Lage sehe, sie so genau zu beschreiben. So etwas muss man gesehen haben.
Zwischenzeitlich lag ich auf dem Rücken und konnte nun nicht mehr sehen, was das Mädchen hinter mir anstellte. Nur ihre Hände spüre ich. Aber wie! Wieder massierte sie mir meine Füße. Dann legte sie meine armen Beine über Kreuz und legte sich mit ihrem Federgewicht darauf. Meine Knochen knackten furchterregend. Mit ihrem hübschen Gesicht war das Mädchen jetzt direkt vor meinem. Jetzt massierte sie mich oberhalb der Gürtellinie. Sie konnte sich einen Kommentar nicht verkneifen, als sie meinen kleinen "Schwimmring" an der Taille sah. "Too fat!" lachte sie. Sehr charmant. Ich hatte das Gefühl, die Zeit sei stehen geblieben. Die Massage schien kein Ende nehmen zu wollen. Jetzt stand die kleine Thai auf mir und benutzte meine Beine als Laufsteg. Mit ihren Füßen begann sie jetzt meinen Oberschenkel zu massieren. Wahnsinn! Sie war wirklich sehr geschickt. Zum Schluss knetete sie mir noch im Gesicht herum. Ruckartig riss sie plötzlich meinen Kopf nach links. "Don't break my neck!" flehte ich. Dabei lächelte sie so süß als schien mir etwas zu entgehen.
Während der Massage unterhielten wir uns über ziemlich belanglose Dinge. Mehr war mit ihrem gebrochenen Englisch nicht möglich. Sie strich meine Beine noch mit einer scharfen Salbe ein und danach war ich entlassen! Ich bin nicht umhin gekommen, um mit meiner Kamera ein Erinnerungsfoto zu schießen - per Selbstauslöser. Hoffentlich ist es etwas geworden. - Erleichtert verließ ich jetzt das Separee. Hinten sah ich Alex warten. Dem Thai-Mädchen steckte ich -entgegen der Hinweise in meinem Reiseführer- doch ein kleines Trinkgeld zu. An der Rezeption zahlte ich Baht 80.
Zu Alex sagte ich kein Sterbenswort. Soll er doch selber erleben, was ich eben als Unwissender erlebt habe. Bei einem kühlen Glas Wasser nahm ich in der Sitzecke Platz. Alex kam eine Stunde später grinsend zurück. Bei einer Cola tauschten wir lachend unsere Erlebnisse aus. - In den nächsten Stunden spazierten Alex und ich durch die Einkaufsstraßen unweit der Khao San Road. Auch Alex wollte sich unbedingt noch einen Tagesrucksack kaufen. Ich besorgte mir noch eine preisgünstige Geldbörse und eine thailändische Musikkassette mit einem Ohrwurm drauf, der bestimmt dreimal pro Stunde in den Straßen Bangkoks gespielt wurde. Ein Superlied!
Auch zwei farbenprächtige T-Shirts erstand ich noch. Im LEK Guesthouse holte ich jetzt meinen erleichterten Rucksack ab. Alex und ich fuhren dann für Baht 45 im Tuk-Tuk zum Hauptbahnhof Hualumphong. Bis zur Abfahrt unseres Zuges hatten wir noch drei Stunden Zeit, aber es erschien vernünftiger, dort nicht erst im letzten Augenblick zu erscheinen. Wie nicht anders zu erwarten, wimmelte es auf dem Bahnhof nur so von Menschen. Wie die Ameisen! Aber man bekam alles: Für Baht 10 gab ich mein Gepäck zur Aufbewahrung ab. Es gab Toiletten, Informationsschalter und einen Zeitschriftenstand. Hier entdeckte ich eine deutschsprachige Zeitung, die hier in Thailand gedruckt wurde (ähnlich der Woche, die ich mir in Australien immer besorgt hatte). Offensichtlich war sie eine Informationsquelle für deutschsprachige Urlauber und Geschäftsleute. Tolle Sache! Ich überflog die erste Seite: Bundeskanzler Kohl hat einen Rücktritt seinerseits nach den verlorenen Landtagswahlen von Berlin und Hessen und nach einer internen Abstimmungsniederlage nicht mehr ausgeschlossen. Auf die Zeitung komme ich später noch zurück.
Alex und ich spazierten durch das dem Bahnhof angrenzende Viertel, wo auch viel Ware auf den Straßen feil geboten wurde. An verschiedenen Stellen stank es erbärmlich. In der Zwischenzeit hatte ich erfahren, dass die Hinterlassenschaften der Toiletten ungeklärt entsorgt wurden. So etwas steigert die Seuchengefahr natürlich beträchtlich. Auch außerhalb der Metropole Bangkok soll es ziemlich viele Verunreinigungen geben. Die Thais schmeißen ihren Müll einfach irgendwo hin.
Der Zug nach Surathani stand schon auf Gleis 9 bereit. Personal begleitete Alex und mich zu unseren reservierten Plätzen. Der Zug machte einen guten Eindruck. Die 2. Klasse war von vielen anderen Travellern belegt. Hier gab es nur einen Ventilator; in der 1. Klasse gab es eine Klimaanlage. Alle Fenster waren weit geöffnet. Getränke wurden jetzt gereicht. Wir bestellten ein Abendessen, das in unserem Abteil serviert wurde. Dazu wurde ein Tisch aufgebaut. Die Preise für Speisen und Getränke waren nur geringfügig höher als in der Stadt. Die Betten waren noch hochgeklappt. Pünktlich um 18:30 Uhr setzte sich der Zug zur zwölfstündigen Fahrt in Bewegung. Der komplette Fahrpreis von Bangkok nach Surathani betrug Baht 364. Das war unglaublich günstig.
Alex und ich schauten aus den Fenstern. In den Außenbezirken von Bangkok saßen die Thais auf den Schienen; Kinder ließen ihre Papierdrachen auf dem Bahndamm steigen. All diese Szenen kannte ich bislang nur aus dem Fernsehen. Es wurde dann schon bald dunkel und man konnte nicht mehr aus dem Fenster schauen. Jetzt wurde das Abendessen serviert. Die arme Bedienung musste mit den Tabletts durch den ganzen Zug laufen. Es gab gebratenes Rindfleisch mit Reis. Sehr gut!
Bewaffnete Männer in Uniform befanden sich ebenfalls im Zug - wahrscheinlich war das die Polizei. Die Fahrkarten wurden dann auch kontrolliert. Und immer wieder wurden kalte Getränke angeboten. Die Toiletten waren auch nicht schlechter als im LEK-Guesthouse. Aber an die tiefen Becken werde ich mich wohl zu gewöhnen haben.
Ein Thai war dann dafür zuständig, die Betten auseinander zu klappen und die Decken mit Bettwäsche zu beziehen. Es hatte den Anschein, als ob er diesen Job im gesamten Zug zu tun hatte. Zum ersten Mal würde ich also in einem frisch bezogenen Eisenbahnbett schlafen. Der Thai räumte bei der Gelegenheit auch gleich den herumliegenden Müll weg, der sich nach dem Essen angesammelt hatte. Er öffnete das Zugfenster und beförderte Flaschen, Papier und Verpackungen mit einem schallenden Lachen nach draußen auf das Gleisbett. Das war so unglaublich! Es ähnelte einer Klamottenszene.
Ich kletterte dann hoch in mein Bett. Den Vorhang zog ich zu. Es war ziemlich hell und der rotierende Ventilator war etwas nervig, aber ansonsten war das Bett ausgezeichnet. Alex und ich wurden jetzt auch nicht mehr gestört. Es war angenehm ruhig.
