[Offizieller Name][Ländername][Staatsform][Staatsführung][Regierungsführung][Politisches System][Nationalhymne][Gewerkschaften][Aussenpolitik][Gerichtswesen][Rauchverbot][Banken][Botschaften in Dublin][Landesfläche][Ausdehnung][Landesgrenzen][Küste][Gliederung][Landessprachen][Staatsreligion][Religiöse Zugehörigkeit][Bevölkerung][Bevölkerungsdichte][Grösste Städte][Internationales Kennzeichen][Nationalfeiertag][Geographische Merkmale][Geographie][Klima][Flora/Fauna][Zeitzone][Wirtschaft][Wirtschaftliches Umfeld][Durchschnittliches Jahreseinkommen][Wirtschaftliche und soziale Kennziffern][Aussenhandelspartner][Industrie][Rohstoffe][Verkehr][Kommunikation][Umwelt/Tourismus][Weltkulturerbe][Bildung][Kultur][Familienstruktur][Essen & Trinken][Umgangsformen][Freizeit][Flagge][Geschichte][Einreise von Haustieren nach Irland][Notfallnummern]
Offizieller Name: Eire (Irish), Ireland (English)
Ländername: Der Name hat sich aus dem keltischen Erin entwickelt, was soviel wie Grünland bedeutet.
Staatsform: Parlamentarisch-demokratische Republik. Irland ist eine selbständige, unabhängige Republik. Regierungsform: Parlamentarische Demokratie. An der Spitze der Staatspräsident. Zwei Häuser des Parlaments. Regierungschef ist der Premierminister (Taoiseach). Regierungssitz ist Dublin.
Staatsführung: Präsident
Regierungsführung: Premierminister
Politisches System: Verhältniswahlrecht ab 18 Jahren. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, dem Abgeordnetenhaus mit 166 Mitgliedern, das auf 5 Jahre gewählt wird und auf Vorschlag des Premiers oder der Regierung durch den Präsidenten aufgelöst werden kann und dem Senat mit 60 Senatoren, von denen 11 durch den Premier berufen und 49 indirekt gewählt werden.
Info: Iren stimmen für Verfassungsänderung
Nationalhymne: Hier bekommst du weitere Informationen zur irischen Nationalhymne. Auf der folgenden Seite kannst du sie dir auch mal anhören:
Info und Hörprobe: Irische Nationalhymne
Gewerkschaften: Gewerkschaftsdachverband: »Irish Congress of Trade Unions« mit 81 Einzelgewerkschaften (ICTU).
Aussenpolitik: Irland ist seit 1955 Mitglied der Vereinten Nationen und beteiligt sich aktiv an verschiedenen VN Missionen wie UNIFIL, UNFICYP oder SFOR. Seit 1973 ist Irland auch Mitglied der EG bzw. EU. Bei militärischer Neutralität ist Irland politisch wie wirtschaftlich fest im Kreis der westlichen Demokratien verwurzelt. Ab 1993 gehörte das Land der WEU als Beobachter an. Der von der Regierung Bruton angestrebte Beitritt zu »Partnership for Peace (PfP)« ist unter der Regierung Ahern 1999 erfolgt. Eine weitgehend integrationsfreundliche EU-Politik, das Eintreten für Abrüstung sowie Sympathie für die Belange der Dritten Welt bestimmen darüber hinaus die allgemeine aussenpolitische Linie.
Gerichtswesen: Oberster Gerichtshof, Hohes Gericht und die unteren Gerichte.
Rauchverbot: Ende März 2004 ist in Irland Europas derzeit strengstes Rauchverbot in Kraft getreten. Wer es am Arbeitsplatz sowie in allen Restaurants oder Kneipen des Landes übertritt, muss bis zu € 3.000 Strafe zahlen. Das Gaststätten-Gewerbe protestierte wegen befürchteter Arbeitsplatz-Verluste. In Umfragen hatten sich dagegen 80 Prozent der befragten Iren für das Rauchverbot ausgesprochen, unter ihnen auch 61 Prozent der Raucher. Nach Auskunft der Regierung in Dublin sind im vergangenen Jahr rund 7.000 der insgesamt knapp vier Millionen Iren an gesundheitlichen Folgen des Rauchens gestorben.
