Michaels Reisetagebuch: Meine fünf Jahre in England - Das Vereinigte Königreich

Info: Das Vereinigte Königreich

Was versteht man unter der "Guy Fawkes Nacht"?
Was sind Bank Holidays und an welchen Tagen sind sie?
Wie kann ich die Rückerstattung der Mehrwertsteuer(VAT) beantragen?
Wie ist die Polizei organisiert?
Wie wählt Großbritannien seine Regierung?
Welche Rechte hat die Königin?
Warum hat die Königin zweimal Geburtstag?
Warum trägt der 'Big Ben' diesen Namen?
Wie alt ist Stonehenge?
Was ist die 'Speakers' Corner'?


Was versteht man unter der "Guy Fawkes Nacht"?

In manchen Regionen Großbritanniens ist Halloween auch die vorverlegte Guy Fawkes Nacht. Im Jahre 1605 unternahmen der Katholik Guy Fawkes und seine Mitverschwörer ein Sprengstoffattentat auf Jakob I. und das Parlament, weil sie mit der protestantischen Politik des Königs nicht einverstanden waren. Es gelang ihnen, rund 30 Fässer mit Schießpulver in einem Keller unter dem Parlamentsgebäude zu lagern, aber noch vor Beginn der Legislaturperiode am 5. November flog die sogenannte "Pulververschwörung" auf. Guy Fawkes und seine Genossen wurden wegen Hochverrats hingerichtet.

Seitdem feiert man in England den 5. November mit einem Guy-Fawkes-Feuer, auf dem eine ausgestopfte Puppe in Gestalt des Verschwörers verbrannt wird, wobei das ganze meist durch ein Feuerwerk gekrönt wird. Das können entweder große öffentliche Veranstaltungen sein oder kleinere Feiern mit Freunden und Familie im eigenen Garten.

Die Guy-Fawkes-Nacht ist auch als "bonfire night" oder "fireworks night" bekannt. In den Tagen vor dem 5. November gehen die Kinder in den Städten und Dörfern traditionell mit ihrer Guy-Fawkes-Puppe auf die Straßen und bitten Passanten um "einen Penny für den Guy". Das Geld ist angeblich für den Kauf von Feuerwerkskörpern bestimmt.

Reportage: Guy Fawkes Day - Historischer Zunder


Was sind Bank Holidays und an welchen Tagen sind sie?

Viele Feiertage in Großbritannien sind als "bank holidays" bekannt, weil die Banken an diesen Tagen geschlossen sind. Die meisten fallen auf einen Montag.

In England und Wales gibt es sechs Bank Holidays: Neujahr, Ostermontag, May Day (der erste Montag im Mai), ein Bank Holiday im Frühjahr (Ende Mai) und einer im Spätsommer (Ende August), sowie der 2. Weihnachtsfeiertag. Außerdem gibt es zwei Feiertage nach dem Gewohnheitsrecht: Karfreitag und der 1. Weihnachtsfeiertag.

In Schottland gibt es neun gesetzliche Feiertage: Neujahr, 2. Januar, Karfreitag, Ostermontag, May Day (der erste Montag im Mai), ein Bank Holiday im Frühjahr (Ende Mai) und einer im Sommer (Ende August), sowie der 1. und der 2. Weihnachtsfeiertag.

Nordirland hat sieben Feiertage: Neujahr, St. Patrick's Day (17. März), Ostermontag, May Day (der erste Montag im Mai), ein Bank Holiday im Frühjahr (Ende Mai) und einer im Spätsommer (Ende August), sowie der 2. Weihnachtsfeiertag. Außerdem gibt es zwei Feiertage nach dem Gewohnheitsrecht am Karfreitag und 1. Weihnachtsfeiertag sowie einen Feiertag zum Jahrestag der Schlacht am Boyne (12. Juli).

Wenn gesetzliche Feiertage auf ein Wochenende fallen, werden sie nachgeholt. An manchen Feiertagen, vor allem am 1. Weihnachtsfeiertag, sind Geschäfte, Museen und andere Attraktionen wie historische Häuser oder Sporteinrichtungen geschlossen. Da dies unterschiedlich geregelt ist, empfiehlt es sich, vorher Erkundigungen einzuziehen.

Reportage: Warum heißt der 2. Weihnachtstag eigentlich »Boxing Day«?


Wie kann ich die Rückerstattung der Mehrwertsteuer(VAT) beantragen?