83. Reisetag: Mittwoch, 22. März 1989
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Hin und wieder wachte ich auf, aber insgesamt konnte ich während der Zugfahrt recht gut schlafen. Um 5:30 Uhr verließ ich mein Bett. Jetzt entstand im Abteil auch allgemeine Bewegung. Es wurde ein Frühstück mit Kaffee serviert. Daran nahmen Alex und ich aber nicht teil. Das Personal entfernte die Bettbezüge und die Betten wurden wieder hochgeklappt. Mit halbstündiger Verspätung trafen wir dann um 6:30 Uhr in Surathani ein. Eine ganze Reihe von Travellern stieg hier ebenfalls aus.
Sogleich begannen wieder Stress und Hektik, denn auf dem Bahnhofsgelände standen unzählige Schlepper, die für die Busgesellschaften arbeiteten, die zum Fähranleger fuhren. In einem vollen, klimatisierten Bus fanden Alex und ich schließlich einen Platz und so fuhren wir in den Vorort Ban Don. Die Verbindungen klappten ausgezeichnet. Am Anleger wartete schon die Expressfähre nach Ko Samui. Die Sonne spendete schon zu früher Morgenstunde kräftig Wärme. Das Boot war nicht besonders groß und es war an Deck ziemlich eng. Aber es kamen noch weitere Busse und so war es um die allgemeine Bewegungsfreiheit nicht mehr sonderlich angenehm bestellt. Für die Hin- und Rückfahrt hatten wir Baht 150 zu bezahlen. Die meisten Rucksacktouristen saßen an Deck. Ein fetter, schmieriger Kerl saß ohne T-Shirt in einer Ecke; den Kopf im Schoß einer zierlichen Thai, die er vermutlich käuflich erworben hatte. Voller Wonne streichelte sie seine schlappe Brust.
Das Reisepublikum war anders als in Neuseeland oder Australien. Es gab hier sehr viele Hippies mit langen Haaren und Bärten, die üppig mit Ketten behangen waren und die überdimensionale Ringe an den Fingern trugen. Die einheimischen Fahrgäste saßen alle unter Deck. Viele Ventilatoren sorgten dort für etwas Luftbewegung. Auf der Fähre gab es auch einen Kiosk, wo man etwas trinken konnte. Mit an Bord der Fähre waren Schlepper, die unentwegt Bungalows zur Übernachtung auf Ko Samui vermitteln wollten. Alle hatten Fotoalben mit Abbildungen der Bungalow-Anlagen dabei. Auf den Bildern sah natürlich alles picobello aus.
In der Zwischenzeit hatte sich die Fähre in Bewegung gesetzt. Der Lärm des Motors war ohrenbetäubend - wir verstanden unser eigenes Wort nicht mehr. Die Überfahrt auf die Insel Ko Samui dauerte 2 ˝ Stunden. Auf dem Weg dorthin passierten wir diverse kleinere Inseln. Alex und ich verglichen die Bungalow-Angebote mit den Preisen in unserem Handbuch. Auf Ko Samui legten wir schließlich im Hafen von Nathon an. Natürlich warteten auch hier Schlepper! Hier trafen Alex und ich nun auch unsere Entscheidung. Wir wollten in die Ocean View-Siedlung an der Big Buddha Beach im Norden der Insel. Die über zwanzig Kilometer lange Fahrt dorthin war kostenlos. Mit der Abfahrt geduldeten wir uns aber noch, da Alex unbedingt noch in der Stadt einkaufen wollte.
Der Schlepper hatte noch eine Begleitung dabei und so fuhren wir zu viert im Jeep an die Big Buddha Beach. Den Namen erhielt der Strand von einer turmhohen Buddha-Statue; nur wenige Minuten von der Ocean View-Siedlung entfernt. Schließlich erreichten wir unser Ziel. Die Siedlung mit hübschen Basthäuschen, den Bungalows, lag idyllisch direkt am Strand. Wo das Auge auch hin blickte, gab es Kokospalmen unter azur-blauem Südseehimmel. Herrlich! Unser Bungalow kostete pro Nacht nur Baht 100. Drinnen gab es ein Ehebett unter einem Moskitonetz. Ein Ventilator fächelte Luft zu. Daneben befand sich der Waschraum mit dem üblichen Becken-WC ohne Spülung! Auch hier befand sich die Dusche direkt neben der Toilette. Dicke Geckos flüchteten die feuchten Wände empor.
Unser Bungalow war aber sehr sauber; eine prima Unterkunft zu einem lächerlich geringen Preis. Viele Pärchen wohnten hier. In der Mitte der Siedlung befand sich ein Rondell mit Tischen und Stühlen. Von hier aus hatte man direkten Blick auf das Meer, das spiegelglatt war. Der Sandstrand war paradiesisch weiß. Nirgendwo sahen wir Müll oder Unrat.
Es war erst 12:00 Uhr und eigentlich konnten wir froh sein, schon so früh ein Dach über dem Kopf gefunden zu haben. Diese Siedlung war ein Familienbetrieb und die Bedienung hielt sich bescheiden und unauffällig im Hintergrund. Es gab auch ein Restaurant hier mit etwas höheren Preisen als in Bangkok - aber die Mahlzeiten schmeckten ausgezeichnet.
Ich brauchte nach dem Reisestress erst mal etwas Ruhe. Ich aß ein leckeres Reisgericht mit Rindfleisch und legte mich dann in das Ehebett unseres Bungalows. Für Alex und mich war dieses Ehebett in den nächsten Tagen nun unsere gemeinsame Ruhestätte. Der Schweizer setzte sich jetzt unter das Rondell. Später musste ich dann wieder dringend Tagebuch schreiben.
Hier gab es nur ein kleines Geschäft. Weitere Läden und Behörden gab es in Nathon oder auch am Big Buddha. Alex besichtigte die imposante Statue am Abend. Mobile aus Muscheln klimperten im leichten Luftzug. Der Mond stand silbern am Firmament. Geckos stießen ihre schrillen Laute aus. In der Ferne sangen die Zikaden. Es war ein wunderschöner Abend und ich genoss die Ruhe hier sehr. Der Schönheit dieses Ortes wird man sich wohl erst später richtig bewusst.
Alex und ich kamen noch mit einem älteren Ehepaar aus Deutschland ins Gespräch, das schon monatelang auf Reisen ist. - Niedliche Hunde, die zur Siedlung gehörten, holten sich bei mir ihre Streicheleinheiten ab. Gegen 22:00 Uhr legten wir uns dann unter das Moskitonetz im Bungalow. Zusätzlich sprühte ich den Innenraum mit Insektenspray aus, denn hier gab es reichlich Malariamücken. Der Gestank des Sprays war allerdings entsetzlich.
84. Reisetag: Donnerstag, 23. März 1989
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Um 5:30 Uhr war es mit meinem Schlaf zunächst vorbei, denn ich hatte Magendrücken. Ich verließ mein Bett und lauschte den Hähnen, die in der Nachbarschaft den Morgen krähend begrüßten. Leichte Morgendämmerung zeigte sich bereits am Firmament. Ich spazierte kurz hinunter zum Wasser. Fernes Wetterleuchten zuckte über den Himmel.
Alex konnte auch nicht mehr schlafen. Ich legte mich aber noch einmal kurz hin und stand um 7:30 Uhr wieder auf. Die Temperaturen waren immer gleich. Tagsüber etwa 33 °C und nachts um die 28 °C. Ich genoss das beständig gute Wetter sehr. Der Tag begann mit einem guten Frühstück unter dem Rondell. Für nur Baht 30 wurden uns Toast, Spiegeleier, Hühnchen, Tomaten und Kaffee serviert. Absolut lecker!