Banken: In der Republik Irland sind die Banken normalerweise Montag bis Freitag von 10.00 bis 16.00 Uhr geöffnet, an einem Tag der Woche auch bis 17.00 Uhr. In Nordirland sind die Öffnungszeiten an Wochentagen von 9.30 bis 16.30 Uhr, viele Banken haben donnerstags bis 17.00 Uhr geöffnet. Die meisten Banken verfügen über Bankautomaten, bei denen man mit Visa, Mastercard und EC-Karte Geld abheben kann. Bei den örtlichen »Credit Unions« kann man auch als Nicht-Kunde z. B. Geld umtauschen, die »Credit Unions« und die Poststellen sind samstags geöffnet, in der Regel bis 17.00 Uhr.
Botschaften in Dublin:
- Deutsche Botschaft:
31 Trimleston Avenue
Booterstown, Co. Dublin
Tel: (01) 269 3011 Fax (01) 269 3946
- Österreichische Botschaft:
93 Ailesbury Road, Ballsbridge, Dublin 4
Tel: (01) 269 4577 Fax: (01) 283 0860
- Schweizer Botschaft:
6 Ailesbury Road, Ballsbridge, Dublin 4
Tel: (01) 218 6382 Fax: (01) 218 6383
Landesfläche: 70.282 km2 (Weltrang 117), davon 5 % Wald, 11 % Ackerland sowie 70 % Wiesen und Weiden.
Ausdehnung: N-S 470 km, W-O 290 km.
Landesgrenzen: 360 km (Grossbritannien 360 km).
Küste: 1.448 km.
Gliederung: 26 Grafschaften (Counties): Carlow, Cavan, Clare, Cork, Donegal, Dublin, Galway, Kerry, Kildare, Kilkenny, Laois, Leitrim, Limerick, Longford, Louth, Mayo, Meath, Monaghan, Offaly, Roscommon, Sligo, Tipperary, Waterford, Westmeath, Wexford und Wicklow. Die Hauptstadt ist Dublin.
Landessprachen: Englisch, Gälisch (etwa 3 % der Bevölkerung).
Staatsreligion: keine
Religionszugehörigkeit:
- Katholiken 91,6 %
- Kirche von Irland (Church of Ireland): 2,3 %
- Presbyterianer: 0,4 %
- andere: 5,7 %
Bevölkerung: 3.705.000
Bevölkerungsdichte: 52,7 Menschen je km2
Grösste Städte:
- Dublin (ca. 1 Million Einwohner)
- Cork (ca. 180.000 Einwohner)
- Limerick (ca. 80.000 Einwohner)
- Galway (ca. 58.000 Einwohner)
Internationales Kennzeichen: IRL
Nationalfeiertag: 17. März (St. Patrick's Day): Der heilige Patrick wurde um 389 in Britanninen, in der Endphase der römischen Besatzung als Sohn eines wohlhabenden Dekurio und Diakons geboren. Genaues ist leider nicht über ihn bekannt. Alles was man weiß stammt aus den, von Patrick selbst verfassten Texten Confessio und Epistola sowie aus französischen und irischen Annalen, die aber oft ungenau verfasst sind und sich gegenseitig widersprechen. Im Alter von 15 oder 16 wurde Patricius – so lautete sein christlicher Geburtsname – in der Nähe des Landgutes seines Vaters, das an der Mündung des Severn lag, von keltischen Kriegern gefangen genommen und nach Irland verschleppt. Etwa sechs Jahre lang lebt er als Sklave auf der Insel, bevor ihm die Flucht gelingt. Patrick berichtet später in seinen Bekenntnissen (der Confessio), dass er durch Träume und Gebete die schwere Flucht überstanden habe und auch, dass ihn weitere Träume dazu veranlassten, trotz der erlittenen Pein wieder nach Irland zurückzukehren und das Christentum zu verbreiten. Er sollte einen großen Anteil an der Missionierung der grünen Insel hin zum christlichen Glauben erlangen. Seine "Mission" war von großem diplomatischen Geschick geprägt. Regionalen