Neuseeland: Von der Schöpfung reich beschenkt
Am schönsten Ende der Welt sollte sich der Erstbesucher auf einige der Top-Ziele konzentrieren. Vorschläge für eine runde Neuseeland-Premiere
Hochgebirge voller Schneegipfel, blitzsaubere Flüsse und Seen, Fjorde, aktive Vulkane und Geysire, weit ausladende Sandstrände, immergrüne Wälder und saftige Wiesen, stille Meeresbuchten, Wasserfälle und Gletscher - die Schöpfung hat Neuseeland reich beschenkt mit Landschaften von exquisiter Schönheit.
Dazu kommen als Tüpfelchen auf dem 'i' eine nur hier heimische Flora und Fauna, saubere Luft, interessante Städte. Wir haben es zu tun mit einem Sehnsuchtsziel der Kontraste, wo nur vier Millionen Menschen leben, aber fast 40 Millionen Schafe.
Welche Regionen des sympathischen Inselstaats im südwestlichen Pazifik sollte die erste Reise einschliessen? Wieviel Zeit braucht man dafür? Mindestens drei, besser vier Wochen (oder gern mehr) muss man für Neuseeland einplanen. Wer sich bloss 14 Tage zubilligen kann, ist gut beraten, sich auf eine der beiden Hauptinseln -die nördliche oder die südliche- zu beschränken. Oft wird die Ausdehnung des Landes unterschätzt. Neuseeland ist mit seinen 270.534 Quadratkilometern nur um etwa 25 Prozent kleiner als Deutschland.
Ein Viertel der Gesamtbevölkerung lebt auf der 151.000 Quadratkilometer grossen Südinsel mit neun Nationalparks, wo es gemächlicher zugeht als im Norden. Das Chrakteristische der etwas kleineren Nordinsel sind die Thermalgebiete und Vulkane, vier Nationalparks sowie die Maori-Kultur, während die Südinsel von den Alpen geprägt wird und mehr Gelegenheiten zu Tierbeobachtungen in der Wildnis bietet (zum Beispiel Pinguine, Wale, Delfine und Robben). Neuseeland-Einsteiger konzenrieren sich am besten auf einige der Top-Ziele; anderes lässt sich auf spätere Reisen vertagen - denn fast jeder Gast will wiederkommen.
Dies ist eine für Anfänger empfehlenswerte Route, beginnend mit der Nordinsel: Auckland - Rotorua - Taupo - Wellington. Dann per Fähre zur Südinsel: Picton - Christchurch - Mount Cook - Wanaka - Queenstown - Dunedin - Christchurch (Abflug).
I. Grösste Städte: Auckland, das Tor zum Kiwi-Country, ist Neuseelands einzige Millionenstadt (1.300.000 Einwohner). Die dynamische Metropole im nördlichen Teil der Nordinsel begeistert mit einer Fülle an Sehenswürdigkeiten. Ein Wahrzeichen Aucklands ist der 1997 fertiggestellte Sky Tower, 328 Meter hoch: Drei Aussichtsplattformen bieten sagenhafte Ausblicke (siehe Foto). Die City of Sails (Stadt der Segel) liegt am Hauraki Gulf, der mit seinen Inseln und Buchten voller Ausflugsziele steckt.
Neuseelands Hauptstadt Wellington (425.000 Einwohner) im Süden der Nordinsel ist -entgegen einem gängigen Vorurteil- kein müdes Provinznest. Zu ihren Attraktionen zählen der Naturhafen, eine Cable Car wie in Hongkong, das Nationalmuseum Te Papa, Regierungsgebäude und ein üppiges Kulturleben. Wellington ist bekannt als Windy City wegen der häufigen, teils stürmischen Winde von der nahen Cook Strait; sie trennt Nord- und Südinsel.
Christchurch am Avon River, mit 335.000 Einwohnern grösste Stadt der Südinsel, gilt mit dem Beinamen Garden City als ausgeprägt englisch. In ihrem Zentrum, am Cathedral Square, steht ihr Wahrzeichen: die neugotische Kathedrale von 1881. Fast so berühmt wie die Kirche ist The Wizard, ein skuriler Redner, der seit 30 Jahren auf dem Square ein amüsiertes Publikum unterhält (November bis März, wochentags von 13 bis 14 Uhr).
Rund 360 Kilometer südwestlich von Christchurch liegt Dunedin. Die Hafenstadt, 1848 von schottischen Siedlern gegründet, war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts finanzielles und geistiges Zentrum Neuseelands. Heute fungiert Dunedin (120.000 Einwohner) in erster Linie als Universitätsstadt. 25.000 Studenten aus aller Welt bescheren dem historischen Stadtbild eine lebhafte Atmosphäre. Mittelpunkt der City ist der achteckige Platz The Octagon mit der St. Pauls Cathedral.
II. Die Nordinsel: Bay of Islands, eine faszinierende Meereslandschaft von 144 Inseln (Northland, 240 Kilometer nördlich von Auckland). Hauptort ist Paihia: Hier starten Bootsausflüge, ausserdem Bustouren zum Cape Reinga, der Nordwestspitze Neuseelands.
Die Thermalgebiete in und rund um Rotorua, dem Touristen-Zentrum, mit den heissen Fontänen der Geysire, blubberndern Schlammteichen und dampfenden Erdlöchern. Hier wird deutlich, wie unruhig Neuseelands Unterwelt ist.