Für nur Baht 150 bestand die Möglichkeit, hier ein Motorrad zu mieten. Darauf war Alex mehr scharf als ich. Ich traute den schnellen Zweirädern nicht so recht. Eine Versicherung brauchte nicht abgeschlossen zu werden. Helm, Nierengurt und schützende Lederkleidung gehörten nicht zum Angebot. Wir mieteten das Motorrad für vierundzwanzig Stunden. Alex hinterlegte seinen Schweizer Reisepass und füllte einen Vertrag (ohne Durchschrift) aus.
Es handelte sich um eine kleine Suzuki-Maschine. Gegen 9:15 Uhr starteten wir dann zu einer Inselrundreise; etwa fünfzig Kilometer. Zunächst fuhr Alex das Motorrad. Er gab tüchtig Gas und ich beschwerte mich darüber etwas. Er erinnerte ihn daran, dass wir weder Helm noch Schutzkleidung trugen. Bei einem Sturz würden wir wohl ziemlich alt aussehen. Schließlich musste auch Alex sich zunächst einmal an das Motorrad gewöhnen. Als erstes fuhren wir zur großen Big Buddha-Statue, die sehr sehenswert war. Auch der Panoramablick auf umliegende Inseln und auf das blaue Meer waren wunderschön.
Alex fuhr uns jetzt in Richtung Nathon. Dort befand sich bekanntlich der Fähranleger. Da ich zu sehr über Alex' Fahrstil meckerte, ließ er mich nun fahren. Am kompliziertesten empfand ich die Gangschaltung. Ich fuhr beständig langsam mit 40 km/h. Die Straßen auf Ko Samui war in gutem Zustand. Auch der Verkehr hielt sich in Grenzen. Es wurde aber unentwegt gehupt. Auch ich passte mich dieser Sitte an. Der Fahrtwind fuhr uns durchs Haar; für Erfrischung sorgte er aber nicht. Auf halbem Weg nach Nathon gab es eine Steigung. Im dritten Gang hatte das Motorrad Mühe und so schaltete ich mit einem kräftigen Ruck in den zweiten Gang zurück. Ich hatte größte Schwierigkeiten das Gleichgewicht zu halten. Immer noch fuhr das Motorrad zu langsam und prompt folgte der klassische Fehler: Ich schaltete vom zweiten in den ersten Gang zurück. In Bruchteilen von Sekunden bäumte sich die Suzuki vorne auf. Dabei war die Steilheit des Hügels natürlich zusätzlich behilflich. Zuerst rutschte Alex vom Sitz auf den Straßenasphalt. Und auch ich rutschte mit dem Hinterteil auf die Straße, hielt den Lenker des Bikes über mir - nur so konnte ich den Fall des Motorrads auf mich abwehren. Relativ sanft fiel das Zweirad zur Seite. Wir hatten wirklich Glück im Unglück. Kein schnelles Auto fuhr hinter uns, als wir stürzten. Der Fall ging wie in Zeitlupe vonstatten, so dass dadurch weiteres Übel abgewendet wurde. Ein anderer Motorradfahrer hielt neben uns und wollte helfen, aber Alex und ich waren okay. Keine einzige Schramme!
Wir richteten die Suzuki wieder auf und entdeckten ein paar Kratzer am hinteren Schutzblech. Aber ansonsten schien alles in Ordnung zu sein. Keine Schäden am Blinker, Licht oder Auspuff. Wirklich - wir hatten ziemliches Glück gehabt. Nicht auszudenken, was hier hätte passieren können, wenn wir nur etwas schneller gewesen wären.
Das Zweirad sprang ohne Probleme an. Natürlich fuhr jetzt Alex wieder, der schließlich auch die Verantwortung für das Motorrad hatte. Mit Schwung nahm er nun auftauchende Hügel in Angriff. Wir erreichten die Stadt Nathon, den größten Ort auf der Insel Ko Samui. In der hiesigen Bank tauschte ich einen weiteren Reisescheck um. Wir tranken dann noch eine Cola und fuhren schließlich weiter. Überall war die Insel bezaubernd schön. Palmen waren und bleiben meine Lieblingsbäume. Und davon gab es hier jede Menge.
An den Numuang-Wasserfällen hielten wir an. Wir hatten den Eindruck, dass das Wasser ziemlich verunreinigt war. Dennoch badeten einige Touristen mit spürbarem Vergnügen unter dem Fall. Dicken Mücken hatten hier ihr Brutgebiet!
Ich bin dann noch einmal eine kurze Strecke gefahren, aber Alex war dabei unruhig. Fortan fuhr er die restliche Strecke und er wurde immer sicherer. Viele Touristen sahen wir auch an der Lamai-Beach. Ich hatte mir Schnorchel und Tauchermaske gekauft und ging sofort in das Wasser. Aber farbenprächtige Korallen wie auf Moorea gab es hier nicht zu sehen. Fischer schlugen mit großen Palmenzweigen auf die Wasseroberfläche, um so Fische aufzuschrecken. Am Strand versuchten Thais Saphire an Touristen zu verkaufen. In einem teuren Schweizer Restaurant tranken wir eine Cola und fuhren dann weiter zu einem Aussichtspunkt auf einem Hügel. Erst jetzt stellten wir fest, dass unser Motorrad überhaupt keine Zulassungsnummer hatte. Die Frage war, ob es von Anfang an keines hatte oder ob das Nummernschild nach dem Unfall verloren gegangen war. Letzteres schien der Fall zu sein. Das war wieder ein Mist! Bei allen anderen Motorrädern, die uns auf der Straße entgegen kamen oder überholten, stellten wir Nummernschilder fest - nur an unserem war dieses nicht (mehr) vorhanden.
Als wir unsere Rundfahrt beendet hatten, fuhren wir noch einmal zur Unfallstelle zurück und suchten nach dem möglichen Kennzeichen - umsonst! Entweder ist es hier gar nicht vom Motorrad getrennt worden, weil nie eines da war oder irgendwelche Thais hatten es gefunden und als Andenken mitgenommen.
Mittlerweile tat mir mein Hinterteil vom Sitzen auf dem Sozius weh und deshalb legten Alex und ich eine weitere Cola-Pause ein. Schließlich kehrten wir zur Big Buddha Beach zurück. Alex wollte das Motorrad erst morgen um 9:00 Uhr abgeben. Mir wäre wohler gewesen, wenn dieses heute Abend schon geschehen wäre.
Alex und ich hielten uns den weiteren Nachmittag über im Ocean View Resort auf. Unter dem schattenspendenden Rondell unterhielt ich mich wieder mit dem deutschen Ehepaar, dass wir gestern kennen gelernt hatten. Alex hatte sich etwas hingelegt. Er litt unter einem kräftigen Sonnenbrand. Außerdem hatte er eine blasenähnliche Stelle am Bein, die er mit Betaisodona versorgte.
Am Abend nahmen wir dann wieder ein leckeres Abendessen zu uns. Ich ließ mir scharfe Shrimps mit Reis und Fruchtsalat schmecken. Der Abend war dann sehr ruhig. Nicht viele andere Gäste hielten sich unter dem Rondell auf. Da wir hier nichts weiter unternehmen konnten, legten wir uns zeitig um 22:00 Uhr ins Bett. Das weiße Moskitonetz hing schützend über uns.
85. Reisetag: Karfreitag, 24. März 1989
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Der heutige Tag begann sehr ruhig und war es auch in seinem weiteren Verlauf. Zum Abend wurde es dann aber wieder nervös und nervenaufreibend. Während der Nacht schlief ich schlecht. Ich träumte den puren Schwachsinn. Am Morgen begrüßte uns das gewohnt heiße und sonnige Wetter. Für heute hatten Alex und ich nichts weiter geplant. So nahm ich unter dem Rondell zunächst wieder ein Frühstück ein. Alex hatte derweil noch eine kleine Motorradtour unternommen. Fünfzehn Minuten vor Rückgabefrist lieferte er das Zweirad ab.