Königen und Würdenträgern tritt er mit Ehrerbietung und Geschenken gegenüber, bindet sich selbst aber nie durch Geschenke an eine andere Person. Vornehmlich im Westen und Nordwesten Irlands liegen die Orte von Patricks Wirksamkeit. Um 444 lässt er sich als Bischof in Armagh nieder. Sein Wirken wurde mit viel Skepsis betrachtet. Die keltischen Druiden gehören sicherlich zu seinen schärfsten Gegnern aber auch die Kirche in Britannien begegnet ihm mit wenig Wohlwollen. Nach einem Überfall des englischen Fürst Coroticus auf Irland, bei dem auch Anhänger von St. Patrick getötet werden, leitet Patrick in seiner Epistola die Exkommunikation des Coroticus ein, was zu einem schweren Zerwürfnis mit der englischen Geistlichkeit führen sollte. Nach Meinung des englischen Klerus hatte ein irischer Bischof kein Recht dazu, einen englischen Fürsten zu exkommunizieren. Ebenso nutzten Sie die Gelegenheit um die Bischofswürde des ungeliebten Patricks in Frage zu stellen. Zu diesem Zeitpunkt verliert sich das gesicherte Wissen über Patricks weiteres Leben. Nur sein Todesjahr ist wieder in etwa bekannt. Er starb wahrscheinlich ca. 461 oder 491 nach unbestätigten Mutmaßungen in Armagh. Viele Mythen und Legenden ranken sich um ihn. Beispielsweise wird die Tatsache, dass in der irischen Tierwelt keine Schlangen vorkommen, ihm zugeschrieben. Die Legende sagt, dass er die Schlangen von Irland nach England vertrieben haben soll. Ebenso erzählt die Sage, dass er am Klee, ( dem Shamrock ) den Iren die Dreifaltigkeit erläutert habe.
Reportage: Im Zeichen des Kleeblatts - St. Patrick's Day
Geographische Merkmale:
- höchster Berg: Carrauntoohil (1.041 m)
- längster Fluss: Shannon (370 km)
Geographie: Die baumarme üppige Weidelandschaft ist ein unverwechselbares Charakteristikum, das dem Land die Bezeichnung »Grüne Insel« eingebracht hat. Irland ist eingerahmt von einer schroffen Felsenküste, die sich ins Landesinnere zu einer Tiefebene abflacht - weniger als ein Sechstel des Landes ist über 200 m hoch. Hügel und sanfte Bergketten ragen über den geschichteten Kalksteingrund; die Eiszeitgletscher hinterliessen fruchtbare, mit Findlingen übersäte Lehmböden. Häufig finden sich kleinere Seen und Sumpfgebiete. Die grössten Flüsse -Liffey, Blackwater, Clare und Shannon- sind breit und fliessen träge. Kürzere, schneller strömende Flüsse ergiessen sich von den Hochlandrändern ins Meer. Die längsten Bergketten sind die granitenen »Wicklow Mountains« im Osten und die »MacGillycuddy's Reeks« im äussersten Südwesten. Am stärksten zergliedert ist die Westküste, die viele eindrucksvolle Felsformationen aufweist. Im Südwesten laufen die Berge in einer Reihe von breiten Halbinseln aus, die durch tiefe Buchten wie die »Dingle Bay« oder die »Bantry Bay« voneinander getrennt sind.
Klima: Der warme Golfstrom sorgt im Winter wie im Sommer für milde Temperaturen und sanfte Atlantikwinde bringen an zwei von drei Tagen Regen. Die jährlichen Niederschläge betragen zwischen 2.540 mm in den südwestlichen Bergen und 762 mm im Osten. Ausserhalb der Bergregionen schneit es selten in Irland.
Flora/Fauna: An der Westküste, wo der Boden weniger fruchtbar ist, dominieren Heide- und Buschvegetation. Üppiges Grasland bedeckt einen Grossteil der Insel, doch die Vegetation ist nicht so vielfältig wie in Grossbritannien, zumal Irland noch ärmer an Bäumen ist. Weniger als 5 % des Territoriums sind bewaldet, eine Aufforstung findet kaum statt. Torfmoore, in denen seltene Pflanzen gedeihen, bedeckten grosse Gebiete Mittelirlands. Torf wurde lange Zeit als Heizmaterial für Haushalte abgebaut. Nun droht den Mooren Gefahr, da Torf auch als Brennstoff in Kraftwerken eingesetzt und als Gartenbausubstrat exportiert wird. Am Ende der letzten Eiszeit gelangten Tiere und Pflanzen, die auf dem europäischen Festland verbreitet waren, nach Irland. Doch viele auch in Grossbritannien vorkommende Tiere wie z. B. Wiesel, Maulwurf und Schlangen gibt es nicht auf der Insel, die vor etwa 11.000 Jahren durch die Gletscherschmelze und den Anstieg des Meeresspiegels von den britischen Inseln abgetrennt wurde. Der Überlieferung zufolge hat St. Patrick, der Schutzheilige der Iren, die Schlangen von der Insel verbannt.
Fotoreportage: Die irische Natur- und Pflanzenwelt
Zeitzone: MEZ - 1 Stunde
Wirtschaft: Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft. Rund 70 % der Gesamtfläche werden landwirtschaftlich genutzt. Bedeutend ist die Rinder- und Schafhaltung. Angebaut werden Kartoffeln, Futter-, Brauerei- und Brotgetreide. Abgesehen von Zink- und Bleierzvorkommen ist Irland arm an Bodenschätzen. Wichtig sind die Nahrungs- und Genussmittel-Industrie sowie die Textil-Industrei (Tweedherstellung).
Wirtschaftliches Umfeld: Die irische Volkswirtschaft ist in den letzten Jahren rasch gewachsen. Es wird erwartet, dass sich dieses zukünftig etwas verringern wird. Es scheint, als hätte der Aufschwung seinen Höhepunkt erreicht und als würde sich das Wachstum schrittweise verringern, so dass es schliesslich zu einem Softlanding kommt. In der irischen Wirtschaft herrscht praktisch Vollbeschäftigung. Gut ausgebildete Arbeitskräfte müssen aus dem Ausland eingeführt werden. Infolge des Booms gibt es einige wirtschaftliche Engpässe: Wohnungsmangel in den grösseren Städten, Strassenschäden und weitere Engpässe im Infrastrukturbereich. Wegen der anziehenden Inflation ist zu befürchten, dass Irland einen Teil seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit einbüssen wird.
Durchschnittliches Jahreseinkommen je Einwohner: 14.510 $ (US)
Wirtschaftliche und soziale Kennziffern (2003):
| BIP (in US$) |
94,6 Milliarden |
| Zuwachsrate (in %) |
10,7 |
| Anteil am BIP |
- |
| Landwirtschaft (in %) |
5 |
| Industrie (in %) |
34 |
| Dienstleistungen (in %) |
61 |
| Arbeitslosigkeit 9(in %) |
4,3 |
| Inflationsrate (in %) |
5,3 |
| Staatseinnahmen (in US$) |
28,1 Milliarden |
| Staatsausgaben (in US$) |
25,1 Milliarden |
| Zahlungsbilanz (in US$) |
595 Millionen |
| Devisenreserven (in US$) |
5,4 Milliarden |
| Geleistete Entwicklungshilfe (in US$) |
250 Millionen |
| Ausländische Direktinvestitionen (in US$) |
19,1 Milliarden |
| Energieproduktion (in Tonnen ÖE) |
2,47 Millionen |
| Energie-Import (in Tonnen ÖE) |
10,86 Millionen |
| Energieverbrauch (in Tonnen ÖE) |
13,0 Millionen |
| Anteile am Energieverbrauch |
- |
| Kohle (in %) |
12,3 |
| Öl (in %) |
63,8 |
| Erdgas (in %) |
23,1 |
| sonstige (in %) |
0,8 |
| Bevölkerungswachstum/Jahr (in %) |
0,6 |
| Kindersterblichkeit (in %) |
0,7 |
| Einwohner pro Arzt |
633 |
Wichtigste Aussenhandelspartner:
- Export: EU-Länder (vor allem Grossbritannien, Deutschland und Frankreich) sowie die USA
- Import: EU-Länder (vor allem Grossbritannien, Deutschland und Frankreich) sowie die USA und Japan
- Ausfuhrgüter: EDV-Produkte, Organische Chemikalien, Elektromaschinen und pharmazeutische Produkte
- Einfuhrgüter: EDV-Produkte, Elektromaschinen und Verkehrsfahrzeuge
Industrie: Elektronische Industrie, Hardware, Software, Chemische/Pharmazeutische Industrie, Internationales Bankwesen, Internationale Call Centres, Ernährungsmittel
Die Gier und das Grün - eine Irland-Reportage
Rohstoffe: Erdgas und Torf
Verkehr: Das Eisenbahnnetz ist 2.975 km und das Strassennetz 92.302 km lang. Handelshäfen sind Dublin, Cork und Waterford. Internationale Flughäfen sind Dublin, Shannon Airport und Cork.
Die irischen Kraftfahrzeugkennzeichen auf einen Blick
Reportage: Muss ich mein Auto ummelden?
Kommunikation: Die nationale Rundfunk- und Fernsehgesellschaft sendet 2 Fernseh- und 3 Radioprogramme für die Irisch sprechende Gemeinde. Es erscheinen 6 Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 522.000 Stück. Auf 1.000 Einwohner kommen 699 Radios, 403 Fernseher, 477,7 Telefone, 377,9 Handys, 27,4 Faxgeräte, 323,9 PC's und 17,25 Internetzugänge.
Umwelt/Tourismus: Die relativ dünn besiedelte »grüne Insel« ist insgesamt ein Naturereignis. Geschützte Gebiete machen aber trotzdem nur 0,68 % der Landesfläche aus. 1999 kamen 6,51 Millionen ausländische Besucher, vor allem aus Grossbritannien und den USA. Einnahmen: 3,31 Milliarden US$.
Weltkulturerbe: Archäologisches Ensemble »Bend of the Boyne« und die Felseninsel »Skellig Michael« mit frühmittelalterlicher Klostersiedlung.
Bildung: Das Schulwesen ähnelt dem Grossbritanniens. Das höhere Schulwesen wird staatlich unterstützt, z. T. von der Kirche getragen und ist praktisch kostenlos. Für Bildung wendet Irland 15,8 % des Staatshaushaltes auf. Es gibt vier selbstverwaltete Universitäten. Die »Kaderschmiede« (nicht nur) für katholische Priester ist das St. Patrick's College in Maynooth/County Kildare als päpstliche Universität. 34 % der altersrelevanten Bevölkerung streben eine Hochschulausbildung an. Die Analphabetenrate liegt bei 2 %.
Kultur: Irland kann auf eine lange Kulturgeschichte zurückblicken. Die Insellage am Westrand Europas hat bis zur englischen Eroberung die Ausprägung einer typisch irischen Kunst begünstigt. Ab dem 17. Jahrhundert entwickelte sich die irische Literatur. Zahlreiche irische Autoren erlangten Weltruhm, 1995 erhielt der irische Dichter Seamus Heaney den Literaturnobelpreis. Vor dem Hintergrund der jahrhundertelangen Anbindung an Grossbritannien gibt es in Irland einen parteiübergreifenden Konsens, die eigene Kultur und den Gebrauch der irischen (gälischen) Sprache mit besonderem Engagement zu fördern. Das Interesse der irischen Diaspora, vor allem in den USA, und vieler ausländischer Irlandliebhaber an irischer Kultur kommt dem entgegen. Irisch, offiziell die erste Landessprache, ist zwar an allen öffentlichen Schulen Pflichtfach, wird jedoch nur von ca. 80.000 Menschen in den sogenannten »Gaeltachts« (irische Sprachinseln im Westen und Süden des Landes) gesprochen, die besondere staatliche Unterstützung (»Udaras na Gaeltachta«) erhalten. Durch die Medien wird die Dominanz der englischen Sprache weiter verstärkt. Das einzige irischsprachige Fernsehprogramm »Teilifis na Gaeilge« (jetzt »TG 4«), das seit 31. Oktober 1996 sendet, erfährt bisher nur geringen Zuschauerzuspruch. Als Fremdsprache im Schulbereich rangiert Deutsch hinter Französisch, aber noch vor Spanisch und Italienisch.
Musik-Reportage: Irland klingt auch schlecht immer gut
Familienstruktur: Nach dem Gesetz wird das heiratsfähige Alter mit 16 Jahren erreicht. Tatsächlich heiraten Iren aber meist erst mit Mitte 20. Die meisten Ehen werden in Kirchen geschlossen, nur ein geringer Prozentsatz in Standesämtern. In Dublin und anderen Städten haben sich Frauen mittlerweile auf dem Arbeitsmarkt durchgesetzt. Sie machen etwa 33,9 % der Erwerbstätigen (1998) aus. Ihre Löhne und Gehälter sind noch niedriger als die der Männer. Zweimal hintereinander haben die Iren Frauen zum Präsidenten des Landes gewählt.
Essen und Trinken: Das Frühstück besteht in der Regel aus folgenden Gerichten: gebratener Speck, Würste, gegrillte oder gebratene Tomaten, Pilze, Eier und in Fett oder Öl gebratenes Brot. Mittlerweile ziehen viele Menschen allerdings ein leichtes Frühstück vor. Traditionelle irische Gerichte, zu denen z. B. Eintöpfe mit Kartoffeln und Gemüse gehören, sind einfach und herzhaft. Die irischen Brotsorten wie etwa »Soda Bread« und »Brack«, ein dunkler Laib mit Trockenfrüchten, sind sehr sättigend. An der Küste und an den Seen und Flüssen gibt es ein reichhaltiges Fischangebot. Irland ist berühmt für sein dunkles Bier (Stout) und seinen Whiskey, einem unverschnittenen Branntwein aus Gerste, Weizen und Hafer. In Pubs (»Public Houses«) und Cafes werden kleine Imbisse und normale Gerichte serviert. In der Regel werden in Irland drei Mahlzeiten am Tag eingenommen. Das Mittagessen bezeichnet man als »Lunch« und das Abendessen als »Dinner« (weniger formell: »Supper«) - in manchen Gegenden auf dem Land heisst das Mittagessen aber auch »Dinner« und das frühe Abendessen »Tea«. Nachmittags trinkt man Tee und reicht dazu Kekse, »Scones« und Kuchen.
Nationalgericht ist das »Irish Stew«, ein klassisches Gericht der irischen Küche. Es handelt sich dabei um einen Eintopf aus Kohl, Kartoffeln und Rind- oder Hammelfleisch. Das Stew wird mit Kümmel und Zwiebeln gewürzt.
Tipp: Irish Stew - Rezept zum Nachkochen
Umgangsformen: Der traditionelle irische Gruss lautet »Cead mile failte«. Wörtlich übersetzt bedeutet das »Hunderttausendmal Willkommen«. Vorwiegend benutzt man jedoch die geläufigen englischen Begrüssungsformen, wie »Hello« und »How are you?«. Der typische gälische Gruss ist »Dia dhuit«. Das bedeutet so viel wie »Gott mit dir«. Zum Abschied sagt man »Slan« (»Gehe sicher«) oder »Slan agus beannacht«. Bei der Begrüssung schüttelt man sich kräftig die Hand. Vor einem Besuch ist es üblich, sich telefonische anzukündigen, auch wenn man einen guten Bekannten aufsuchen will.
Freizeit: Die Iren sind begeisterte Sportler. Sie spielen gern Rugby, Fussball, Golf, Gälisches Football und Hurling. Letzteres ähnelt dem Hockey und wird mit einem Holzschläger und einem kleinen Lederball auf einem Fussballfeld gespielt. Hurling für Frauen wird Camogie genannt. Das gälische Football ist der Vorläufer des »Australian Football«. Seine Regeln ähneln denen des Fussballs, den Spielern ist jedoch erlaubt, den Ball mit den Händen zu berühren. Punkte erzielt man, indem der Ball in oder über eine Art Tor gekickt wird. Fussball wurde in den letzten Jahren zum Breitensport. Dazu hat u. a. die erfolgreiche irische Nationalmannschaft beigetragen. Ausserdem erfreut sich Angeln grosser Beliebtheit. Hauptsächlich wird nach Forellen und Lachsen gefischt. Einer der sportlichen Hühepunkte des Jahres sind die internationalen Rugby-Spiele, die im Dubliner »Lansdowne-Road«-Stadion ausgetragen werden.
