Benefit Package statt Urlaubsgeld
Wer einen Job im Ausland sucht, sollte schon beim Lesen der (englischen/irischen) Stellenanzeige den Durchblick haben
»Senior Executive«, »Sales Manager« oder »Financial Analyst«: Der Job im Ausland reizt. Doch für Stellenanzeigen in Grossbritannien/Irland und den USA gelten andere Regeln als bei hiesigen Stellen. Der Sprachdienstleister Inlingua verrät die Tricks und Tücken im internationalen Stellenmarkt.
Das Gehalt steht in seriösen Stellenangeboten in führenden Zeitungen oder Jobbörsen im Internet an erster Stelle. In der Regel wird der Jahresverdienst p.a. (per annum/pro Jahr) angegeben. Für Jobofferten im angel-sächsischen Raum -England, Schottland, Irland- ist auch die Angabe in £70k geläufig. Das Kürzel steht für tausend, die Angabe bedeutet also 70.000 Pfund Verdienst pro Jahr.
Über den eigenen Marktwert zu feilschen, ist tabu. Für viele Deutsche überraschend: Das Gehalt ist keine Verhandlungsssache. Wer meint, im Vorstellungsgespräch mehr rausschlagen zu können, blitzt ab. Einzige Ausnahme: In der Stellenanzeige steht explizit "neg" also "negotiable" (verhandelbar). Übrigens sehen kanadische Bosse Gehaltsdiskussionen etwas lockerer.
Wenn es um Sozialleistungen geht, sollte man aufpassen: Vieles ist nicht gesetzlich geregelt, sondern hängt vom Arbeitgeber ab. Ein benefit package oder excellent package verspricht Zusatzleistungen wie private Krankenversicherung, Altersvorsorge oder Firmenwagen. Typisch deutsch: Nach Urlaubs- und Weihnachtsgeld sucht man vergebens, diese Sonderzahlungen sind bei ausländischen Firmen gänzlich unbekannt.
Zu den Top Ten der wichtigsten Kürzel gehört auch p/t bzw. f/t für "part-time" (Teilzeit) bzw. "full-time" (Vollzeit). Peinlich, wenn sich später herausstellt, dass man selbstverständlich von einer Vollzeitstelle ausgegangen ist. Relocation help/package heisst, dass sich das Unternehmen an den Umzugskosten oder bei der Wohnungssuche beteiligt. Paid vacation (amerikanisch) oder hols für "holidays" (britisch) steht für bezahlten Urlaub. Üblich sind pro Jahr 22 Tage in Grossbritannien, 20 Tage in Irland und zehn Tage plus zwei bis acht personal days in den USA.
Telefonisch nachhaken: Der Griff zum Hörer lohnt sich. So lassen sich Unklarheiten beseitigen und der richtige Ansprechpartner finden. Wer keine Initiative ergreift, signalisiert schwaches Interesse.
Vorsicht: Speziell bei Bewerbungen in Amerika sind Fotos sowie persönliche Angaben wie Familie, Alter und Geschlecht nicht gefragt, um ethnische Diskriminierung zu vermeiden. Anstelle von Zeugnissen verlangen amerikanische, britische und irische Personalchefs das Urteil von Dritten (references), zumindest vom letzten Arbeitgeber. Karrierefördernd ist alles, was auf das Engagement des Kandidaten schliessen lässt.
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