Dann gab es die erwarteten Probleme. Natürlich wurde der Kratzer unterhalb des nicht vorhandenen Nummernschildes entdeckt. Ich log und beteuerte, dass dieses nicht unser Verschulden war. Das Gespräch zerschlug sich bald, denn der Eigentümer des Motorrades war nicht da. Er würde erst am Abend wiederkommen. Alex sollte den Motorradschlüssel behalten, ohne -so wurde versichert- Extrakosten für die Miete zu zahlen. Da waren wir natürlich gespannt, was uns am Abend noch erwarten würde. Übrigens: Das nicht vorhandene Nummernschild stand keine einzige Minute zu Debatte, was dafür sprach, dass es nie am Schutzblech gehangen hat!
Ich ruhte mich dann auf dem Bett in unserem Bungalow aus, las in meinem Roman und schlief eine Runde. Später ging ich dann an den Strand und sofort ins Wasser. Leider gab es auch hier keine befriedigenden Schnorchelmöglichkeiten, denn das Wasser war etwas trübe.
Alex und ich gönnten uns mittags wieder ein gutes Essen. Ich schrieb dann diverse Ansichtskarten und brachte mein Tagebuch auf den aktuellen Stand. Anschließend unternahm ich einen kurzen Spaziergang zum mächtigen Big Buddha. Dabei kam ich erbärmlich ins schwitzen. Ich trank dort noch eine Cola, kaufte mir einen Roman und Zigaretten.
Wieder zurück begann dann die Episode mit dem Eigentümer des Motorrads. Natürlich prangerte er den Kratzer am hinteren Schutzblech an und forderte Baht 500 oder die Erneuerung des Teils plus Baht 150 für die erneute Tagesmiete des Bikes. Die geforderten Baht 500 erschienen uns natürlich viel zu hoch - und die Tagesmiete für den zweiten Tag stand schon gar nicht zur Debatte. So gingen die Worte hin und her, ohne das es ein spürbares Ergebnis gab. Den Reisepass von Alex wollte der Thai natürlich nicht herausgeben. In der Zwischenzeit drohten wir mit der Touristenpolizei, die sicherlich auch für solch einen Fall zuständig ist. Wir trennten uns schließlich ohne Resultat!
Ich hatte zwar die Telefonnummer der Touristenpolizei, nur leider hatte die Ocean View Resort-Rezeption kein(!) Telefon. So gingen Alex und ich zu einem benachbarten Beherbergungsbetrieb und riefen von dort an. Zunächst bekamen wir niemanden an den Apparat, der Englisch sprechen konnte. Später beschrieb ich den Vorfall und wir verblieben, dass wir morgen dort auf der Dienststelle aufkreuzen wollten. Das war natürlich auch ungünstig, denn eigentlich wollten wir morgen wieder abreisen. Die Probleme und das ständige Gerede rissen in Thailand nicht ab.
Alex nahm noch ein Bad im Meer, während ich mich unter das Rondell setzte. Der Eigentümer des Motorrads kam dann noch einmal zurück und berichtete, dass er das Schutzblech für Baht 380 nun ausgetauscht hatte. Weiteres ereignete sich zu dem Thema zunächst nicht. Der Tag klang dann wieder mit einem guten Abendessen aus. Herrlich so ein Land, wo man nicht auf jeden Penny schauen musste!
Unsere Gedanken kreisten ständig darum, wie wir Alex' Pass zurück bekommen, ohne die geforderte, hohe Summe zahlen zu müssen. Wir legten uns dann wieder zeitig in das Bett unseres Bungalows. In der Nacht schreckte ich plötzlich auf, denn ich spürte etwas an meinem Rücken. Voller Panik knipste ich das Licht an. Und dann: Eine Kakerlake von unglaublicher Größe wand sich in meinem Bett! Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis wir das Ungeziefer tot geschlagen hatten. Es war sehr widerstandsfähig. Welch ein Graus! Das sind eben die Nachteile der Tropen!
86. Reisetag: Sonnabend, 25. März 1989
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Eine Woche Thailand war nun schon wieder vorüber. Und ohne die Zeit davor als ereignislos darstellen zu wollen, muss ich doch deutlich hervorheben, wie erregend und abwechslungsreich diese eine Woche doch war. Jeden Tag passierte ein anderes "Ding" und von Langeweile -aber auch von Ruhe und Erholung- konnte nicht die Rede sein. Das Zusammenreisen mit Alex klappte gut; Meinungsverschiedenheiten hatten wir bisher nicht. Aber er ist halt ein Einzelgänger, sehr verschlossen und sehr gesprächsfaul. Wenn unsere weitere gemeinsame Reise so gut klappt wie bisher, kann man -glaube ich- ganz zufrieden sein.
Heute Morgen stand aber erst einmal die Fortsetzung der Motorrad-Geschichte auf dem Programm. Geplant war, früh aufzustehen, um erneut zu versuchen, eine gütliche Einigung zu erreichen. Sollte dieser Versuch fehlschlagen, wollten Alex und ich nach Nathon fahren, um dort mit der Touristenpolizei zu sprechen. Unser Gepäck wollten wir gleich mitnehmen. Doch wie so oft kam alles anders als man dachte. Zunächst wachten wir später auf als geplant. Es war 7:15 Uhr, als wir uns aus dem Bett erhoben. Ich hielt mich etwas zurück und Alex sprach mit dem Angestellten des Restaurants. Was sie besprachen, wusste ich nicht. Alex kam einen Moment später zurück und berichtete, dass der Thai "nur" die vereinbarten Baht 150 Tagesmiete haben wollte plus Baht 300 für den Schaden am Schutzblech des Motorrads. Das war ein akzeptabler Kompromiss und so geschah es dann auch. Plötzlich hatte Alex seinen Schweizer Reisepass, den er am Donnerstag als Pfand hinterlegt hatte, wieder in Händen.
Wir bezahlten dann unsere Übernachtungen und verließen die Ocean View-Siedlung. Mit einem urigen Mini-Bus fuhren wir dann nach Nathon. Im Wageninneren gab es nur zwei sich gegenüberliegende Bänke. Für drei weitere Passagiere gab es nur Stehplätze am Heck, wo sie sich auch festhalten konnten. Alex und ich hatten vor, mit der Fähre auf die kleine Insel Ko Phangan zu fahren, die vom Tourismus -laut Handbuch- noch nicht so heimgesucht sein soll. Bis zur Abfahrt hatten wir aber noch ein wenig Zeit und so frühstückten wir gut in einem Cafe´. Erfreulicherweise konnte ich zwei Welt-Zeitungen vom letzten Sonntag und Montag erwerben. Auch der Preis war akzeptabel.
Viele Touristen sammelten sich jetzt am Fähranleger. So einsam schien es also auf Ko Phangan doch nicht zu werden. Noch vor der Abfahrt stürzten sich wieder Schlepper auf uns, die uns Bungalows auf Ko Phangan offerierten. Dunkle Wolken sind über den Bergen von Ko Samui aufgezogen. Das Boot fuhr mit neunzigminütiger Verspätung ab. In diesem ungünstigen Moment fing es an, wolkenbruchartig zu regnen und ich bekam etwas Angst um meine Kamera im Tagesrucksack. Auf Regen war ich gar nicht eingestellt gewesen. So deponierte ich mein Gepäck unter einer dafür vorgesehenen Luke. Die Überfahrt nach Ko Phangan dauerte eine dreiviertel Stunde. Zum Glück hatte der Regen aufgehört, als wir in Ko Phangan anlegten.