Flagge: Der grüne Streifen steht für die Insel und die katholische Bevölkerung, der orangefarbene Streifen für die protestantische Bevölkerung und der weisse Streifen als Symbol für den Frieden zwischen den Religionsgruppen. Im Revolutionsjahr 1848 von Thomas Francis Maegher eingeführt, am 21. September 1909 übernommen.
Geschichte: Die frühere Missionierung der zerstrittenen keltischen Stammesfürsten durch den Heiligen Patrick (5. Jahrhundert) verwandelte Irland in ein friedliches Eiland mit blühender Kultur und Bildung, dessen Missionare nach Schottland, England und auf den Kontinent ausschwärmten. Invasionen der Wikinger vom 8. bis 10. Jahrhundert zerstörten den Wohlstand und die Vorherrschaft der bedeutendsten Klöster. Als König Brian Boru 1014 die Invasoren besiegte, war das Land verarmt und isoliert. Mit der ersten Invasion durch Heinrich II. von England (1171/72) begann die bis in die Gegenwart reichende Konfrontation mit dem grösseren Nachbarn. Nach Beendigung der »Rosenkriege« (1485) begann Heinrich II. damit, die irische Gesetzgebung und die Besetzung wichtiger Ämter an die Zustimmung des englischen Königs zu binden. 1541 machte sich Heinrich VIII. zum König von Irland und vergab irisches Land als Lehen der englischen Krone. Die Einführung des protestantischen Glaubens scheiterte am hinhaltenden Widerstand der streng katholischen Iren, worauf London eine massive Einwanderung protestantischer Siedler aus England und Schottland nach Ulster (Nordirland) förderte. Für die Iren wurde der Katholizismus zum religösen und anti-englischen Bekenntnis zugleich, vor allem nach der blutigen Niederschlagung eines Katholiken-Aufstandes durch Oliver Cromwell (1649/50); allein während des Massakers von Drogheda kamen Tausende von Iren ums Leben. Es folgte eine Periode der Unterdrückung der Katholiken, die Einschränkung ihrer Religionsfreiheit, Enteignung und Zwangsumsiedlung hinnehmen mussten. Zeitweilig galt die Heilige Messe als Hochverrat. 1800 mussten die Iren sogar der Auflösung ihres Parlaments zustimmen; 100 Abgeordnete, natürlich Protestanten, durften in Westminster Platz nehmen. Die Staatskirchen wurden in der Union mit Grossbritannien vereinigt. Nach neuerlichen Unruhen wurde zwar 1829 ein Gesetz zur Emanzipation der Katholiken verabschiedet, aber das reichte den Iren nicht, die weiter (bis 1869) ihren Zehnten an die anglikanische Staatskirche zahlen mussten und zunehmend lauter nach Autonomie (»Home Rule«) verlangten. 1914 schliesslich verabschiedete das Londoner Parlament den »Home Rule Act«. Die Verwirklichung der Autonomie aber wurde zunächst einmal ausgesetzt - wegen des Ersten Weltkriegs und weil die Protestanten in Ulster nicht bereit waren, sich von den Katholiken in Dublin regieren zu lassen. Extrem militante Nationalisten starteten daraufhin den Dubliner Osteraufstand von 1916, der von den Briten brutal niedergeschlagen wurde. Nach einer Phase blutiger Partisanenkriege -1919 wählten die Iren den Friedenskämpfer Eamon de Valera zum Präsidenten einer noch gar nicht existierenden Republik Irland- machte 1920 der »Government of Ireland Act« sechs der neun Ulster-Grafschaften zum Bestandteil des britischen Königreiches - mit einem eigenen Parlament in Belfast. Irland lehnte einen ähnlichen Status ab und trennte sich von Grossbritannien. Durch den »Irish Free State Act« vom 11. Dezember 1922 