Ein 'Rettungsring' fürs Opernhaus
Steigender Meeresspiegel durch den Klimawandel bedroht Sydneys Oper. Experten fordern nun den Bau eines Deichs.
Das berühmte Opernhaus der australischen Metropole Sydney, das sich mit seinen zehn perlenfarbenen, segel- bzw. muschelartigen Dächern auf der Halbinsel Bennelong Point erhebt, könnte in nicht allzu ferner Zukunft vom Meer verschlungen werden: Laut dem Befund einer Gruppe prominenter australischer Umweltexperten wird das hart am Wasser gebaute architektonische Juwel bei einem drohenden ansteigenden Meeresspiegel nämlich überflutet, falls nicht rechtzeitig ein Deich um es herum gebaut wird.
Der Sprecher der Gruppe, der Präsident des australischen Zweigs des International Council on Monuments and Sites, Peter Phillips, erklärte im staatlichen Sender ABC, ein entsprechender Bericht, der einen Dammbau empfiehlt, werde in den nächsten Tagen der Regierung vorgelegt werden.
Doch nicht nur die Oper sei durch steigende Wasser in Gefahr, auch der Bestand anderer wichtiger australischer Stätten sei von den Folgen des Klimawandels bedroht - etwa historische Gebäude der frühen europäischen Siedler und Kultstätten der eingeborenen Aborigines an der Küste, aber auch die berühmte Hütte des australischen Polarforschers Sir Douglas Mawson im von Australien beanspruchten Antarktis-Territorium.
Den rund vier Millionen Bewohnern des im Januar 1788 gegründeten Sydney -eine der schönsten und entspannten Städte der Welt- liegt ihr Opernhaus sehr am Herzen: Das Gebäude, das in der wunderbaren Umgebung des Bennelong Point an der Hafenbucht liegt, die von der wuchtigen Sydney Harbour Bridge imposant überspannt ist, ist seit Jahren die Hauptattraktion für Touristen. Die Oper ist mehr als nur Oper: Auch ein Theater, Konzertsäle, Restaurants und ein Kino sind Teil des Komplexes, dessen Dachmuscheln bis zu 67 Meter aufragen. Das bewunderte Bauwerk entstand nach Plänen des dänischen Architekten Jørn Utzon, der aus einem Wettbewerb der Regierung des Bundesstaates New South Wales 1957 als Sieger hervorgegangen war.
Damals rechnete man mit einer Bauzeit von fünf Jahren und Kosten von sieben Millionen australischen Dollar. Bis zur Einweihung im Jahr 1973 durch die britische Königin Elizabeth II., die Staatsoberhaupt Australiens ist, dauerte es 16 Jahre, die Kosten stiegen auf 103 Millionen Dollar, die zum Gros durch eine Lotterie aufgebracht wurden.
Dazwischen gab es viele Probleme, vor allem, da die Ur-Pläne Utzons nicht umsetzbar waren. Utzon gab schließlich auf, die Oper wurde in reduzierter Form von australischen Architekten fertig gebaut.
Jørn Utzon ließ sich nach eigenen Worten beim Bau der Oper in Sydney von Orangenschalen inspirieren. Weitere Bauwerke sind u.a. das Parlament von Kuwait und die Melli Bank in Teheran/Iran. Er lebte bis zu seinem Tod im November 2008 zurückgezogen auf Mallorca. Ein Porträit des berühmten Architekten könnt ihr hier lesen.
|