Hier folgten nun regelrechte Überfälle von Bungalow-Schleppern. Sie ließen Alex und mich kaum von Bord gehen. In dem Thailand Handbuch machte das Island View den besten Eindruck. Kein Schlepper von diesem Bungalow-Resort war hier allerdings zu sehen. Allerdings hatte er etwas abseits einen Wagen stehen. Ohne große Überlegungen entschieden wir uns für das Island View im Norden der Insel. Asphaltierte Straßen schien es hier nicht zu geben. Auf unvorstellbar schlechten Wegen ging es nordwärts. Der Fahrer fuhr besonders schnell, damit wir jede Querrinne besonders gut spüren konnten! Mit dieser Fahrweise wird er an seinem Auto nicht lange Freude haben. Das war gewiss.
Unterwegs stoppte der Fahrer und lud Lebensmittel für das dortige Restaurant in den Wagen. Jetzt war die Bewegungsfreiheit im Fahrzeug total eingeschränkt. Unterwegs passierten wir das kleine Fischerdorf Chalok Lum. Nach einer dreiviertel Stunde erreichten wir endlich die Island View-Siedlung. Der bewölkte Himmel beeinträchtigte etwas unseren ersten Eindruck. Aber auch hier gab es einen wunderschönen weißen Sandstrand. Die Bungalows machten einen guten Eindruck. Das Basthäuschen lag noch näher am Wasser. Palmen gab es hier auch, aber in erster Linie war die Insel Ko Phangan von Dschungelwald bewachsen.
Unser Bungalow hatte sogar eine Sitz-Toilette - welcher Luxus! Eine Spülung gab es allerdings auch hier nicht. Dafür stand ein 10-Liter-Eimer neben dem Keramikbecken. Auch in einem Spiegel konnten wir uns mal wieder betrachten. Ansonsten schien es hier viele Pärchen zu geben. Der Himmel lockerte mehr und mehr auf und schon bald war es wieder wolkenlos und heiß. Alex und ich gingen in das Restaurant, das unter einem Rondell am Wasser angesiedelt war. Auch hier machte das Essen einen sehr guten Eindruck. Aber nach der Holperfahrt war mir der Appetit etwas vergangen.
Es war dann wieder an der Zeit, meine dritte Anti-Malaria-Tablette Lariam zu nehmen. Gerade nach dem heftigen Regen gab es hier besonders viele Mücken. Nach dem Essen legte ich mich ein wenig unter das Moskitonetz in unserem Bungalow und las die Zeitung, die viel interessantes zu berichten hatte: In einem hessischen Dorf hat die NPD bei den Kommunalwahlen 17,5 % der Stimmen erhalten. Die Krise bei CDU/CSU spitzt sich zu. Konsequenzen und eine mögliche Kabinettsumbildung sind im Gespräch. Immer wieder über einen möglichen Rücktritt von Bundeskanzler Kohl spekuliert. Lothar Späth wird sogar schon als möglicher Nachfolger genannt. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat in einem Testspiel in Sofia die Mannschaft Bulgariens mit 2:1 besiegt. Im Fußball-UEFA-Pokal trifft Bayern München auf Maradona-Club SSC Neapel. Spektakulär ist auch das Los vom . Die Schwaben treffen auf Dynamo Dresden. In der 1. Fußball-Bundesliga führt Bayern München (1:1 beim 1. FC Kaiserslautern) mit fünf Punkten Vorsprung vor Werder Bremen (2:1 gegen Waldhof Mannheim) und dem 1. FC Köln (0:0 beim Karlsruher SC). Der Hamburger SV besiegte zu Hause die Stuttgarter Kickers mit 3:0. Seit 1821 soll es in Deutschland keinen milderen Winter gegeben haben. Der Osterreiseverkehr erfolgte allerdings bei winterlicher Witterung. Es ist ein schönes Gefühl, wenn man sich auch fern der Heimat mit Zeitungen auf dem laufenden halten kann.
Ich nahm dann meinen Schnorchel und meine Tauchermaske und ging kurz ins Wasser. Hier gab es nämlich ein Korallenriff, wo man aber am Ufer nicht so viel von sehen konnte. Morgen werde ich mir vermutlich auch noch Flossen ausleihen. Alex und ich setzten uns gegen Abend wieder unter das Rondell und nahmen ein "Nachtessen" (Schweizer Ausdruck) ein. Ich bestellte mir zur Abwechslung mal einen Hamburger mit Pommes frites und als Nachtisch eine leckere gebackene Banane.
Hier herrschte jetzt viel Betrieb, aber es gab ja auch keine andere Möglichkeit für die Gäste, mal eben kurz wo anders hinzufahren. Hier blieb nur der Dschungel. Ich schrieb dann wieder meinen aktuellen Bericht ins Tagebuch. Durch die aufgestellten Lautsprecher kam ins Ohr gehende Musik. Dieser abgeschiedene Platz auf der Insel Ko Phangan war dazu geschaffen, früh ins Bett zu gehen.
87. Reisetag: Ostersonntag, 26. März 1989
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Heute war Ostern und davon merkte man natürlich in Thailand absolut nichts. Buddhisten feiern diesen christlichen Feiertag nicht. Und wir merkten schon gar nichts davon in unserer abgeschiedenen Bungalowsiedlung auf Ko Phangan.
Außer der Einnahme verschiedener Mahlzeiten passierte heute nicht viel. Es war ein stiller und ziemlich langweiliger Tag. Dazu kam, dass ich bei der Hitze auch ziemlich lustlos war. Bei Alex war es übrigens nicht viel anders. Da er an seinem Bein eine nicht heilen wollende Stelle hatte, die vermutlich doch vom Motorradunfall auf Ko Samui herrührte, verzichtete er auf ein Bad im Meer. Außerdem hatte der Schweizer ziemlich einen Ausschlag an seinen Armen und am Hals.
Ich hingegen lieh mir an der Rezeption noch Schwimmflossen und machte eine kleine Exkursion zu den Korallenbänken. Allein traute ich mich nicht, noch weiter hinaus zu schwimmen. Korallen mit all den Meerestieren, die hier ihre Behausungen hatten, sind phantastisch anzuschauen. Die Temperatur des Meerwassers war so angenehm, dass ich mich gleich in die Fluten stürzen konnte.
Danach frühstückten Alex und ich in aller Ruhe unter dem Rondell. Später spazierten wir bei Ebbe zur Mini-Insel Ko Maa, die nur wenige Minuten entfernt lag. Allerdings gingen wir mit unseren kurzen Hosen und nur mit FlipFlop's an den Füßen, nicht durch den Dschungel. Wir gingen auf eine Cola in das Restaurant der hiesigen Bungalow-Siedlung, das um einiges kleiner war. Hippies bevorzugten dieses Ressort. Während wir die Cola tranken, ließen die Hippies eine überdimensionale Haschpfeife kreisen. Dabei unterhielten sie sich über ihre Krankheiten wie alte Damen beim wöchentlichen Kaffeekränzchen.
Alex und mir gefiel es hier nicht besonders und so gingen wir bald wieder zu unserer Bungalow-Siedlung zurück. Ich legte mich wieder hin und las dabei in der Welt vom letzten Montag. Im Hamburger Lokalderby der Fußball-Bundesliga gewann der Hamburger SV mit 2:1 gegen den FC St. Pauli. Ich wünschte, ich hätte noch mehr Zeitungen dabei. Das war jedoch nicht der Fall.
