Michaels Reisetagebuch: Leben und Arbeiten in Irland - Immer wieder lockt die Insel ...

Immer wieder lockt die Insel ...

Einmal ist die Landschaft sanft idyllisch, dann wieder wildromantisch, aber eins ist sie mit Sicherheit: grün und immer eine Reise wert

Ich bin -wie viele Irland-Reisende- ein sogenannter 'Wiederholungstäter'. Wer einmal hier war, der kommt mit großer Sicherheit noch einmal. Grün, so weit das Auge reicht. Hellgrün, dunkelgrün, satt leuchtend in vielen Schattierungen. Dann die Schafe, die wie Blumen aus Wolle in der Landschaft verstreut liegen und stehen. Im Frühjahr bieten besonders die zahlreichen Lämmchen Grund für entzückte Ausrufe wie "Ach wie süß!".

Mildes Klima und ausreichend Regen -ja, der gehört fest zu Irland- lassen die Pflanzenwelt das ganze Jahr hindurch grünen, unterbrochen vom üppig blühenden Stechginster, der für gelbe Abwechslung sorgt. So weit das Klischee, das Irland anhaftet, an dem auch nichts auszusetzen ist, außer dass ich schon zweimal bei meinen Irland-Entdeckungsreisen auf den Regen "verzichten" musste. Nicht dass ich ihn sonderlich vermisst hätte ...

Und nun zum zweiten Vorurteil, den Ruf der Küche betreffend, das Darina Allen vorzüglich mit frisch gebackenen Scones und Brown Soda Bread bei uns praktisch ausräumt. Die quirlige Fernsehköchin demonstriert in Ballymaloe House nicht nur, sie schult und anschließend wird ausgiebig genossen. Aber auch die Käseverkostung beim Besuch des English Market in Cork schlägt sich wohlwollend nicht nur ins Gedächtnis. Unseren ersten Reisetag, der unter dem Motto der Kulinarik steht, beenden wir fein tafelnd im Cahernane House Hotel, das am Rand des Killarney Nationalparks situiert liegt, und sich deshalb für Erkundungen in eine der reizvollsten Landschaften Irlands gut eignet. Nun wird es abenteuerlich für uns: Mit kleinen Pferdekutschen gelangen wir durch die Schlucht Gap of Dunloe zu Lord Brandon's Cottage, von wo uns ein kleines Boot durch die drei Seen zum Ross Castle bringt und uns viele wunderbare Eindrücke während der Fahrt ermöglicht. Zurzeit beißen die Lachse gut, erfahren wir von unserem Bootsmann, der wie alle Iren gesprächig ist, ebenso wie zuvor unser Kutscher, der allerdings am liebsten mit Paddy John, dem zotteligen Pferd, in Konversation trat, schließlich "musste" er den Armen zu Höchtleistungen anspornen und war so gar nicht sonderlich begeistert, wenn wir ein Stück des Weges zu Fuß zurücklegen wollten.

Spektakulär -auch wenn man nicht das erste Mal hier ist- die Cliffs of Moher, ein über acht Kilometer langer Küstenabschnitt, der bis zu 200 Meter tief in den Atlantik abfällt. Das neue Besucherzentrum erlaubt schwindelerregende Blicke auch für die, die in der Natur etwas zurückhaltender -will heißen, nicht schwindelfrei- sind und deshalb das Ganze in 3-D genießen. Allerdings ist der Klippenrand nun gesichert und ein Heranpirschen an den Abgrund wird von Aufsichtspersonen unterbunden, zumindest rund um das Besucherzentrum.

Wer in die Geschichte des Landes eintauchen möchte, der ist zum mittelalterlichen Bankett auf Bunratty Castle geladen. In historischen Kostümen wird der Gast begrüßt, bedient, besungen und geht spätabends mit einigem Wissen über das eindrucksvolle Gebäude nach Hause.

Kein Irland ohne Pub. Schließlich handelt es sich ja hierbei um das zweite, manche meinen das Wohnzimmer der Iren, und wer sich für Land und Leute interessiert, sollte sich die Gelegenheit für einen Blick in die irische Seele nicht entgehen lassen. Nirgendwo anders ist die Lebensweise der Bevölkerung so transparent wie hier. Fish & Chips, ein Guinness-Bier und zum Abschluss Lebenswasser, wie Whiskey in Irland auch genannt wird. Dazu Livemusik. Junge Leute, die "bei sich zu Hause" musizieren und für gute Stimmung unter den Gästen sorgen. Daran erinnern, dass aus Irland weltberühmte Musiker und Bands wie U2, Sinead O'Connor, Rory Gallagher usw. stammen und die Begeisterung für Musik und Gesang den Iren im Blut liegt. Ebenso wie die Gastfreundschaft, die einen herzlich willkommen heißt und gerne wiederkommen lässt!

Bitte lest auch die Reportage: Whiskey ohne Wasser und Eis