Great Ocean Road
Dreihundert Kilometer sprachlos
Weiße Gischt an steilen Felsen, goldgelber Strand in einsamen Buchten, dichte Regenwälder mit Riesenfarnen: Australiens Südspitze ist ein einziges Naturereignis.
Sie sind einfach zum Knuddeln, die Koalas im Grampians National Park. Und genau das, was sich der Tourist aus dem fernen Europa von Australien erhofft. Doch er braucht Geduld, um die verschlafen wirkenden, zumeist reglosen Bären im dichten Blattwerk der Eukalyptusbäume zu erkennen. Bären, die gar keine Bären, sondern Beuteltiere sind. Auf den ersten Blick spektakulärer als die Tierwelt ist die Landschaft an der Great Ocean Road im Bundesstaat Victoria und gilt deshalb auch als eine der beliebtesten Routen für Touristen. Mit atemberaubenden Haarnadelkurven schlängelt sie sich um Australiens Südspitze herum, immer dicht an zum Teil Schwindel erregend steilen Hängen entlang. Schaumgekrönt brechen sich die Wellen des Indischen Ozeans an ihren Klippen.
Ein großartiger Ausblick folgt dem nächsten, von denen die "Zwölf Apostel" zu den berühmtesten gehören. Zu sehen sind von der Aussichtsplattform aber nur sieben. Macht nichts. Die Strecke ist ja gespickt mit Highlights - ob die Riesenfarne im Regenwald des Otway National Park, die "Balconies", die berühmtesten Balkone des Kontinents, oder der Lavers Hill der höchste Punkt der Straße. Kein Wunder, dass der Küstenabschnitt mit den gefährlichsten Klippen den Beinamen Shipwreck Coast bekommen hat. Das Flagstaff Hill Maritime Museum in Warrnambool hat die Geschichte und Geschichten dazu. Auf der Great Ocean Road kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Allein, wenn man die wagemutigen Surfer mit ihren sonnengebleichten Haaren und der bunten Sonnenschutzcreme im Gesicht in der wilden Brandung bei Torquay beobachtet oder die Wale - vor allem die Southern Right-Wale - in der Bay of Islands und der Bay of Martyrs, die dort zwischen Mai und Oktober ihre Runden drehen. Doch aufpassen und nicht immer nur schauen , auch wenn die Route dazu verführt. Schließlich wird in Australien links gefahren. Entspannen kann man sich erst abends an romantischen Spots wie dem Lavers Hill, wo in der Dunkelheit unzählige Glühwürmchen eifrig im Blattwerk der uralten Mammut-Eukalptusbäume herumschwirren.
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