Mittags schnorchelte ich noch ein wenig und anschließend gab es eine Kleinigkeit zum Mittagessen. Einmal mehr muss ich erwähnen, dass das Reisepublikum hier sehr unterschiedlich zu dem in Australien und Neuseeland war. Die meisten Traveller schienen aus der 68er-Generation übrig geblieben zu sein. Jetzt erschienen vier kahlgeschorene Israelis mit ihren Frauen im Restaurant.
Alex und ich vertrieben uns die Zeit am heutigen Ostersonntag mit einem Scrabble-Spiel, dass wir in einer Ecke gefunden hatten. Außer lesen und faulenzen passierte heute nicht mehr viel. Ich duschte noch, denn mein Haar war durch das Schwimmen im Meer voller Salz! Danach fühlte ich mich frischer. Am Abend saßen Alex und ich wieder unter dem Rondell des Restaurants. Zuvor hatten wir einen traumhaften Sonnenuntergang beobachten können. Trotz der allgemeinen Lustlosigkeit schmeckte das Essen immer. Es war hier aber auch von besonders guter Qualität. Alle Fischerboote, die tagsüber am Ufer angelegt hatten, waren nach Einbruch der Dunkelheit aus Meer zum Fischen gefahren. Bei Nacht sah man ihre am Boot befestigten Lampen in der Ferne leuchten. Alex und ich spielten zwei weitere Partien Scrabble und legten uns dann gegen 22:00 Uhr in unsere Hütte.
88. Reisetag: Ostermontag, 27. März 1989
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Ostermontag. Heute Morgen war nun wieder Aufbruchstimmung bei Alex und mir. Heute war es nicht im entferntesten mehr so langweilig wie gestern. Zunächst nahmen wir unter dem Rondell wieder ein Frühstück ein. Die Übernachtungen und Mahlzeiten wurden erst jetzt -vor der Abreise- komplett bezahlt. Wir hatten uns die Beträge für Essen und Getränke fein säuberlich notiert. Wenig verwunderlich, dass die Abrechnung der Rezeption nicht stimmte. Sie differierte um nicht weniger als Baht 200! Aber letztendlich bezahlten wir nach der üblichen Diskussion nur den tatsächlichen Preis von zusammen Baht 836.
Alex und ich räumten im Bungalow unser Gepäck zusammen. Gegen 10:00 Uhr wurden wir mit dem Privatwagen zum Fähranleger nach Thong Sala gebracht, was uns dieses Mal mit Baht 20 berechnet wurde. Noch acht andere Traveller verließen mit uns heute dieses Bungalow-Ressort und so war es bei der Fahrt auf der bekannt katastrophalen Straße im Wagen extrem eng. Die Hitze kam noch dazu!
In Thong Sala herrschte Hochbetrieb. Wie diese Stadt wohl in ein paar Jahren aussehen wird? Der immer mehr zunehmende Tourismus wird seinen Tribut fordern. Dann wird die jetzt noch ungeteerte Straße wohl eine mehrspurige Avenue sein mit verschiedenen Ampelanlagen, die den Verkehr regeln werden. Ich kaufte noch eine weitere Dose Insektenspray. Bis zur Abfahrt der Fähre hatten wir noch etwas Zeit und so setzten Alex und ich uns noch in ein kleines Restaurant.
Auf dem Boot war es dann wieder reichlich eng. Da sich die Abfahrt um über eine Stunde verzögerte, brieten wir förmlich in der brennenden Sonne. Es war tierisch heiß! Nach der fünfundvierzigminütigen Fahrt nach Ko Samui hatten wir ebenfalls eine längere Wartezeit zu überbrücken. So kaufte ich mir in Nathon noch drei weitere deutschsprachige Zeitungen. Alex und ich setzten uns auch hier in ein Restaurant. Kurz nach 15:00 Uhr ging die Bootsfahrt weiter nach Surathani. Ich war etwas missgestimmt, da Alex meiner Meinung nach, etwas zu wenig unternimmt. Zuletzt musste ich stets die erforderlichen Informationen einholen und zu allem Überfluss liest er auch immer meine -für wieder über Baht 100- eingekauften Zeitungen, ohne sich daran zu beteiligen.
Während der zweistündigen Bootsfahrt las ich in meinem Roman. Gegen 17:30 Uhr erreichten wir den Vorort Ban Don und per Bus ging es in die Innenstadt von Surathani. Von hier wollten wir morgen früh nach Krabi fahren. In der Stadt kam es dann aber zu einem Kurzschluss bei mir, denn noch in Nathon hatte ich mich nach einer Unterkunft für Surathani erkundigt. Dieses Gästehaus lag etwa zwei Kilometer außerhalb der Innenstadt. Dort wollte ich mit einem Tuk-Tuk hinfahren, denn hier an der Bushaltestelle, wo wir ausgestiegen waren, konnte ich nirgendwo ein Gästehaus sehen. Aber Alex weigerte sich, mitzufahren. Was ist passiert? Von einer zur anderen Sekunde gingen wir nun getrennte Wege. Hatte ich das gewollt? Schon nach wenigen Minuten bereute ich meine gereizte Entscheidung. Aber da trat der Fahrer des Tuk-Tuk, in dem ich bereits saß, auch schon kräftig in die Pedalen. Ja, in die Pedalen! Denn die motorisierten Tuk-Tuk's gab es offensichtlich nur in Bangkok. Hier handelte es sich um eine Fahrrad-Rikscha. Surathani war viel größer als ich erwartet hatte. So eine dumme Situation aber auch, die hier plötzlich entstanden war! Mit ein wenig Pech würde ich Alex nie mehr wiedersehen. Natürlich war es auch nicht mein Bestreben, in Thailand allein zu reisen. Das Reisen war hier viel zu schwierig und oft nervenaufreibend. Aber was sollte ich jetzt tun?
In der Zwischenzeit hatte der Rikscha-Fahrer das Gästehaus erreicht. Man sprach hier etwas Englisch und bot verschiedene Touren an. So besaß das Gästehaus einen kleinen Bus, der zweimal täglich nach Krabi fuhr. An der Küche vorbei wurde mir der Rucksack vom Rikscha-Fahrer bis zur Rezeption getragen. Ich erschrak! Was war das, was dort auf dem Kühlschrank mitten in der Küche saß? Ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen: Auf dem Kühlschrank saß eine riesige Ratte! Mein Gott - das durfte doch nicht war sein!
Das Gästehaus war ansonsten sehr sauber und überraschend preisgünstig. Ich hatte nur Baht 60 für die Übernachtung in einem großen Vierbettzimmer zu bezahlen. Bei der Toilette handelte es sich um ein typisch europäisches WC mit Wasserspülung. Unglaublich, wie man sich doch über so etwas freuen konnte.
Insgesamt war meine Stimmung nach der Trennung von Alex tief im Keller. Ich stellte nur noch schnell meinen Rucksack im Zimmer ab und fuhr sofort mit einer Fahrrad-Rikscha zurück zum Busbahnhof, wo ich Alex zuletzt gesehen hatte. Ich musste mich beeilen, denn es wurde bald dunkel. In der Nähe des Busbahnhofes entdeckte ich dann doch ein weiteres Gästehaus. Im dort ausgelegten Anmeldebuch konnte ich Alex' Namen sofort erkennen. Ich fand ihn allerdings nicht sofort, denn er war offensichtlich unter der Dusche. Ich zeigte mich friedlich und irgendwo gab ich um des lieben Friedens willen auch schnell "klein bei". Aber das war es mir auch wert! Alex ließ mich natürlich noch etwas zappeln. Aber wir klärten die Situation dann schnell. Warum nicht gleich so? So gingen Alex und ich in die Stadt, um etwas zu essen. Wir fanden ein recht modernes und luxuriöses Restaurant in der Hauptstraße. Hier kehrten wir ein. Nach der Ratte auf dem Kühlschrank in der Küche des Gästehauses, wo ich übernachtete, war mir der Appetit allerdings etwas vergangen. Dennoch aß ich knusprige Ente mit Gemüse und Reis. Alex und ich tranken zu unserem Essen ein Bier. Der Schweizer gönnte sich als Dessert sogar noch zwei gebackene Bananen. Die schaffte ich beim besten Willen nicht mehr! Aber es war ein tolles Gefühl, immer so hervorragend Essen gehen zu können, ohne aufs Kleingeld achten zu müssen. Alex lud mich übrigens zum heutigen Essen ein - das war seine versöhnliche Geste, um einen Streit beizulegen.
Nach dem Restaurantbesuch ging jeder in sein Gästehaus zurück. Es war kurz nach 21:00 Uhr und ich konnte mein Hotel nicht finden! Wie war das nur möglich? Zum Glück habe ich mir den Namen des Hotels auf Thai aufschreiben lassen und so konnte ich jemanden fragen. Der Grund, warum ich meine Unterkunft nicht auf Anhieb finden konnte, war, dass dort die Sperrgitter herunter gelassen worden waren. So sah das Haus natürlich völlig anders aus als vorhin! Es war kaum zu glauben, aber das Haus hatte schon um 21:00 Uhr geschlossen! Nirgendwo konnte ich eine Tür entdecken. Ich fragte in einem Nachbargeschäft nach und zum Glück zeigte mir das dort arbeitende Mädchen einen versteckten Klingelknopf. Wenige Minuten später wurde das Sperrgitter hochgefahren und ich konnte auf mein Zimmer. Mir fiel ein Stein vom Herzen! Eigentlich war es noch viel zu früh und ursprünglich hatte ich vorgehabt, im Restaurant noch etwas zu trinken und dabei mein Tagebuch auf den aktuellen Stand zu bringen. Daraus wurde nun nichts mehr. Viel schlimmer aber war, dass ich für die bevorstehende lange, warme Nacht keinen Tropfen zu trinken dabei hatte.
Im Zimmer war es sehr warm. Ich ging unter die Dusche und las noch in der Welt-Zeitung. Bei den Fußball-Bundesligaspielen vom Wochenende gab es einige Überraschungen. Der VfB Stuttgart hatte den FC St. Pauli mit 2:1 besiegt. Der klare Tabellenführer Bayern München besiegte Bayer Leverkusen mit 2:0, während Verfolger Werder Bremen bei Borussia Dortmund mit 1:3 unterlag. Mit fünf Punkten Abstand ist nur noch der 1. FC Köln Verfolger. Zwei weitere Ergebnisse: Bayer Uerdingen verliert sein Heimspiel gegen den Karlsruher SC mit 0:3. Kickers Stuttgart schafften ein 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern.
Vom Balkon meines Zimmers hatte ich einen Blick auf eine enge Gasse und auf diverse Hinterhöfe. Ich konnte es wieder nicht glauben: Immer wieder huschten Ratten im Schatten der Nacht über die Wege. Sie stießen quiekende Laute aus. Es war absolut widerlich. Manche dieser Ratten waren groß wie Hasen; andere bekämpfen sich. Ratten sind bestimmt nicht jedermanns Sache; aber niemals zuvor habe ich so viele auf einen Haufen und niemals so große gesehen wie in dieser Nacht hier in Surathani. Ich beobachtete, wie die einige der Ratten durch eine Vogelvoliere liefen. Unruhig flatterten die Vögel darin umher, während unter ihnen die Ratten liefen.
Es war ziemlich laut hier. Ich hörte den Straßenlärm und von irgendwoher hörte ich einen Lautsprecher, durch den die ganze Nacht über jemand etwas erzählte. Schon nach kurzer Zeit plagte mich extremer Durst. Stunden lag ich wach und lauschte den quiekenden und sich beißenden Ratten unten auf dem Weg. Was für eine beschissene Nacht!
89. Reisetag: Dienstag, 28. März 1989
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Die Nacht schien wirklich kein Ende nehmen zu wollen. Hitze im Zimmer, stechender Durst und kein Getränk weit und breit erreichbar! Natürlich hätte ich in meiner Not auch Leitungswasser trinken können, aber dann hätte ich heute vermutlich Durchfall gehabt.
Um 6:00 Uhr stand ich heute Morgen auf und duschte zunächst. Draußen war es hell geworden und von den kämpfenden und quiekenden Ratten war absolut nichts mehr zu sehen. Ich packte meine Klamotten in den in der Ecke stehenden Rucksack und ging hinunter ins Restaurant, wo ich mir bei der sehr unfreundlichen Bedienung die ersehnte Cola bestellte. Ich hatte das Tagebuchschreiben nachzuholen. Später ging ich dann zu Fuß in die Innenstadt von Surathani. An allen Straßenecken wurde ich von irgendwelchen Schleppern angesprochen. Das ging mir mittlerweile schwer auf die Nerven. Mit europäischem Gesicht und einem Rucksack auf dem Rücken durfte man sich wirklich in der Öffentlichkeit nicht mehr blicken lassen.
Trotz der noch frühen Morgenstunde war es bereits wieder sonnig und heiß. Prima, wie man sich hier auf das Wetter verlassen kann. Gegen 8:15 Uhr traf ich in Alex' Gästehaus ein. Er saß bereits am Tisch und frühstückte. Ich tat wenige Minuten später dasselbe. Unser heutiges Reiseziel war Krabi, im Westen des Landzipfels. Dorthin fuhren schnelle und teure klimatisierte Busse. Alex und ich entschieden uns aber für einen Normalbus, dessen Fahrpreis mit nur Baht 50 einem Drittel anderer Busse entsprach. In erster Linie reisten die einheimischen Thais mit diesem Normalbus. Die Fahrt begann um 9:20 Uhr. Es war staubig, aber keineswegs unangenehm in einem solchen Bus zu fahren. Wenigstens konnte man alle verfügbaren Fenster öffnen. Während der Fahrt konnte man so viel beobachten. Der Bus schaffte nur eine Höchstgeschwindigkeit von vielleicht 50 km/h. Der Fahrer hielt häufig an. Während der Pausen hatten die Passagiere die Möglichkeit von Händlern etwas zu kaufen, die durch den Bus gingen oder am Fenster ihre Waren feil boten. Einmal kam ein älterer Thai in den Bus, der einen ausgewachsenen Hahn unter dem Arm trug.
Der Bus war meist voll besetzt. Besonders am Anfang mussten einige Fahrgäste im Gang stehen. Gegen Ende der Fahrt konnte ich mich etwas über die Sitzbank ausstrecken. Nach vier Stunden setzte uns der Fahrer an einer Kreuzung; etwa fünf Kilometer von der Innenstadt entfernt, ab. Bis in die City fuhr er nicht. Das war der Grund für Taxischlepper, uns sofort wieder voll zu labern, als wir den Bus verlassen hatten. Im Minitaxi nach Krabi war kein Sitzplatz mehr frei und so mussten Alex und ich auf dem Trittbrett stehen! In Krabi bot sich uns der Anblick einer normalen Stadt. An jeder Ecke gab es Informationen für Touristen; überall lauerten Bungalow- und Taxischlepper! Furchtbar! Ich wurde gegen dieses permanente Angequatsche zunehmend allergisch und reagierte mehr und mehr unfreundlich darauf. Wir hatten nicht mal mehr die Zeit zum Luftholen - sofort stand jemand hinter uns!
