Michaels Reisetagebuch: Tahiti-Neuseeland-Neukaledonien-Australien-Tasmanien-Thailand - Malaria und die Anopheles-Mücke

I. Malaria - oft nicht rechtzeitig erkannt!


Eine Malariaerkrankung wird nicht immer vom regelmäßig auftretenden Fieberschüben begleitet. Bei der so genannten Malaria Tropica komme das Fieber sehr unregelmäßig, berichtet die Fachzeitung »Ärztliche Praxis« unter Berufung auf Experten. Diese Variante mache etwa 70 Prozent aller Malariafälle in Deutschland aus. Sie werde dennoch oft nicht rechtzeitig erkannt, was zu Komplikationen wie Krampfanfällen, Spontanblutungen, Schock und Nierenversagen führen könne. Bei verdächtigen Symptomen sollte daher an diese Tropenkrankheit gedacht werden, heißt es. Die Malaria sei eine der häufigsten aus den Tropen importierten Fiebererkrankungen. Jährlich erkranken bundesweit rund 1.000 Menschen; 20 sterben daran.

Der Begriff Malaria kommt aus dem italienischen (mala aria = schlechte Luft). Sammelbezeichnung für Infektion durch Protozoen der Gattung Plasmodium, die durch eine Stechmücke (Anopheles) übertragen werden; zu unterscheiden sind Malaria Tropica (verursacht durch Plasmodium falciparum), Malaria Tertiana (versursacht durch Plasmodium vivax oder Plasmodium ovale) und Malaria Quartana (verursacht durch Plasmodium malariae).

Verbreitung: Trotz intensiver Bekämpfungsmassnahmen ist die Malaria heute weltweit in den Tropen und zum Teil auch in den Subtropen unterhalb 2.000 Metern Höhe verbreitet. Jährlich erkranken ca 100 Millionen Menschen weltweit und 1 Million sterben an der Malaria. Durch zunehmende Resistenz der Plasmodien gegen Chemotherapeutika und der Anopheles-Mücke gegen Insektizide bzw. durch unzureichende allgemeine Bekämpfungsmaßnahmen verschlechtert sich die Situation in vielen Endemiegebieten. In Europa zunehmende Zahl importierter Malaria (Airport-Malaria); endemisches Vorkommen in Europa im Donaudelta und in Teilen der Türkei.

II. Malaria Tropica


Erreger ist das Plasmodium Falciparum. Malaria Tropica ist die schwerste Form der Malaria mit akuter Lebensgefahr. Die Inkubationszeit beträgt im allgemeinen 8 bis 12 Tage.

Symptome: oft sehr uncharakteristischer Beginn, plötzlich hohes Fieber, Schüttelfrost, gastrointestinale Beschwerden, Erbrechen, Benommenheit, Anämie und Ikterus (Erythozytenzerfall) treten ebenso wie Leber- und Milzschwellung frühzeitig auf; führt oft nach wenigen Tagen zum Tod.

Therapie: Chinin, Chloroquin, Sulfadoxin-Pyrimethamin, Sulfalen-Pyrimethamin, Mefloquin und Halofantrin gegen Schizonten, Primaquin zur Beseitigung der Gametozyten.

Komplikationen: gastrointesinale Malaria kann Darminfektionen vortäuschen; zerebrale Malaria mit Hämorrhagien und Nekrosen im Gehirnm infolge kapillarer Stase führt zu unterschiedlichen neurologischen Störungen; kardinale Malaria mit Kollaps und Myokardschädigung.

III. Malaria Quartana


Erreger ist das Plasmodium Malariae, heute seltenste Malariaform. Die Inkubationszeit beträgt 20 - 35 Tage.

Symptome: allmählicher Beginn, Fieberanfall jeden vierten Tag (alle 72 Stunden), Hepatosplenomegalie; Rekrudeszenz nach Jahren noch möglich (bis ca. 20 Jahre nach der Infektion; in Ausnahmefällen noch später).

Therapie: Chloroquin

Komplikationen: Nephropathie (Immunkomplexablagerung in der Niere).

IV. Malaria Tertiana


Erreger ist das Plasmodium Vivax oder das Plasmodium Ovale. Die Inkubationszeit beträgt 8 - 20 Tage.

Symptome: zunächst 3 - 7 Tage uncharakteristisches Initialfieber; anschließend Fieberanfall alle 48 Stunden (jeden 3. Tag) mit 40 - 41 °C Fieber und Schüttelfrost, krit. Entfieberung nach mehreren Stunden; Anämie und Splenomegalie nach längerer Dauer; Rezidive (acht Monate bis zwei Jahre) relativ häufig.

Therapie: Chloroquin, Primaquin

Prognose: Ohne erneute Infektion Ausheilung meist nach zwei Jahren, nicht lebensbedrohlich.

V. Die Anopheles - Mücke


Die Anopheles wird auch Gabel-, Fieber- und Malariamücke genannt. Überträger von Tropenkrankheiten (Malaria, Filariosen und Viruserkrankungen, z. B. O'nyong-nyong-Fieber). Es gibt verschiedene Arten, die aber oft nicht zu unterscheiden sind. Zur gezielten Vektorbekämpfung ist die Artbestimmung durch moderne Methoden (Zytotaxanomie, Isoenzymelektrophorese, DNA-Hybridisierung) erforderlich. Der Entwicklungszyklus der Anopheles ist an stehende Gewässer gebunden; die Larve haftet mit wasserabstoßenden Haaren an der Wasseroberfläche. Erwachsene Anopheles leben von Pflanzensäften; Weibchen saugen menschliches oder tierisches Blut, das sie nachts im Haus oder Freien aufnehmen.

Lest bitte auch die Informationen zum Malariapräparat »Lariam«