Michaels Reisetagebuch: Singapur-Australien - Australien mal anders

Auf Schienen durchs Outback - Australien mal anders

Der berühmteste Zug des australischen Kontinents führt rund 4.250 Kilometer durch die Einsamkeit des Outbacks, vorbei an Kängurus und Geisterstädten.

Die silbernen Waggons des Indian Pacifics glitzern in den ersten Sonnenstrahlen des Morgens. Wenig später ertönt das Abfahrtsignal. Gemeinsam mit Hunderten von anderen Fahrgästen machen wir uns auf zu einem ganz besonderen Abenteuer: Es geht auf Schienen quer durch Down under.

Der Indian Pacific legt auf seiner insgesamt 65 Stunden langen Fahrt zwischen Sydney und Perth 4.352 Kilometer zurück. Dieser Reise -zwischen dem azurblauen Indischen Ozean im Westen und dem Pazifik im Osten- hat die Eisenbahn auch ihren Namen zu verdanken, jeweils zweimal pro Woche verlässt einer der Züge die Bahnhöfe von Sydney und Perth zu einer dreitägigen Tour, die durch die Einsamkeit des Outbacks führt.

Innerhalb weniger Stunden verabschiedet sich die Zivilisation, auf die Felder folgen rote Erde, Büsche und Eukalyptusbäume. Und mittendrin Kängurus, die durch die verlassene Weite springen. Nach mehr als 24 Stunden rollt der Zug in den Bahnhof von Adelaide, der Hauptstadt des Bundesstaates South Australia, ein. Die von Weinbergen umgebene Stadt ist unter anderem für ihre Musikgruppen, die zahlreichen Kneipen und das National Wine Centre bekannt.

Hier erfährt man alles über den Wein Südaustraliens. Das Zentrum lockt mit einem ausgezeichneten Keller, der auch mit raren australischen Weinen aufwarten kann. Ebenfalls einen Abstecher wert: Tandanya - das Kulturinstitut der Kaurna-Aborigines. Es beherbergt nicht nur Galerien mit Kunst und Kunsthandwerk, sondern bietet den Besuchern auch die Möglichkeit, Speisen der Wüstenaborigines zu verkosten. Nach einer kurzen Pause im Bahnhofsbistro geht es weiter, 478 Kilometer lang, ohne Kurve durch die baumlose Nullarbor-Ebene. Grenzenlos, brettflach, in weiten Teilen nahezu vegetationslos.

Bei einem Halt in der halb verfallenen Geisterstadt Cook (Foto oben), in der heute nur noch zwei Menschen leben, vertreten wir uns die Beine. Nur der Wind und der Sand bewegen sich durch den Ort. Die Straße führt ins Nirgendwo.

Anschließend geht die Reise weiter nach Perth in Western Australia. Perth gilt als eine der sonnigsten Städte des Landes. Beliebte Treffpunkte bei Einheimischen und Touristen sind der Kings Park oder der Vorort Fremantle mit seinen kleinen Läden und Cafes am so genannten Cappuccino Strip. Viele genießen die Sonne an einem der stadtnahen Strände am Indischen Ozean. Dort ist auch das Ausflugsziel Rottnest Island am Horizont zu sehen. Eine Fähre setzt von Perth aus über. Das Eiland gilt als das "Fahrrad-Paradies" in Australien. Da nur die Einheimischen auf der Insel Auto fahren dürfen, können Besucher ungestört auf dem Drahtesel die einsamen Buchten und Strände mit schneeweißem Sand erkunden.