Weltsensation:
Andreas W. bezwingt den River Lee
Einer der letzten Menschheitsträume wurde am Montag, 1. August 2005, Wirklichkeit. Die Augen der Welt blickten an diesem Tag auf die irische Stadt Cork und auf Andreas W., der es als erster Mensch der Erde versuchen wollte, den voller Gefahren und Tücken steckenden River Lee stadtwärts zu durchqueren. Und das in einem selbstgebastelten Boot - dem Schlauch eines Traktors. Tausende sind vor ihm gescheitert - viele von ihnen in den Fluten ertrunken. Fernsehsender und Radiostation aus allen Ländern der Welt berichteten zum Teil live und in Farbe von diesem Event.
Nicht nur die Stadt Cork hielt an diesem Tag um genau 13.20 Uhr den Atem an, als Andreas W. noch einmal kritisch das Material seines Traktor-Schlauchbootes prüfte. Die Vorbereitung auf diesen grossen Tag, der in die Annalen der Geschichte eingehen sollte, betrug nicht weniger als drei Jahre.
Das Wetter spielte mit. Hatte es eine Woche vorher noch eine mittlere Sintflut gegeben, strahlte die Sonne an diesem Tag vom Himmel. Die Vögel zwitscherten erregt, die Fischlein hüpften voller Vorfreude aus den Wellen des Flusses, als ob sie den Herausforderer begrüssen wollten.
Punkt 13:20 Uhr fiel der Startschuss. Erste Anfeuerungsrufe der am Ufer zuschauenden Massen erschallte! Schon nach wenigen Minuten die erste harte Feuerprobe, als Andreas W. die Niagara-Fälle von Cork vor sich hatte (Bild 6). Mit einem Killerinstinkt in seinen Augen liess er den Wassermassen, die schon so viele junge Opfer gefordert hatten, nicht den Hauch einer Chance. Andreas W. setzte seine Fahrt fort. Die wackelige Daly Bridge (Bild 8) bebte heute besonders heftig, als Andreas W. sie um 14.15 Uhr unterquerte und danach die Flora und Fauna des zauberhaften Fitzgerald Parks (Bild 10) passierte. Doch für Blümchen und zwitschernde Schwalben hatte Andreas W. heute keinen Blick übrig. Unter den Augen der begeisterten Zuschauer setzte er seine abenteuerliche Fahrt konzentriert fort.
Vollkommen unerwartete Probleme bekam Andreas W. dann, als ein übermütiger Fan heftig von einer der Brücken in den River Lee urinierte. Für eine Sekunde dachte Andreas W. an ein hereinbrechendes Unwetter, bevor er jedoch blitzschnell realisierte, was da vor sich ging. Der Strahl des Wohnungslosen Steve C. (53) verfehlte Andreas W. und das Boot nur um Zentimeter! Von der Polizei anschliessend befragt, gestand C. -so wörtlich- dass er das Boot doch nur taufen wollte. Experten bestätigten einhellig, dass der Urinstrahl aufgrund des erheblich konsumierten Alkohols derart heftig war, dass das Boot mit seinem Passagier gekentert wäre. An dieser Stelle verlor Andreas W. wertvolle Sekunden, die er aber in einem furiosen Finish wieder aufholte.
Nach unglaublicher Weltrekordzeit von 2:59 Std. und persönlicher Bestzeit erreichte Andreas W. vollkommen erschöpft um 16:19 Uhr das Ziel im Port of Cork (Bild 22), wo die Zuschauermassen in einen Begeisterungstaumel gerieten (Bild 23). So etwas hatte man in einer Stadt mit so bescheidener Kultur selten erlebt. Doch dann drohte die Situation zu eskalieren: Polizei musste mit Schlagstöcken einschreiten, als die Fans Autogramme von dem vollkommen erschöpften Ruderer wollten (Bild 24). In einem bereitgestellten Zelt des Irischen Roten Kreuzes bekam Andreas W. eine Infusion mit wertvollen Vitaminen zugeführt.
Auf erste Fragen der Reporter, welches denn seine nächste Herausforderung sein werde, die er in Angriff nehmen wolle, hielt sich Andreas W. noch bedeckt. Er wolle jetzt erst einmal die Schönheiten der Stadt Cork entdecken, war das einzige was an unsere Mikrofone drang. Gewöhnlich gut unterrichtete Quellen wollen allerdings herausgefunden haben, dass Andreas W. daran denkt, den Atlantik auf einem Boot aus Plastiktüten des Aldi-Marktes komplett zu überqueren. Wenn es denn soweit ist, werden wir an dieser Stelle wieder ausführlich berichten.
Doch hier jetzt zunächst alle Bilder der historischen Bootsdurchquerung von Cork City - natürlich in chronologischer Reihenfolge: