Geschichte und mehr der irischen Sprache | michaels reisetagebuch

Die irische Sprache (irisch „Gaeilge“) hat sich aus dem goidelischen (gälischen) Sprachzweig des Keltischen entwickelt und gehört zur Sprachfamilie der indogermanischen Sprachen. Weitere Sprachen des goidelisch-keltischen Sprachzweigs sind Schottisch-Gälisch und Manx (gesprochen auf der Insel Man), die mit dem Irischen eng verwandt sind. Ähnlichkeiten bestehen auch zu den britannischen Sprachen (z. B. Walisisch, Bretonisch), die ebenfalls dem Keltischen zuzuordnen sind. Auch mit anderen indogermanischen Sprachen teilt das Irische einige grammatikalische Ähnlichkeiten, daneben gibt es aber auch viele Unterschiede und inselkeltische Besonderheiten wie z.B. die konjugierten Präpositionen. Das Irische hatte lange Zeit ein eigenes Schriftalphabet (Unziale), das aber nach der Übernahme des lateinischen Alphabets nur noch zu dekorativen Zwecken gebraucht wird.

Die ersten Zeugnisse des Gaeilge in Irland sind Inschriften in Ogam-Zeichen aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. Nachdem die Kelten etwa im 6. Jahrhundert v. Chr. vom europäischen Festland aus nach Irland kamen, konnte sich die keltische Sprache dort relativ unabhängig vom Einfluss der Römer und deren lateinischen Sprache entwickeln. Erst seit dem Einfall der Normannen im 12. Jahrhundert wurde die irische Sprache zunehmend fremden Einflüssen ausgesetzt und schließlich im 19. Jahrhundert fast vollständig vom Englischen zurückgedrängt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts und insbesondere seit der Unabhängigkeit des Irischen Freistaats 1922 wurden vermehrt Wiederbelebungsbemühungen für die irische Sprache unternommen. Diese Tendenz hält bis heute an: Irisch ist an allen staatlichen Schulen Pflichtfach. Es gibt außerdem einige Schulen, an denen Irisch Unterrichtssprache für alle Fächer ist. Offizielle Texte und Dokumente sind in der Regel zweisprachig (irisch und englisch).

Obwohl das Irische die Hauptamtssprache Irlands ist, findet es sich als tatsächliche Alltagssprache nur noch in vereinzelten kleinen Gebieten (sog. Gaeltacht). Dabei ist zwischen drei Hauptdialekten zu unterscheiden: Connaught im Westen, Munster im Südwesten und Ulster im Norden. Diese gliedern sich weiter in verschiedene Unterdialekte. Insgesamt sprechen nach aktuellem Stand etwa 1,7 Millionen Menschen Irisch, davon aber nur etwa 70.000 als Erstsprache.

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