Das Ur-Känguru hatte zwei kleine Hörner
Australien ist für Europäer das Land der ungewöhnlichsten Lebewesen, von Kängurus über Schnabeltiere bis zu fauchenden Kragenechsen. Jetzt zeigt sich, dass die heute »down under« lebenden Tiere recht bizarre Vorgänger hatten: In einer Wüstenhöhle entdeckten Forscher komplette Schädel einer Känguru-Art mit kleinen Hörnern. Sie sollten vermutlich die Augen des Tiers vor dornigem Buschwerk schützen. Auch entdeckten die Forscher fossile Überreste riesiger Tierarten, die ebenfalls vor mehreren hunderttausend Jahren gelebt haben.
»Das Känguru ist wirklich bizarr. Es ähnelt keinem anderen lebenden oder fossilen Känguru, das bisher entfdeckt wurde«, erklärt John Long, Kurator am Western Australian Museum und Leiter der Ausgrabung. »Die knöchernen Vorsprünge knapp über dem Auge stehen seitlich vor, und das Tier hatte eine knollige Schnauze«, so Long im Magazin »New Scientist«.
Aus den Vorsprüngen am Schädel wuchsen die kurzen Hörner hervor, nehmen die Paläontologen an: »Diese Tiere lebten wohl in einer trockenen Umgebung und fraßen harte Salzbüsche oder stachelige Sträucher. Also könnten die Auswüchse ihre Augen geschützt haben«.
Long und Kollegen hatten die Höhle in der südaustralischen Nullarbor-Ebene schon im Jahr 2002 untersucht. Damals entdeckten sie das erste komplette Skelett des Thylacleo, eines riesigen Beutel-Löwens sowie erste Schädelreste des gehörnten Kängurus. In der aktuellen Grabung stießen sie unter anderem auf die Knochen dreier bislang unbekannter Tiere. Die Fossilien sind zwischen 200.000 und 500.000 Jahren alt.
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