Touristen, die in Läden einkaufen, die an dem Retail Export Scheme (Einzelhandesexportprogramm) beteiligt sind, können die Rückerstattung der Mehrwertsteuer beantragen, wenn sie Großbritannien innerhalb von drei Monaten nach dem Kauf verlassen und ihr endgültiges Reiseziel ein Land außerhalb der Europäischen Union ist. Besucher sollten sich vor dem Kauf erkundigen, ob eine Rückerstattung möglich ist.


Beim Kauf der Ware wird der Einzelhändler um deinen Pass bitten, um zu prüfen, ob du berechtigt bist, eine Rückerstattung zu beantragen. Beide Seiten sollten dann das Rückerstattungsformular ausfüllen (Formular VAT 407 oder ein Firmengutschein). Das VAT-Formular oder der Firmengutschein muss bei der Ausreise aus der Europäischen Union gemeinsam mit der gekauften Ware dem britischen Zoll zur Beglaubigung vorgelegt werden. Nach der Ausreise aus der EU können Formulare nicht mehr beglaubigt werden.

Das beglaubigte Formular wird dann an den Einzelhändler oder die zurückerstattende Firma geschickt, der Antrag wird bearbeitet und dem Käufer ein Scheck über den zurückzuerstattenden Betrag (in Pfund Sterling) ausgestellt und zugeschickt. Eine andere Möglichkeit, ist das Formular am Flughafen in einem Büro der betreffenden Firma zur sofortigen Rückerstattung der Mehrwertsteuer vorzulegen.

Falls du die Rückerstattung nicht erhalten hast, sollten schriftliche Nachfragen an den betreffenden Einzelhändler oder die Herstellerfirma, aber nicht an den britischen Zoll oder andere Einrichtungen der britischen Regierung gerichtet werden. Eine Broschüre mit Erklärungen zur Rückerstattung der Mehrwertsteuer an Besucher aus Übersee erhälst du von:
The Southbank VAT Centre
HM Customs and Excise
Dorset House, Stamford Street
London SE1 9PY, UK
Tel: +44 207 202 4087


Wie ist die Polizei organisiert?

In Großbritannien gibt es 52 Polizeiabteilungen, die hauptsächlich auf Ortsebene organisiert sind. Die für die polizeiliche Verwaltung Londons zuständigen Abteilungen sind die Metropolitan Police Force und die City of London Police.

Jede Polizeiabteilung in England und Wales ist einer Polizeibehörde, die aus Stadträten, Richtern und unabhängigen Mitgliedern besteht, rechenschaftspflichtig. Seit April 1996 setzt sich die oberste Polizeibehörde in Schottland aus vier gemeinsamen aus Stadträten bestehenden Polizeiausschüssen zusammen. Die für Nordirland zuständige Polizei, die Royal Ulster Constabulary, ist einer unabhängigen, vom Nordirland-Minister ernannten Polizeibehörde rechenschaftspflichtig. Aus historischen Gründen ist der Innenminister für die Metropolitan Police von London zuständig, beratend zur Seite steht ihm ein Ausschuss der Metropolitan Police. Für die City of London Police ist ein Ausschuss der Corporation of London - der Stadtbehörde Londons - zuständig.

In anderen Städten und Kleinstädten wird die Polizei jeweils von einem Chief Constable, dem Deputy Chief Constable und dem Assistant Chief Constable geleitet. Die höchsten Dienstränge der Metropolitan Police von London sind - in absteigender Folge - der Commissioner, Deputy Commissioner, Assistant Commissioner, Deputy Assistant Commissioner und der Commander. Die danach folgenden Ränge sind überall in Großbritannien gleich - Chief Superintendent, Superintendent, Chief Inspector, Inspector, Sergeant und Constable.

Um die Verbindung zwischen den Bürgern und Polizei aufrechtzuerhalten, gibt es in jeder Polizeibehörde eine Konsultativgruppe; sie besteht aus Vertretern der Polizei, Stadträten und Bürgervertretern. Fast überall macht die Polizei Umfragen, um Informationen über die Meinung der Öffentlichkeit über die Polizei zu erhalten und damit Leistungsstandards für die Polizei zu setzen.

Den Kern der Polizeiarbeit bilden die Constables, die in ständigem Kontakt mit der Öffentlichkeit stehen. Sie patrouillieren entweder zu Fuß oder im Streifenwagen durch die Straßen, geben Hinweise und schreiten bei Störungen der öffentlichen Ordnung ein. Örtliche Ausschüsse zur Verbrechensbekämpfung, die von der Polizei unterstützt werden, identifizieren Probleme, die zu Verbrechen führen können und versuchen, sie durch Aufklärung der Öffentlichkeit zu lösen. Die Polizei beteiligt sich auch aktiv an der Bildung von Nachbarschaftskomitees - "Neighbourhood Watch", die die Bürger ihres Wohngebietes beim Schutz ihrer Wohnungen beraten und sie ermutigen, ein Auge auf die Häuser in der Nachbarschaft zu haben und Beobachtungen verdächtiger Personen oder Fahrzeuge an die Polizei weiterzugeben. In Großbritannien gibt es insgesamt 150.000 Polizisten, von denen rund 12 % Frauen sind. Etwa 2.200 Polizeibeamte in England und Wales gehören ethnischen Minderheiten an. Die Regierung hat seit einiger Zeit bestimmte Ziele gesetzt, diese Zahl landesweit zu erhöhen.

