Michaels Reisetagebuch: Singapur-Australien - Der unendliche Rote Kontinent

Der unendliche Rote Kontinent

Das rote Herz Australiens lockt mit Ayers Rock, Kings Canyon und Devils Marbles

Der Teufel muss große Hände haben. Sehr große sogar, wenn man sein 'Spielzeug' betrachtet, das in der australischen Wüste im wahrsten Sinne des Wortes herumkugelt: Die Devils Marbles, die Murmelsteine des Teufels, sind imposante Granitkugeln - rötlich und wie zufällig in die Landschaft geworfen. Die Murmelsteine liegen auf einer Fläche von etwa 15 Quadratkilometern verstreut und sind eines der vielen Highlights im Northern Territory Australiens. Auf der Fahrt von Alice Springs Richtung Darwin tauchen die 'Eier der Regenbogenschlange', wie die Aborigines dazu sagen, plötzlich auf und sind vor allem morgens oder bei Sonnenuntergang faszinierend anzusehen.

Das rote Herz Australiens ist der Kontrapunkt jeder Down-Under-Reise. Der krasse Gegenteil zum Great Barrier Reef mit seiner faszinierenden Korallen- und Insel-Welt an der Ostküste, zum Regenwald in Queensland im Norden und zu Sydney, einer der schönsten Städte der Welt, im Süden. Das Northern Territory ist das typische Australien - der 1,35 Millionen Quadratkilometer große Landstrich hat Australien wohl auch die Bezeichnung 'Roter Kontinent' gegeben. Und dort, mitten im Zentrum erhebt sich im Uluru Kata Tjuta-Nationalpark der Ayers Rock bzw. Uluru - das am meisten fotografierte Motiv in Down Under.

Man könnte ihn zwar besteigen (bei zu viel Wind, Hitze oder bei Unwettern ist er gesperrt), man sollte es aber nicht tun - wenn man den Wunsch der Aborigines respektiert. Die Wanderung um den Uluru, etwa 10,5 Kilometer lang, ist mindestens ebenso spannend. Sogar wenn es regnet, denn dann zeigt sich der Monolith von seiner unbekannten Seite - der rote Fels wird graublau, seine Außenhaut ist mit dutzenden Wasserfällen überzogen.

Das zweite Highlight im Uluru Kata Tjuta-Nationalpark sind die Olgas, Kata Tjuta genannt. Von den Einheimischen werden diese 36 Konglomeratfelsen 'Viele Köpfe' genannt. Auch hier gibt es einige Wanderwege mit unterschiedlicher Länge.

Beide Highlights sind beim Sounds-of-Silence-Dinner zu bewundern - einem beeindruckenden Abendessen bei Sonnenuntergang, das vom Ayers Rock-Resort angeboten wird. Abgesehen davon, dass man den malerischen Anblick des Ulurus und der Kata Tjutas von einer idyllischen Anhöhe mitten in der Wüste genießt, gibt es auch einen Star Talk. Dabei erklärt ein Astronom den Sternenhimmel. Wahrlich ein unvergessliches Erlebnis, wenn man Mars, Venus und die Sternenbilder der südlichen Hemisphäre sieht.

Vier Autostunden entfernt lockt der 'Grand Canyon' Australiens, der Kings Canyon. Die spektakuläre Schlucht ist bis zu 100 Meter tief und etwa einen Kilometer lang. Der beschilderte Kings Canyon Walk führt am Garden of Eden vorbei - an Eukalyptus-Bäumen und farbenprächtigen Felswänden. Empfehlenswert ist ein Flug über den Canyon, den man mit einem Flug zum Ayers Rock verbinden kann.

Äußerst spannend kann die Autofahrt vom Kings Canyon nach Alice Springs sein, wenn man über die Mereenie Loop Road fährt - eine 300 Kilometer lange rote Sandpiste, die mit Schlaglöchern übersät ist. Danach passiert man die McDonnel-Ranges - eines der ältesten Gebirge der Welt mit faszinierenden Schluchten. Doch die bekanntesten Schluchten sind gut 1.500 Kilometer weiter nördlich zu finden: Katherine Gorge, auch Nitmiluk genannt. Dabei handelt es sich um einen imposanten, zwölf Kilometer langen Flusslauf mit dreizehn Schluchten, die der Katherine River in den Fels gegraben hat. Die ersten vier Schluchten kann man mit Booten befahren. Für die übrigen muss man eine nicht gerade unstrapaziöse, geführte Wanderung auf sich und genügend Wasser mit nehmen. Denn im australischen Sommer kann es hier teuflisch heiß werden.

Im Landesinneren des Northern Territory herrscht Wüstenklima mit bis zu 35 Grad Höchsttemperaturen im australischen Sommer; im Winter (April bis September) sinkt das Thermometer auf 20 Grad; in der Nacht auf wenige Grad über Null. Im Norden gibt es tropisches Klima mit bis zu 40 Grad von April bis November. Mitte November beginnt hier die Regenzeit, unbefestigte Straßen werden unpassierbar.