Die irische Natur- und Pflanzenwelt I
Rico Klotz (links im Bild), der seit Frühjahr 2005 in Irland lebt und arbeitet, liebt die Fotografie von Tieren und Pflanzen. In Irland ist die Botanik so üppig und abwechslungsreich. Rico (Jahrgang 1973), der aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit als Apotheker viel in Irland herum kommt, stellt uns auf dieser und der nächsten Seite 20 seiner schönsten Aufnahmen vor. Hier sein dazugehöriger Bericht:
Als ich frisch in Irland angekommen war, sind mir sofort zwei Dinge aufgefallen, die mich zum einen überraschten, zum anderen aber auch enttäuschten: Durch ihre Seefahrten rund um die Erde brachten die Briten, die lange Zeit die Herrschaft über die Insel hatten, viele fremde und exotische Pflanzen mit, die heute das Bild der Insel zu einem beachtlichen Teil mitprägen. Im Frühling ist es ein tolles Bild, wenn die manchmal sehr alten und oft riesigen Rhododendrenbüsche ihre Blüten in den verschiedensten Farben öffnen. Besonders prächtige Pflanzen kann man in der Nähe alter Herrenhäuser finden. Im Sommer sind die aus Südamerika stammenden Fuchsien besonders auffällig. Besonders häufig findet man im ganzen Land die blutrot blühende Fuchsia 'Riccartonii', sie wächst meist als kleiner Strauch oder Busch verwildert an Strassenrändern. Die Iren lieben es, sich etwas Exotik in den Garten zu pflanzen - bei dem tristen Wetter hier ist das gut zu verstehen. Beim Essen oder wenn es bei der Arbeit mal langweilig wird, tauscht man sich gern darüber aus, wie man am besten seinen Eukalyptus zurückschneidet. Durch das milde Klima gedeihen hier einige Palmen, Kamelien, Koniferen und zahlreiche andere Gehölze und Kräuter, die oft schwer zu bestimmen sind.
So schön wie diese zugereisten Pflanzen aussehen; manchmal sind sie nicht willkommen. Manche von ihnen gedeihen hier unter idealen Bedingungen; es gibt keine Krankheiten oder Parasiten, die ihnen zusetzen und manche bringen erstaunliche Strategien mit, um Konkurrenten abzuwehren. Im Laufe der Zeit könnnen manche Pflanzen ganze Biotope einnehmen ohne der einheimischen Flora eine Chance zu lassen. Einige Vertreter sind zum Beispiel der aus dem Kaukasus stammende Riesenbärenklau, das 'Indische Springkraut' oder der 'Pontische Rhododendron'. Im Sommer kann man als Freiwilliger im 'Killarney Nationalpark' mithelfen, den sich immer weiter ausbreitenden 'Pontischen Rhododendron' zurückzudrängen.
Das zweite was mir aufgefallen ist bzw. gefehlt hat, ist etwas Wald. Wald sucht man in manchen Landesteilen vergeblich. Es ist immer schön in Deutschland einen kleinen Spaziergang durch den Wald zu machen, dies ist die beste Möglichkeit auf andere Gedanken zu kommen und die Seele einmal baumeln zu lassen - hier in Irland leider kaum möglich. Irland war ursprünglich von einem grossflächigen Laubmischwald bedeckt, der im Laufe der Jahrhunderte restlos ausgebeutet wurde, grosse Flächen haben die britischen Besatzer zum Schiffbau abgeholzt und das heute noch relativ hohe Bevölkerungswachstum verlangte nach immer mehr Wirtschaftsland. In den letzten Jahren wurden besonders in den irischen Gebirgen Wiederaufforstungsprogramme gestartet - offensichtlich mit den falschen Bäumen. Man blickt auf Monokulturen von Tannen und norwegischen Sitka-Fichten; den in Reihe gepflanzten Bäumen kann man es direkt ansehen, dass es ihnen hier nicht besonders gut gefällt.
Für jemanden, der aus Deutschland anreist um hier die Natur zu entdecken, gibt es unzählige Möglichkeiten sich auszutoben. Ich möchte drei Orte bzw. Biotope vorstellen die in Irland entweder eine Besonderheit darstellen oder die es in Deutschland so nicht gibt, es sind die ausgedehnten Moorflächen im Nordwesten, die Steilküsten und die Kalkkarstgebiete im County Claire und den Aran Inseln.
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 Torfabbau (Co. Mayo) |  Rundblättriger Sonnentau (Moor im Co. Mayo) |
 Sommerwurz (Burren) |  Fleischfarbenes Knabenkraut (Old Head, Co Cork) |
 Silberwurz (blühend) daneben Fruchtstand - Burren |  Blutstorchenschnabel (Burren) |
 Fuchs'sches Knabenkraut (Burren) | 
Kreuzblümchen (Burren) |
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