Zunächst tranken Alex und ich eine kalte Cola. Hier entschieden wir uns zur Weiterfahrt zur Phra Nang Beach; etwa zwanzig Kilometer von Krabi entfernt. Die Fahrt dorthin erfolgte wieder in einem Minitaxi. Nur gut, dass alle Fahrpreise so gering waren. Sonst würden wir gewiss arm werden. Bis das Minitaxi voll war, kreiste der Fahrer in der Stadt herum. Dann endlich ging es weiter und wir fuhren durch bizarre Felslandschaften, die phantastisch anzuschauen waren. Als Unterkunft für die Nacht hatten wir die Ao Naung Villa auserkoren, die in meinem Thailand-Handbuch eine gute Kritik bekommen hatte. Die Anlage hielt auch, was versprochen wurde. Hinter einem weißen Sandstrand mit vorgelagerten Inseln lagen sehr viele Bungalows in der üblichen Bast-Verkleidung. Allerdings lagen die kleinen Hütten nicht direkt am Wasser, was uns auch nicht besonders störte. Unser Bungalow besaß ein Bett mit Moskitonetz und Waschraum mit Stehtoilette. Es gab Handtücher, Seife und einen Spiegel. Vor dem Bungalow gab es eine Sitzbank. Ein nettes, kleines Plätzchen, wo wir pro Nacht Baht 150 zu investieren hatten. Es gab ein hübsches Restaurant mit Musik und einer Videoanlage; daneben gab es noch eine Bar. Wir hatten wieder die richtige Wahl getroffen!
Gegen 15:30 Uhr waren wir hier eingetroffen. Wir erfrischten uns jetzt erst mal mit einer Cola. Ich ruhte mich dann etwas aus und las in der Welt. Geduscht habe ich natürlich ebenfalls. Ich war völlig eingestaubt gewesen. Auch mein Rucksack war jetzt eher grau als dunkelblau. Alex ging gleich wieder ans Wasser. Ich war nach der verkorksten Nacht von Surathani schlapp und ausgelaugt. Später nahm ich noch ein erfrischendes Bad im Meer.
Da wir heute noch nicht viel gegessen hatten, gingen wir schon um 18:00 Uhr zum Abendessen in das Restaurant. Ich speiste heute Hühnchen mit Cashew-Nüssen und als Nachtisch wieder eine gebackene Banane. Dann wollte ich noch mit meiner Mutter telefonieren, die heute Geburtstag hatte, aber die Verbindung kam aus mir unbekannten Gründen nicht zustande.
Am Abend passierte dann nicht mehr viel. Alex las in seinem Roman und ich hatte wieder zu schreiben. Aber ganz so friedlich und unproblematisch endete der Tag dann doch nicht. Als ich gegen 21:30 Uhr wieder die Bungalow-Hütte betrat, wimmelte es dort auf dem Fußboden und sogar im Bett(!) von großen, roten Ameisen. Zunächst sprühte ich Insektenspray, aber dadurch entstand unter den Insekten eine Panik und noch viel mehr kamen aus den Nischen hervor. Ich zeigte Alex die Bescherung, der noch etwas länger im Restaurant gewesen war. Für uns stand fest, dass wir hier die Nacht nicht verbringen konnten. Kurzentschlossen ging Alex zur Rezeption und wenige Minuten später kam er mit dem Schlüssel zu einem Nachbar-Bungalow zurück. Skeptisch inspizierten wir auch hier die Lage, aber außer einer Riesenspinne in der Toilette schien es in Ordnung zu sein.
War ich eben noch müde gewesen, so hatte mich die nächtliche Insektenjagd doch wieder munter gemacht. Ich las noch in meinem Buch. Später fixierten Alex und ich das Moskitonetz dann unter der Matratze. Nur ein Gecko gab hin und wieder einen Ruf von sich. Unheimliche Geräusche kamen dann aber doch von der Wand. Es hatte den Anschein, als ob dort ein Frosch saß. Alle halbe Stunde hörten wir von dort einen kehligen, unheimlichen Laut. Aber was wären die Tropen ohne ihre Viecher-Vielfalt?
90. Reisetag: Mittwoch, 29. März 1989
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Gestern ein Tag voller Hektik und Stress; heute nun wieder das komplette Gegenteil. Der heutige Mittwoch war von extremer Tatenlosigkeit und Langeweile geprägt. Trotz der Ungezieferprobleme der letzten Nacht konnte ich letztendlich gut schlafen. Natürlich bekamen wir nicht heraus, welches Tier für die kehligen Laute zuständig gewesen ist. Hier in den Tropen habe ich offensichtlich ein erhöhtes Schlafbedürfnis.
Schon am frühen Morgen brannte die Sonne heißer denn je vom Himmel. Alex und ich gingen wieder zum Frühstück. Zu jeder Tageszeit war es hier geschäftig und nur mit Mühe bekamen wir noch einen guten Tisch. Ich war immer noch so kaputt, dass ich nach dem Frühstück postwendend wieder in unser Bungalow ging und mich noch einmal hinlegte. Dabei las ich ausführlich den Kölner Stadtanzeiger vom letzten Donnerstag mit einer ausführlichen Länderspielreportage. Das Lesen von deutschen Tageszeitungen gehört für mich fern der Heimat zum höchsten Genuss. Zu Hause selbstverständlich; hier ein seltener Luxus.
Über zwei Stunden beschäftigte ich mich mit dem Blatt. Mit dem milden Frühlingswetter in Deutschland scheint es vorbei zu sein. Für die Ostertage wurde nasskaltes Schauerwetter prognostiziert. Damit hatten wir hier zum Glück nichts am Hut. Vor dem Bungalow rauchte ich eine Zigarette und stellte fest, dass über dem bizarren Berg Bewölkung aufzog. Wenig später begann es leicht zu regnen. So ging ich abermals hinunter ins Restaurant, wo Alex in seinem dicken Romanwälzer las. Die Palmen bogen sich schwer im nahenden Gewittersturm. Sekunden ging es dann auch los. Wolkenbruchartiger Regen setzte ein und nur unter dem Dach des "Open Air"-Restaurants war man jetzt noch geschützt. Es blitzte und donnerte kräftig! Es war dunkel geworden und man konnte das nahe Meer vom Restaurant aus nicht mehr erkennen.
Als der Regen etwas nachließ, ging ich zu unserem Bungalow zurück und las weiter. Aber es donnerte und regnete weiter. Dieses Unwetter konnte ich von meinem Bett aus prima genießen. Aus dem Bett kam ich sobald nicht mehr raus. Es hatte unerwartet deutlich abgekühlt. Bis zum frühen Abend hielt der Regen noch an.
Alex und ich gingen gegen 18:00 Uhr in ein benachbartes Restaurant, wo wir wieder ziemlich zulangten. Aber irgendwie erreichte die Qualität der Mahlzeiten nicht mehr die Klasse vergangener Bungalow-Ressorts. Oder sind wir schon wieder zu verwöhnt? Nach dem Essen gingen wir zurück in unser Ressort und tranken dort noch eine Cola. Weder zum Schreiben von Ansichtskarten noch zum Tagebuchschreiben fühlte ich mich heute in der Lage - ich fühlte mich total schlapp und so war es nur wieder eine Frage der Zeit, bis ich mein Bett wieder aufsuchte. Dort beendete ich das Lesen meines Romans Die Augen der Dunkelheit. Kurz danach startete ich den Konsalik-Roman Eine Sünde zuviel.
Gegen 22:30 Uhr knipsten Alex und ich dann wieder das Licht aus und es dauerte nicht lange, bis ich Schlaf fand. Irgendwie fühlte ich mich wie jemand, der an der Schlafkrankheit litt, nachdem ihn die Tse Tse-Fliege angegriffen hatte.
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