Michaels Reisetagebuch: Tahiti-Neuseeland-Neukaledonien-Australien-Tasmanien-Thailand - Bangkok, Thailands pulsierende Hauptstadt

Bangkok, Thailands pulsierende Hauptstadt

Die Zeit wird in der pulsierenden thailändischen Hauptstadt fast immer zu kurz. Vor allem der Mix aus Tradition und Moderne fasziniert Besucher.

Bangkok ist keine Stadt, die sich dem Besucher langsam erschließt. Sie erschlägt einen förmlich. Ohne Vorwarnung. Der erste Schritt aus dem Hotel und die heiße, feuchte und von Autoabgasen geschwängerte Luft nimmt einem den Atem. Und schon steht der schwitzende Besucher mitten im wogenden Leben. In Bangkok ist immer Stoßzeit. Auf dem Gehsteig wie auf der Straße. Autos, Lastwagen, Tuk-Tuk's stauen sich in endlosen Schlangen durch die thailändische Hauptstadt. Immerhin leben hier rund elf Millionen Menschen. Die meisten können sich keine Unterkunft im Zentrum leisten und pendeln täglich vom Stadtrand zur Arbeit. Bis zu zwei Stunden sind sie in jede Richtung unterwegs ...

Wie in vielen asiatischen Großstädten faszinieren auch in Bangkok die Gegensätze: Neben spiegelnden, ultramodernen Hochhäusern die bunten, reichverzierten Tempel; neben achtspurigen Stadtautobahnen die engen Klongs - Kanäle, auf denen der Reisende in eine andere Welt, eine andere Zeit transportiert wird. Faszinierend die Märkte. Der Duft der Gewürze. Die exotischen Waren.

Luft und Menschenmassen stauen sich beim Königspalast und dem benachbarten Wat Phra Kaeo. 1782 unter Rama I. gebaut, sind sie die meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Thailands. Auch wenn der berühmte Smaragdbuddha im Wat (= Tempel) nur aus Jade gefertigt ist und leider nicht fotografiert werden darf: Sehenswert ist er allemal. Farbenprächtige Wandgemälde gibt es hier zu bestaunen, angsteinflößende Dämonenstatuen, und über allem glänzen mit Blattgold verzierte chedis, wie die typischen, spitz zulaufenden Türme genannt werden.

Heute herrscht Rama IX. über Thailand, bei uns ist er als König Bhumipol bekannt. Die Thais verehren ihn wie einen Gott, Majestätsbeleidigung wird streng bestraft. Wie ein Schweizer erfahren musste: Er wurde Ende März 2007 zu zehn Jahren Haft verurteilt, weil er stark betrunken öffentliche Porträts des Herrschers mit Farbe besprüht hatte. Später zeigte sich der Monarch milde und begnadigte den Mann.

Bangkok ist nicht nur die heißeste Hauptstadt der Welt, sondern auch die mit dem längsten Namen. In der Landessprache besteht er aus 163 Buchstaben. Die können sich auch die Einheimischen nicht merken und nennen die Metropole einfach Krung Thep, Stadt der Engel.

Genauso passend wäre die Bezeichnung "Stadt des Einkaufens". Es gibt nichts, dass es in Bangkok nicht gibt. Von teuren Luxuswaren bis zu Billigkopien von Markenartikeln. Manche Märkte sind hier größer als viele Orte in Österreich. Zwischen Ständen mit Uhren, Einrichtungsgegenständen, Kleidung, lebenden Tieren, Elektronikartikeln, Blumen, Lebensmitteln, Medikamenten oder Ersatzteilen lässt man sich treiben. Hier findet jeder etwas. Einkaufen macht glücklich, wenn alles so günstig ist.

"Alles", schließt auch die Hotels in Bangkok ein. Hier ist eine erstklassige Unterkunft auch für Normalsterbliche erschwinglich. Und wer es wirklich luxuriös mag: Hollywood-Stars und gekrönte Häupter steigen im legendären The Oriental am Chao-Praya-Fluss ab, das regelmäßig zum besten Hotel der Welt gekürt wird.

So wie die thailändische Küche vielen als die beste der Welt gilt. Wer Meeresfrüchte liebt, kommt voll auf seine Rechnung. Zum Beispiel im Seafood Market Restaurant auf der zentralen Sukhumvit Road: Hier lädt der Gast Fische, Muscheln und Shrimps noch im Rohzustand in einen Einkaufswagen und schiebt diesen zu einem Koch. Der brät, kocht, frittiert oder grillt je nach Wunsch das Auserwählte. Das folgende himmlische Dinner ist der passende Abschluss eines Besuchs in der Stadt der Engel ...