wurde das Land zum Freistaat (»Dominion«) innerhalb des britischen Commonwealth. Die Abtrennung des Nordens schuf den Iren ein politisches Dauerproblem, das schon 1922/23 zum Bürgerkrieg führte. Grossbritanniens Herrschaft über Ulster und der ungebrochene Wille der Iren, das Land wiederzuvereinigen, zogen einen Handelskonflikt nach sich. Doch mit der neuen irischen Verfassung von 1937 kam es zum Ausgleich zwischen Grossbritannien und dem irischen Freistaat (Eire) und zur vollen Unabhängigkeit Irlands. Im Zweiten Weltkrieg blieb das Land neutral. 1949 Proklamation der Republik Irland, Austritt aus dem Commonwealth und Verschärfung der Spannungen mit Ulster bis zum Beginn einer Konsultationspolitik (1965). Freihandelsabkommen mit Grossbritannien 1965; von 1969 an Eskalation organisierter Gewalt und massiver Einsatz britischer Truppen in Nordirland, zunehmender IRA-Terror und wirtschaftlicher Niedergang. Nach Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft (1973) wurde Irland Fördergebiet, lockte Investoren mit lukrativen Sonderbedingungen und entwickelte sich in den 90er Jahren fast unbemerkt vom einstigen »Armenhaus« zum Musterland für Aufschwung und Konsolidierung. Seit dem Nordirland-Abkommen zwischen Dublin und London vom November 1985 verbesserte sich die Aussicht auf Einigung mit England. Erste Gewaltverzichtserklärungen nordirischer Untergrundorganisationen 1994 ermöglichten die Intensivierung eines nach wie vor komplizierten Dialogs und setzten die bis dahin verweigerten Gespräche mit Grossbritannien in Gang. Am Karfreitag 1998 einigten sich Irland, Nordirland und Grossbritannien unter Vermittlung des ehemaligen US-Senators George Mitchell auf ein Abkommen zur Beendigung des Nordirland-Konflikts. Damit verzichtete Dublin praktisch auf eine Wiedervereinigung der Insel. In einer Volksabstimmung billigten 94,4 % der Iren die Vereinbarung (Zustimmung in Nordirland: 71,1 %). Das Dauerproblem Nordirland verlangt auch in Zukunft eine geschickte Balance im Umgang mit IRA-Leuten im Lande und den Beziehungen zu Grossbritannien. Daneben beschäftigt die Gesellschaft auch die Stellung der katholischen Kirche. Die zivile Ehescheidung wurde erst im November 1995 per Volksentscheid erlaubt. Der neue Verfassungsartikel trat im Februar 1997 in Kraft. Noch 1986 war ein solcher Volksentscheid ebenso gescheitert wie 1983 eine Lockerung des strengen Abtreibungsverbots, das nach wie vor in der Verfassung verankert ist.
Info: The Great Famine - die Hungersnot in Irland (1846)
Reportage: Geschichte und Kultur der Kelten
Einreise von Haustieren nach Irland - Die gesetzlichen Bestimmungen: Wichtige Tipps findest du -übersichtlich zusammengestellt- auf folgender, deutschsprachiger Webseite:
Einreise von Haustieren nach Irland - Die gesetzlichen Bestimmungen
Notfallnummern:
Polizei (Garda) - 112 oder 999
Feuerwehr (Fire Service) - 112 oder 999
Rettungsdienst (Ambulance) - 112 oder 999
Bergrettung (Mountain Rescue) - 112 oder 999
Wasserrettung (Coast Guard) - 112 oder 999
Vergiftungszentrale (National Poisons Centre, Beaumont Hospital) - 01 837 9964
Notruf für vergewaltigte Frauen (Rape Crisis Centre) - 1800 778 888
Telefonseelsorge (Samaritans) - 1850 609 090
ESB Emergency (Stromversorgung) - 1850 372 999
Gas Emergency - 1850 205 050
Tierschutz (ISPCA) - 043 25035
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