Der weisse Himmel auf Erden
Regenwald, Riff oder schneeweiße Strände: Die dutzenden Inseln am Great Barrier Reef bieten für jeden Urlaubsgeschmack das Passende
Der Himmel liegt am Boden und ist weiß. Wie Schnee, der nie schmilzt, hat er sich an das Ufer gelegt. Man könnte meinen, Eiskristalle hätten so manchen Felsen überzogen und gefrorene Blumen entstehen lassen.
Mit Superlativen muss man zwar sorgfältig und sparsam umgehen, doch der Whiteheaven Beach in der Whitsundays-Inselgruppe an der australischen Ostküste zählt nicht nur zu den schönsten Stränden Australiens, sondern der Welt - wären da nicht noch andere Touristen (dem Himmel sei Dank, nie zu viele), die ihn (verständlicherweise) sehen wollen und wären da nicht die Wasserflugzeuge, die laufend vor dem Strand landen. Man sollte nach oben schauen, bevor man ins Meer geht.
Schade, dass man den Whiteheaven nicht für sich alleine haben kann. Türkisblaues Wasser, feinster weißer Sand, üppiger Regenwald - kombiniert mit der bunten und reichhaltigen Unterwasserwelt des Great Barrier Reef sind die Zutaten für einen Urlaub nahezu perfekt - wären da nicht die Jellyfishes, die giftigen Quallen, vor denen gewarnt wird. "In Küstennähe, nahe von Flussmündungen, ist die Gefahr groß", sagt Bob, Kapitän der Coraltrekker, einem Segelschiff, das von Airlie Beach aus mehrtägige Touren zu den Whitsundays offeriert. Urlaubern wird daher empfohlen, immer einen Stingersuit (dünner Schutzanzug; Stinger ist eine Quallenart) zu tragen. Es kostet wirklich Überwindung, sich beim Schnorcheln und Schwimmen mitten in dieser paradiesischen Kulisse in diese Kunsthaut zu pressen.
Von Airlie Beach und Shute Harbour aus werden Mehr-Tages-Trips zu einigen der 74 Inseln angeboten, die man als Fixpunkt einbauen sollte. Für Australien-Reisende, die das Barrier Reef sehen und erleben wollen, stellt sich allerdings die Frage, welche der dutzenden touristischen Inseln einen Besuch wert sind.
Meiden sollte man Green Island und Fitzroy Island - sie sind überlaufen. Von Cairns aus erreicht man andere Inseln, die wahrlich paradiesisch sind: Dunk Island zum Beispiel, die schönste Regenwald-Insel Australiens, auch als die Insel des Friedens und Überflusses bezeichnet - wegen seiner Ruhe, seines üppigen Regenwalds und seines großen Angebots.
Von Dunk Island erreicht man übrigens Bedarra Island - eine der Luxusinseln Down Unders, auf der regelmäßig Stars wie Popmusiker Justin Timberlake oder Model und Filmstar Cameron Diaz urlauben: Auf der Luxus-All-Inclusive-Insel Bedarra gibt es 16 exklusive Villen und daher Platz für maximal 32 Gäste.
Mit Lizard Island lockt eine Flugstunde nördlich von Cairns eine weitere Luxusinsel, die bei jedem Besucher die Bezeichnung 'paradiesisch' auslöst. Es ist aber nicht nur der Sand und das türkisblaue Wasser, sondern auch das Riff mit seiner farbenprächtigen Unterwasserwelt: Lizard Island ist neben Green Island, Lady Elliot Island (bei Bundaberg) und Heron Island (bei Gladstone) eine der vier Inseln, die direkt auf dem Korallenriff entstanden sind - ein Paradies für Taucher.
Doch von fast allen Inseln am Great Barrier Reef werden Tauchtrips angeboten. Wer nicht taucht, kann aus einer Vielzahl von Wassersport-Aktivitäten wählen. Wie etwa auf Brampton Island, das ein echter Geheimtipp ist.
Schon der Landeanflug wird zum Erlebnis, weil sich nahe der Landebahn immer Kängurus tummeln - auch am Green des Golfplatzes sind sie die Attraktion. Auf Brampton Island kann man aus 52 Aktivitäten wählen, zu denen Gäste aber nie verpflichtet werden. Aufzwingen sollte man Besuchern nur eines - den Dinghy Bay West. Der ist neben dem Whiteheaven Beach einer der faszinierendsten Strände des Great Barrier Reef, er ist mit einem natürlichen Spa 'ausgestattet'. Bei Ebbe bleibt durch das rasche Zurückfließen des Wassers Luft im Sand. Wenn bei Flut das Meer wieder kommt, sprudeln bei jedem Tritt hunderte Blasen auf - der ganze Strand wird zum Whirlpool.
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