Hart gelandet, aber dafür herzlich
Weiche oder harte Landung? Die Witterungsverhältnisse entscheiden mit
Applaus in Flugzeugen nach der Landung gehört in unseren Breiten zu einem gängigen Ritual, über das Vielflieger meist nur schmunzeln können - vor allem in der Ferienreisezeit ist es gebräuchlich, nach einer Landung kräftig in die Hände zu klatschen. Je weicher die Landung, desto heftiger fällt der Applaus aus. Setzt das Flugzeug härter auf, so wird der Pilot bzw. die Crew mitunter mit einigen kritischen Äußerungen von wegen 'unsanfter Landung' etc. konfrontiert. Diese Kritik ist aber meist ungerecht.
Auf die Frage "ist eine harte oder eine weiche Landung besser", gibt es von Piloten eine nicht ganz zufrieden stellende Antwort, nämlich: "Kommt drauf an".
"Wenn bei etwa Tempo 250 das Flugzeug bei der Landung aufsetzt, müssen sich die Räder sofort zu drehen beginnen", erklären Boing 727-Flottenchef der Lauda Air, Josef Stadtler und Kapitän Johann Hausmann, "denn nur mit drehenden Rädern kann man das gesamte Gewicht des Flugzeugs auch bremsen".
Dieses Aufsetzen und das anschließende Bremsmanöver fallen daher bei bestimmten Witterungs- oder Pistenverhältnissen häufig sehr heftig aus.
Wenn etwa die Piste nass ist oder Schnee liegt, muss der Kapitän härter landen. "Da durch Nässe oder Schnee die Reibung zwischen Rad und Piste zu gering ist, würde bei einer weichen Landung die Gefahr des Aufschwimmens oder Aufrutschens bestehen", so Hausmann. Im Piloten-Fachjargon werden solche Landemanöver als "positive Landung" bezeichnet. Diese ist übrigens auch bei starkem Seitenwind, wie es ihn auf vielen griechischen Urlaubsinseln wie etwa Skiathos gibt, notwendig. Stadtler: "Bei einem Flugzeug genügt bei der Landung bereits eine Querlage von nur acht Grad, und es kann zu gravierenden Problemen kommen."
Freilich sind in der Luftfahrt auch weiche Landungen gebräuchlich, "allerdings muss alles passen", sagen Stadtler und Hausmann unisono. Zum einen muss es windstill sein, zum anderen muss die Landepiste trocken und mindestens 2.000 Meter lang sein.
Nach dem Touchdown wird übrigens das Autobrake- und das Antiskid-System aktiviert. Antiskid ist das Anti-Blockiersystem der Radbremsanlage eines Flugzeugs. In der Luftfahrt gab es ABS-Systeme bereits lange bevor sie im Automobilbau eingesetzt wurden.
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