Reportage über uralte Gesetze, die immer noch gültig sind: Keine Rüstung im Parlament


Wie wählt Großbritannien seine Regierung?

Das Parlament, die gesetzgebende Körperschaft des britischen Volkes, besteht aus drei Elementen: der Monarchie, dem Unterhaus (House of Commons) und dem Oberhaus (House of Lords). Gemeinsam treten sie nur zu Anlässen von zeremonieller Bedeutung auf, wie zum Beispiel der Parlamentseröffnung, obwohl die Verabschiedung eines Gesetzes der Zustimmung aller drei Elemente bedarf.

Das Unterhaus besteht aus 659 gewählten Abgeordneten, die im Englischen "Members of Parliament", abgekürzt "MPs" genannt werden. Wichtigste Aufgabe des Unterhauses ist die Gesetzgebung durch die Verabschiedung von Parlamentsvorlagen (Acts of Parliament), sowie die Diskussion aktueller politischer Fragen. Unterhauswahlen sind ein wichtiger Teil des demokratischen Systems Großbritanniens.

Rolle, Vollmachten und Funktionen der zweiten Kammer, des Oberhauses, sind seit der Bildung einer Königlichen Kommission unter dem Vorsitz von Lord Wakeham im Februar 1999 Gegenstand einer Überprüfung. Der Bericht der Kommission, der im Januar 2000 veröffentlicht wurde, empfiehlt eine Reihe von Reformen. So soll zum Beispiel eine gesetzliche Mindestvertretung von je 30 % für Frauen und Männer vorgeschrieben werden, Angehörige ethnischer Minderheiten sollen angemessen und religiöse Gruppen breiter als bisher vertreten sein. Das reformierte Oberhaus soll seine traditionellen Vollmachten in der primären Gesetzgebung beibehalten, aber über wirksamere Mittel verfügen, die Regierung zu zwingen, abgeleitete Gesetze, falls nötig, noch einmal zu überprüfen.

Allgemeine Wahlen werden nach der Auflösung des Parlaments abgehalten: Das Parlament wird aufgelöst entweder durch eine Erklärung des Königshauses oder weil die Höchstdauer einer Legislaturperiode von fünf Jahren abgelaufen ist. Die Entscheidung über den Termin der allgemeinen Wahlen trifft der Premierminister. Aus wahlorganisatorischen Gründen ist Großbritannien in Wahlbezirke aufgeteilt, von denen jeder einen Abgeordneten ins Unterhaus entsendet. Das britische Wahlsystem ist ein relatives Mehrheitssystem, d.h. wer in einem Wahlbezirk mehr Stimmen als jeder andere Kandidat erringt, vertritt den Bezirk im Unterhaus.

Aktives Wahlrecht: Alle britischen Bürger sowie Bürger anderer Commonwealth-Staaten und Bürger der Irischen Republik mit Wohnsitz in Großbritannien sind stimmberechtigt, vorausgesetzt sie sind 18 Jahre oder älter und nicht durch Gesetz von der Stimmabgabe ausgeschlossen. Nicht wahlberechtigte Bürger sind Bürger, die eine Gefängnisstrafe verbüßen, sowie Adlige, die Mitglieder des Oberhauses sind, und Bürger, die auf Grund ihrer geistigen Verfassung in ein Krankenhaus eingewiesen worden sind. Die Abstimmung ist geheim. Der Wähler wählt einen Kandidaten auf dem Stimmzettel aus und markiert dessen Namen mit einem 'X'. Die Teilnahme an Wahlen ist freiwillig. Im Durchschnitt liegt die Wahlbeteiligung bei 75 %.

