Michaels Reisetagebuch: Singapur-Australien - Allabendliche Pinguinparade

Allabendliche Pinguinparade

140 Kilometer südlich vom australischen Melbourne liegt Phillip Island, ein einzigartiges Paradies für die kleinsten Pinguine der Welt - und für Freunde des Motorsports

Kurz bevor die Sonne im Meer versinkt, setzt sich auf Phillip Island eine Gruppe von Schaulustigen an den Fuß einer Sanddüne. Ausgerüstet mit Nachtsichtgeräten warten sie gespannt auf die allabendliche Ankunft der Zwergpinguine, die mit 33 Zentimetern als die kleinsten Pinguine der Welt gelten.

Nach einem anstrengenden Tag auf dem Meer, wo sich die Vögel ihre Mägen mit reichlich Fisch voll geschlagen haben, strömen sie nun zu Tausenden an die Strände der kleinen Insel, die vor der australischen Millionenmetropole Melbourne liegt. Schon weit draußen im Meer kann man sie schnattern hören, ehe sie sich in Gruppen von zehn bis 20 Tieren von der Flut an Land spülen lassen. Die Dunkelheit bietet ihnen Schutz vor Feinden, wie etwa dem Fuchs. Doch mit Hilfe der Nachtsichtgeräte kann den erwartungsvollen Beobachtern nichts entgehen. Im Gänsemarsch watscheln die kleinen Vögel geschwind über den Strand. Wenn es nicht anders geht, auch knapp an den Beinen ihrer Beobachter vorbei. Eine Stunde später ist das Spektakel vorüber und die Pinguine haben sich zum Schlafen in ihren Höhlen verkrochen. Zurück bleibt eine Handvoll begeisteter Neo-Ornithologen.

Zusätzlich zu den nur in der südlichen Hemisphäre vertretenen Zwergpinguinen bietet Phillip Island auch die Gelegenheit, Seehunde, Koalas und Wallabies in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Neben den australischen Wildtieren lockt aber auch der Phillip Island Circuit, eine Motorrennstrecke, immer öfter Besucherschwärme an. Zum Beispiel, wenn die Superbike-Weltmeisterschaft die kleine Insel für einige Tage in ein lautes Motodrom verwandelt. Danach kehrt wieder Ruhe für die Zwergpinguine ein, damit sie wieder ungestört ihrem allabendlichen Ritual frönen können.