Der Tongariro-Nationalpark mit drei aktiven Vulkanen, südlich des Lake Taupo gelegen (grösster See des Landes). Tongariro, im Winter eine Skiregion, gilt als populärstes Wandergebiet der Nordinsel. Der Ferienort Taupo ist ein günstiger Ausgangspunkt für Parktouren.
Die schönsten Strände finden Sonnenanbeter auf der Nordinsel im Norden und Osten. Entlang der beschriebenen Reiseroute sind das die Northland-Region (östlicher Küstenstreifen) und Waiheke Island im Hauraki-Gulf (vor Auckland).
III. Die Südinsel: Die Marlborough Sounds an der östlichen Spitze bilden ein Labyrinth aus blauen Meeresarmen, einsamen Buchten und Inseln. Als Standort eignet sich das Städtchen Picton am Queen Charlotte Sound.
Einzigartig: Die Alpen (Southern Alps) im Westteil der Südinsel mit Gletschern, Seen und Fjorden. Von den 27 Bergen über 3.000 Meter beherrschen 22 den Mount Cook Nationalpark (darunter Neuseelands höchster Berg, der Mount Cook [siehe Foto]: 3.754 Meter). Weiter in Richtung Südwesten führt der Weg zu den schönsten Ferienorten mit Hochgebirgs-Kulisse, Wanaka und Queenstown.
Ein Tierparadies vor der Haustür von Dunedin ist die leicht zugängliche Otago-Halbinsel mit Gelbaugen-Pinguinen, Robben und Königsalbatrossen, die hier in der weltweit einzigen Festlandskolonie dieser Seevogel-Art versammelt sind.
Die besten Strände der Südinsel, von Picton aus zu erreichen, liegen an der Nordküste (Tasman Sea): der Ferienort Nelson -sonnigste Stadt Neuseelands- und die Küste des Abel Tasman-Nationalparks.
IV. Richtung Abenteuer: Bungy Jumping, Rafting, Jet Baoting, River Surfing, Kayaking, Paragliding, Skydiving, Rap Jumping, Mountainbiking - Neuseeland glänzt auch als Dorado für Abenteuer-Tourismus. Als Action-Metropole weithin berühmt: das lebhafte (und teure) Queenstown. Die Touristen-Hochburg der Südinsel, aber auch das ruhigere Wanaka, wandeln sich im Winter zu beliebten Skigebieten. Tollkühne Aktivitäten sind an vielen Plätzen des Landes möglich, zum Beispiel in Auckland der Sprung vom Sky Tower.
V. Die Maori: Die Maori (Bevülkerungsanteil 15 Prozent) nennen Neuseeland Aotearoa, das Land der langen weissen Wolke. Die meisten von ihnen leben auf der Nordinsel. Informationen über das Dasein und die Kultur der Ureinwohner vermittelt unter anderem das Maori Arts & Crafts Institute von Whakarewarewa (Maori-Dorf und Thermalgebiet am Rande von Rotorua). Im Versammlungshaus erklingt dort täglich (12.15 Uhr bis 13 Uhr) ein Maori-Konzert. In Auckland zeigt das Auckland-Museum eine Sammlung mit Maori- und Südseekultur. Dreimal täglich (um 11, 12 und 13 Uhr) zeigen dort Ureinwohner eine Folklore-Show, darunter den Kriegstanz Haka.
VI. Kiwi und Kea: Der Kiwi ist Neuseelands berühmtestes Nationalsymbol. In freier Natur sind die scheuen, flugunfähigen und nachtaktiven Vögel nur sehr selten zu entdecken. Wer sie sehen will, wird auf Zoos oder spezielle Kiwi-Häuser angewiesen sein. Dagegen ist der Bergpapagei Kea alles andere als scheu.
VII. Unterwegs im Land: Das gute Strassennetz (Linksverkehr!) macht es einfach, mit dem Mietwagen oder per Linienbus Neuseeland auf eigene Faust zu erkunden. Die grösste Auswahl an Busrouten bieten die InterCity Coachlines. Air New Zealand und Regional-Fluggesellschaften bedienen ein umfangreiches Streckennetz. Eisenbahnen rollen nur auf drei grossen Strecken: Auckland-Wellington, Picton-Christchurch und Christchurch-Greymouth. Zwischen der Nordinsel (Wellington) und der Südinsel (Picton) pendeln mehrmals täglich grosse Fähren (The Interislander) und ein Katamaran (The Lynx). Die Überfahrt auf der oft sturmgepeitschten Cook Strait dauert mit der Fähre drei und mit dem Katamaran zwei Stunden und 15 Minuten.
VIII. Sonstige Informationen: 1. Der deutsche Reisepass muss mindestens noch drei Monate nach dem Abreisetag gültig sein. Rückreise- oder Weiterflugticket können verlangt werden. Bei Ankunft erhalten Besucher eine Aufenthaltserlaubnis für drei Monate.
2. Währung ist der Neuseeland-Dollar (NZD). Alle international gebräuchlichen Kreditkarten werden akzeptiert; in Hotels, Banken und vielen Geschäften auch Reiseschecks.
3. Elektrizität: Üblich sind 230/240 Volt mit 50 Hertz.
4. Reisezeit: Sommer (Dezember bis Februar); Auckland um 22 Grad, Dunedin um 19 Grad; aber auch Herbstanfang (März) und Frühlings-Ende (November). Gemässigtes Küstenklima mit vier Jahreszeiten; der nördliche Teil der Nordinsel (mit Auckland) ist subtropisch. Auch während des neuseeländischen Winters (Juni bis August) sinkt das Thermometer nur selten einmal unter den Gefrierpunkt.
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