Passives Wahlrecht: Jede Person, die 21 Jahre oder älter und die britischer Staatsbürger oder Bürger eines anderen Commonwealth-Staates oder der Irischen Republik ist, kann für das Parlament kandidieren, vorausgesetzt, sie ist nicht vom passiven Wahlrecht ausgeschlossen. Vom passiven Wahlrecht ausgeschlossen sind Bürger, die bankrott sind, und Bürger, die zu einer Gefängnisstrafe von mehr als einem Jahr verurteilt wurden, sowie Mitglieder des Klerus, Mitglieder des Oberhauses und eine Reihe Beamter und Angestellter des Staatsdienstes. Kandidaten werden in der Regel von ihren parteipolitischen Organisationen in dem von ihnen vertretenen Wahlbezirk aufgestellt, müssen aber nicht unbedingt die Unterstützung der Partei haben. Der Führer derjenigen politischen Partei, die in einer allgemeinen Wahl die meisten Parlamentssitze (was nicht notwendigerweise gleichbedeutend sein muss mit der höchsten Stimmenzahl) gewonnen hat, oder der die Unterstützung der Mehrheit der Unterhausmitglieder genießt, wird aus Tradition vom Souverän aufgefordert, die neue Regierung zu bilden.


Welche Rechte hat die Königin?

Die Krone, welche sowohl den Souverän (die Person, der die Krone verfassungsmäßig verliehen wird) als auch die Regierung repräsentiert, ist Symbol der höchsten exekutiven Gewalt. Die Staatsgewalt ist der Königin verliehen, doch ihre Funktionen werden von Ministern ausgeübt, die dem Parlament rechenschaftspflichtig sind. Damit wird Großbritannien von der Regierung Ihrer Majestät im Namen der Königin regiert. Allerdings ist die Einbeziehung der Königin noch immer bei vielen wichtigen Regierungsakten nötig.

Die Königin kann das Parlament einberufen, suspendieren (das Parlament bis zur nächsten Sitzungsperiode vertagen, ohne es aufzulösen) und sie kann es auflösen. In der Regel eröffnet sie jede neue Sitzungsperiode mit einer Thronrede, die für sie von ihrer Regierung verfasst wird und das Programm der Regierung darlegt. Bevor eine Vorlage zum Gesetz wird, muss die Königin ihre Königliche Zustimmung erteilen, die in beiden Häusern des Parlaments verkündet wird.

Nach Beratung durch den entsprechenden Minister hat die Königin das Recht, Verbrecher zu begnadigen oder deren Strafe zu mindern. Rechtlich gesehen, kann die Königin als Privatperson nichts Unrechtes tun: Sie genießt zivil- und strafrechtliche Immunität und kann nicht vor Gericht verklagt werden. Diese Immunität genießt nur sie allein und kein weiteres Mitglied der Königlichen Familie.

Die Königin hat das Recht, Personen in den Adelsstand zu erheben oder ihnen andere Auszeichnungen zu verleihen. In der Regel geschieht das auf Empfehlung des Premierministers, obwohl es auch einige wenige Ehrungen gibt, die vom Souverän persönlich verliehen werden. Nach Beratung mit dem Premierminister oder dem zuständigen Kabinettsminister nimmt die Königin Ernennungen für viele wichtige Staatsämter vor.

Ausländische diplomatische Vertreter in London werden bei der Königin akkreditiert. Sie hat das Recht, Verträge abzuschließen, den Krieg zu erklären oder Frieden zu schließen, andere Staaten und Regierungen anzuerkennen, Territorien zu annektieren oder aufzugeben.

Die Königin führt den Vorsitz bei Sitzungen des Staatsrates, dessen Hauptaufgabe es ist, die Königin bei der Billigung von Regierungsverordnungen zu beraten. In beinahe allen Fällen werden Handlungen, die mit dem Königlichen Hoheitsrecht verbunden sind, von Ministern vollzogen, die dem Parlament verantwortlich sind und auch zu bestimmten politischen Maßnahmen befragt werden können. Das Parlament hat das Recht, ein Hoheitsrecht abzuschaffen oder zu begrenzen. Die Königin wird über alle Aspekte des nationalen Lebens informiert und zu diesen konsultiert, daneben ist sie auch berechtigt, ihren Ministern privat ihre eigenen Ansichten zu Problemen zur Berücksichtigung vorzutragen.


Warum hat die Königin zweimal Geburtstag?

Die Königin wurde am 21. April geboren, aber schon seit langem ist es üblich, den Geburtstag des Souveräns an einem Tag im Sommer zu feiern. Seit 1805 wird der "offizielle" Geburtstag des Souveräns in der Regel am zweiten Sonnabend im Juni mit einer militärischen Fahnenparade, genannt "trooping the colour", begangen.

Diese Zeremonie geht auf die Zeit zurück, in der sich Soldaten in der Schlacht an der Fahne oder "Farbe" ihres Regiments orientierten. Jedes Jahr führt eines der fünf Regimenter der Infanteriegarden (die Grenadiers, Coldstream Guards, Scots, Irish Guards und Welsh Guards) die Parade durch und zeigt dabei seine Fahne bzw. "Farbe".

Die Zeremonie beginnt damit, dass die Königin in einer Kutsche unter Begleitung der Kavallerie des Königlichen Haushaltes den Buckingham Palace verlässt. Sie fährt die Straße "The Mall" hinunter zu der Straße "Horse Guards Parade" an den 500 Wachsoldaten vorbei. Die Fahne des jeweiligen Regiments wird von einer Abteilung Soldaten an dem angetretenen Regiment vorbeigetragen. Anschließend marschieren die Gardesoldaten, angeführt von der Gruppe der Fahnenträger, an der Königin vorbei. Begleitet werden sie von den Militärkapellen der Infanteriegarden. Am eigentlichen Geburtstag der Königin findet keine besondere Zeremonie statt, jedoch wird auf öffentlichen Gebäuden die Flagge Großbritanniens gehisst, und wo immer eine Feier stattfindet, wird die Nationalhymne angestimmt.


Warum trägt der 'Big Ben' diesen Namen?

Meistens wird mit 'Big Ben' die berühmte Uhr an der Spitze des St. Stephen's-Turms des Parlamentsgebäudes, in London gemeint, obwohl dieser Spitzname eigentlich richtiger die Glocke in diesem Turm bezeichnet, die nach Sir Benjamin Hall, dem obersten Baubeauftragten zur Zeit des Baus, benannt ist. Die ursprüngliche Glocke, die 1856 gegossen wurde und über 15 Tonnen wog, wurde noch im Palace Yard erprobt, als sie ernste Risse bekam und verschrottet werden musste. Die neue Glocke, die nur 13 Tonnen wog, wurde 1858 installiert. Neben der Stundenglocke hängen im Turm vier weitere Glocken, die die Viertelstunden läuten und zwischen 1 Tonne und 4 Tonnen wiegen.


Wie alt ist Stonehenge?

Stonehenge, das berühmteste prähistorische Monument Großbritanniens, liegt in der Ebene von Salisbury in der Grafschaft Wiltshire. Es wird angenommen, dass der erste Teil - ein kreisförmiger Graben und Erdwall mit einem von zwei kleineren, aufrecht stehenden Steinen flankierten Eingang - um 3 000 vor der Zeitrechnung angelegt wurde. Später wurde die Stätte aufgegeben und zwischen 2100 und 1800 vor der Zeitrechnung neu aufgebaut.

Viele Geheimnisse umgeben die altertümliche Stätte. Von einigen Steinen wird angenommen, dass sie aus den Preseli-Bergen von Pembrokeshire in Wales stammen. Fachleute sind der Ansicht, dass sie über weite Strecken auf dem Wasserwege transportiert und den letzten Teil der Strecke über Land gezogen wurden.

Manche haben die Vermutung geäußert, dass Stonehenge einmal eine riesige astronomische Uhr war, und andere sind sogar der Meinung, dass die Stätte von UFOs (unidentified flying objects), von nicht identifizierten fliegenden Objekten, als Landeplatz benutzt wurde. Eine wahrscheinlichere Erklärung ist, dass Stonehenge ein bedeutendes, mit der Sonne zusammenhängendes Kultzentrum war.


Was ist die 'Speakers' Corner'?

Die 'Speakers' Corner' liegt im nordöstlichen Zipfel des Hyde Park in London und ist traditionsgemäß die Ecke des Parks, in der jeder, der das möchte, eine öffentliche Rede halten und sagen kann, was er will, egal, wie exzentrisch oder unplausibel der Inhalt auch sein mag. 1872 wurde dieser Teil des Parks zu genau diesem Zweck ausgewiesen, nachdem der Hyde Park als Ort für öffentliche Ansprachen beliebt geworden war.

Die Redner wenden sich an ihr Publikum von einer Seifenkiste aus - eine improvisierte Plattform, die ursprünglich aus Holzkisten, die zur Verpackung von Seifen und anderen Waren dienten, zusammengezimmert war. Privatpersonen, Vertreter unterschiedlichster Organisationen oder Menschen mit einem besonderen Anliegen tragen hier am Wochenende ihre Reden vor - zur Belustigung oder zum Befremden der Passanten. Oft versammeln sich Scharen von Zuhörern um einen Redner, und meist sind sie so frei, ihre Kommentare abzugeben oder sich mit dem Redner zu streiten, wenn sie nicht seiner Meinung sind.

Die 'Speakers' Corner' wird oft als Symbol für die Redefreiheit betrachtet.